Brexit, Corona, Vorweihnachtszeit: Die Frachter sind voll, die Regale leer
Icon: vergrößernContainerstau im Hafen Southampton, am 10. Dezember 2020
Foto: Andrew Matthews / AP
Der unerwartete Nachfrageboom nach Seetransporten, Arbeitsausfälle infolge der Pandemie sowie ein Containermangel bringen die globale Handelsschifffahrt an ihre Grenzen – und gefährden die Versorgung Europas mit bestimmten Waren.
Insbesondere Schiffe aus Fernost sind zurzeit so überfüllt, dass Großreedereien wie die dänische Maersk, die französische CMA CGM oder ONE aus Singapur bereits Buchungen für Transporte in den Westen zurückweisen. Zugleich gehen die Frachtraten weltweit durch die Decke.
Auf der Strecke Shanghai-Rotterdam schoss der Preis für die Beförderung eines 40-Fuß-Standardcontainers binnen einer Woche um 45 Prozent auf mehr als 6500 Dollar hoch, wie das Londoner Forschungs- und Beratungshaus Drewry für den SPIEGEL ermittelte. »Solche Steigerungen sind einmalig«, sagte Drewry-Geschäftsführer Philip Damas.
Noch extremer geht es bei Transporten von China nach Großbritannien zu. »Vor einem Jahr kostete ein Container gut 1000 Dollar, jetzt sind es teilweise 12.000 Dollar – falls sie überhaupt noch einen Anbieter finden«, sagte ein Brancheninsider zum SPIEGEL. »Da ist gerade Brexit-Panik.«

