Corona-Boom: Warum Haustiere uns gesünder und glücklicher machen
Im vergangenen Frühjahr spürte Norbert Zajac, wie er an seine Grenzen stieß. Schulen und Kitas hatten geschlossen, das Auswärtige Amt eine weltweite Reisewarnung herausgegeben. Zajac hingegen durfte sein Geschäft öffnen, einen Zoofachhandel in Duisburg. Er hatte eine Sondergenehmigung erhalten, 200 Kunden durften seinen Laden gleichzeitig betreten.
Und sie kamen.
Standen Schlange vor dem Eingang, den Parkplatz entlang, um das Gebäude herum, so schildert es Zajac später. Manche hätten mehr als zwei Stunden gewartet, bis sie an der Reihe waren.
Wenige Tage vergingen, bis eine Mitarbeiterin auf Zajac zukam. Alle Hunde seien ausverkauft, sagte sie zu ihm. »Und wann kommen neue?«, fragte er. Statt einer Antwort zuckte sie mit den Schultern. Bei den Züchtern seien keine Tiere mehr zu bekommen. Die Kollegen hätten alle abtelefoniert.
Wenig später waren die Katzen ausverkauft. Nach zehn Tagen die Kaninchen. Die Meerschweinchen. Die Ratten. Die Sittiche gingen ihm aus. Bald waren Gehege und Aquarien leer, Terrarien blieben verwaist. Da ahnte Norbert Zajac, wie wahnwitzig die kommenden Monate werden würden.

