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Corona-Krise: Analysten erwarten hohe Verluste in der Autoindustrie

June 11
14:26 2020
Produktion im VW-Werk Wolfsburg: Immerhin mit dickem Liquiditätspolster ausgestattet Icon: vergrößern

Produktion im VW-Werk Wolfsburg: Immerhin mit dickem Liquiditätspolster ausgestattet

Swen Pförtner/dpa

Die Folgen der Corona-Pandemie wird die Bilanzen der weltgrößten Autokonzerne im zweiten Quartal erheblich belasten. Die Branchenexperten des Beratungsunternehmens EY gehen in einer aktuellen Analyse davon aus, dass die Mehrzahl der großen Hersteller im Juli Verluste präsentieren muss. "Gerade Unternehmen, die vor allem auf dem europäischen Markt engagiert sind, wird es im zweiten Quartal hart treffen, denn hier war der Absturz besonders massiv", sagte EY-Experte Constantin M. Gall.

Schon in den ersten drei Monaten des Jahres hat die Krise das Geschäft der Konzerne stark beeinträchtigt. Zusammengenommen verbuchten die größten Hersteller im operativen Geschäft nur noch rund 7,5 Milliarden Euro Gewinn, wie EY in seiner regelmäßigen Branchenanalyse berechnet hat. Das ist ein Einbruch um mehr als die Hälfte im Vergleich zum ersten Quartal 2019 und der niedrigste Stand seit 2009, als die Finanzmarktkrise für eine Rezession sorgte. Die Verkaufszahlen gingen im ersten Quartal dieses Jahres um 21 Prozent zurück, der Umsatz immerhin nur um neun Prozent.

Der profitabelste Autokonzern der Welt kam demnach im ersten Quartalmit BMW aus Deutschland. Die Marge des bayerischen Autobauers lag bei 5,9 Prozent, gefolgt von den japanischen Herstellern Toyota und Suzuki mit Margen von 5,4 beziehungsweise 5,2 Prozent. Vier Unternehmen schafften demnach sogar ein Gewinnwachstum: Tesla, BMW, Hyundai und General Motors.

Dagegen hatten vier Konzerne aus den Reihen der 17 größten Autokonzerne der Welt der Auflistung zufolge schon im ersten Quartal einen Verlust im operativen Geschäft vermeldet. Peugeot und Renault fehlen in der Aufstellung, da sie keine entsprechenden Zahlen vorgelegt hatten.

"Diese Krise werden nicht alle Autohersteller überleben"

"Im ersten Quartal haben wir nur die anfänglichen Auswirkungen der weltweiten Covid-19-Pandemie gesehen. Das zweite Quartal wird noch sehr viel schlechter ausfallen", warnte Gall.

Die Krise verstärke nun einen Abwärtstrend, der sich schon länger abgezeichnet habe, stellen die Analysten fest. Hohe Investitionen in Elektrifizierung und Digitalisierung, Handelsstreitigkeiten und eine schwache Konjunkturentwicklung hätten die Margen unter Druck gebracht. Nun stehe eine lange Durststrecke bevor, Investitionen müssten auf den Prüfstand, Überkapazitäten abgebaut werden. "Und die Konsolidierung beschleunigt sich – diese Krise werden nicht alle Autohersteller überleben", sagte Gall. Hoffnung mache immerhin die schnelle Erholung in China, von der vor allem die deutschen Autobauer profitieren dürften.

Tatsächlich stieg im Mai der Absatz auf dem weltgrößten Pkw-Markt verglichen mit dem Vorjahresmonat um 14,5 Prozent auf knapp 2,2 Millionen Fahrzeuge, wie aus Daten des chinesischen Herstellerverbandes CAAM hervorgeht. Die Unterstützungsmaßnahmen der chinesischen Regierung und das gestiegene Verbrauchervertrauen hätten dafür gesorgt, dass wieder mehr Autos gekauft würden, sagte ein Verbandsvertreter. Im April hatten die Autoverkäufe bereits um 4,4 Prozent zugelegt, nachdem sie im März noch um 43 Prozent eingebrochen waren. Im Februar war der Rückgang mit minus 80 Prozent besonders hoch, weil damals das öffentliche Leben in China wegen der Maßnahmen zur Bekämpfung Pandemie praktisch stillstand.

Trotz der Erholung dürften die Hersteller auch in China den Absatzeinbruch aus den ersten Monaten bis zum Jahresende nicht mehr ganz aufholen können. Ihr Verband rechnet für das Gesamtjahr nun mit einem Verkaufsrückgang um 15 Prozent.

Icon: Der Spiegel

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