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Brics-Gipfel in Südafrika: Wladimir Putin beschwört Stärke der Brics-Staaten

August 23
03:06 2023

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Dienstag bei einer per Video übertragenen Rede auf dem Gipfeltreffen der Brics-Staaten in Südafrika die Größe und Stärke der Länder beschworen. Er betonte, dass die Gruppe auf dem besten Weg sei, die Wünsche des größten Teils der Weltbevölkerung zu erfüllen.

»Wir arbeiten nach den Grundsätzen der Gleichheit, der partnerschaftlichen Unterstützung und der Achtung der Interessen des anderen zusammen. Dies ist der Kern des zukunftsorientierten strategischen Kurses unserer Vereinigung, eines Kurses, der den Bestrebungen des größten Teils der Weltgemeinschaft, der sogenannten globalen Mehrheit, entspricht«, sagte Putin.

»Die Verpflichtungen gegenüber Russland diesbezüglich wurden einfach ignoriert«

Das Aufkündigen des Getreideabkommens mit der Ukraine rechtfertigte Putin unterdessen erneut mit scharfer Kritik am Westen und an Kiew. Keine der vertraglich festgehaltenen Bedingungen zur Erleichterung des Exports von russischem Getreide und Dünger sei erfüllt worden, klagte der Kremlchef. »Die Verpflichtungen gegenüber Russland diesbezüglich wurden einfach ignoriert«, behauptete er. Moskau werde die Blockade ukrainischer Häfen erst dann wieder aufheben und zum Abkommen zurückkehren, wenn alle russischen Forderungen erfüllt seien, so Putin.

Für die weltweit auch durch hohe Lebensmittelpreise gestiegene Inflation machte Putin beim Brics-Gipfel einmal mehr den Westen verantwortlich. Zugleich bot er an, ukrainische Getreidelieferungen auf dem Weltmarkt durch russische Transporte zu ersetzen, »sowohl auf kommerzieller Basis als auch durch unentgeltliche Hilfe an die bedürftigen Länder«. In einem ersten Schritt habe Russland beschlossen, sechs afrikanischen Ländern gratis zwischen 25.000 und 50.000 Tonnen Getreide zu liefern, sagte der 70-Jährige. Das Angebot hatte Putin bereits auf einem Russland-Afrika-Gipfel im Juli gemacht.

Ein Thema des Brics-Gipfels in der südafrikanischen Metropole Johannesburg ist auch die mögliche Erweiterung der Gruppe um weitere Staaten, um ein Gegengewicht zu anderen Foren wirtschaftlicher starker Länder wie den G7 oder den G20 zu bilden. Aktuell gehören nur Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika zur Brics-Gruppe – die zusammen 40 Prozent der Weltbevölkerung repräsentiert. Putin ging in seinen Ausführungen jedoch nicht auf eine mögliche Aufnahme neuer Mitglieder ein.

»Die Brics sind kein Gegenpol«

Allerdings betonte der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, dass sich die Gruppe der fünf aufstrebenden Volkswirtschaften nicht gegen andere richte. Vielmehr gehe es um eine bessere Organisation des Globalen Südens, schrieb er am Dienstag auf der Plattform X, die früher Twitter hieß. »Die Brics sind kein Gegenpol zu den G7, den G20 oder sonst irgendjemandem«, schrieb Lula. »Wir wollen uns als der Globale Süden organisieren. Wir sind wichtig in der globalen Debatte und sitzen gleichberechtigt mit der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten am Verhandlungstisch.«

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