CDU: Friedrich Merz, Armin Laschet und Norbert Röttgen – wer kann Wirtschaft?
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Wer ist Friedrich Merz? Das will man neuerdings auch in Großbritannien wissen. »Herr Merz ist ein sozial und fiskalisch Konservativer, der an niedrige Steuern und einen schlanken Staat glaubt«, schrieb der linksliberale »Guardian« vor wenigen Tagen in einem Leitartikel. Dieser endete mit der Warnung, Merz' politische Ansichten gehörten »zu Deutschlands Vergangenheit, nicht seiner Zukunft».
Ob die CDU-Mitglieder das ähnlich oder doch ganz anders bewerten, wird sich am Samstag zeigen. Dann sollen 1001 Delegierte über ihren neuen Parteivorsitzenden entscheiden. Zur Wahl stehen neben dem früheren CDU-Fraktionschef Merz auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Ex-Umweltminister Norbert Röttgen. Der Gewinner hat gute Aussichten, nächster Bundeskanzler zu werden, das erklärt das gesteigerte Interesse im Ausland. Denn wie es ein deutscher Regierungschef mit der Wirtschaft und dem Geldausgeben hält, hat auch Auswirkungen auf den Rest Europas.
Die CDU gilt traditionell als Partei der Wirtschaft, schon deshalb spielten finanz- und wirtschaftspolitische Aspekte seit Beginn des Kandidatenrennens eine Rolle. Durch die Corona-Pandemie haben sie zusätzliches Gewicht bekommen. Schließlich diskutiert das Land plötzlich wieder über sehr grundsätzliche Fragen: Welche Unternehmen sollten gerettet werden und welche nicht? Soll der Staat in die Impfstoffproduktion eingreifen? Darf man die wirtschaftlichen Kosten eines Lockdowns gegen menschliche Leben aufwiegen?

