“BRAUCHEN HILFE VON NIEMANDEM!”: Trump geht Nato-Partner scharf an – Verhalten ist “schockierend”
Politik
"BRAUCHEN HILFE VON NIEMANDEM!"Trump geht Nato-Partner scharf an – Verhalten ist "schockierend"
17.03.2026, 17:24 Uhr 
Trump und die Nato: Das ist keine Liebesbeziehung. Nach seiner Bitte um Hilfe im Krieg gegen den Iran erhält er viele Absagen von den Bündnispartnern. Darauf reagiert er wütend – und hält Unterstützung plötzlich nicht mehr für nötig.
US-Präsident Donald Trump hat mit scharfen Worten auf die Ablehnung vieler Nato-Partner an einer Beteiligung des Kriegs gegen den Iran reagiert. "Die Vereinigten Staaten wurden von den meisten unserer Nato-'Verbündeten' darüber informiert, dass sie sich nicht an unserer Militäroperation gegen das terroristische Regime im Iran im Nahen Osten beteiligen wollen", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Dabei zeigte er sich einerseits "überrascht" und bei einem späteren Auftritt im Oval Office auch "schockiert". Besonders hart ging er einmal mehr Großbritannien an.
Trotz der Absagen habe "fast jedes Land unsere Vorgehensweise nachdrücklich befürwortet", schrieb er weiter. Zudem dürfe es dem Iran unter keinen Umständen gestattet werden, Atomwaffen zu besitzen. "Ich bin jedoch nicht überrascht über ihr Verhalten, denn ich habe die Nato, für die wir jährlich Hunderte von Milliarden Dollar ausgeben, um genau diese Länder zu schützen, immer als Einbahnstraße betrachtet", heißt es.
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Bei einem Termin im Weißen Haus legte Trump kurz danach noch einen drauf: Die Haltung der Verbündeten sei "ziemlich schockierend", sagte er im Oval Office in Washington. "Ich denke, die Nato macht einen sehr dummen Fehler", fügte er hinzu. Der Fall sei ein "Test" für das Bündnis gewesen.
"Habe Trump noch nie so wütend erlebt"
Deutschland habe erklärt, nichts mit dem Iran-Krieg zu tun zu haben und sich deshalb nicht beteiligen zu wollen, sagte Trump bei dem Treffen mit dem irischen Regierungschef Micheal Martin weiter. Zugleich finde die Bundesregierung aber, die USA und Israel hätten "etwas Großartiges getan", weil sie die iranische Führung ausgeschaltet hätten. Auch den britischen Premierminister Keir Starmer ging Trump scharf an. "Er hat nicht unterstützt, und ich halte das für einen großen Fehler", sagte Trump. "Ich bin von Keir enttäuscht – ich mag ihn, ich halte ihn für einen netten Mann, aber ich bin enttäuscht." Die Beziehungen seien schlecht, seit Starmer im Amt sei. Mit Blick auf eine Büste des früheren britischen Premiers Winston Churchill hinter ihm, sagte Trump "Starmer ist kein Churchill".
Der US-Senator und Trump-Freund Lindsey Graham schrieb nach einem Treffen mit dem Präsidenten, bei dem die Absagen der Nato-Partner diskutiert wurden: "Ich habe ihn noch nie in meinem Leben so wütend erlebt. Angesichts dessen, was auf dem Spiel steht, teile ich diese Wut." Die Durchgängigkeit der Straße von Hormus würde "Europa weitaus mehr zugutekommen als Amerika", schreibt Graham auf X, der den Verbündeten Arroganz vorwirft. Die Folgen einer unzureichenden Unterstützung zur Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit der Straße von Hormus würden für Europa und Amerika weitreichend und tiefgreifend sein.
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Mehrere Nato-Staaten hatten zuvor Trumps Aufforderung, sich im Krieg gegen den Iran zu beteiligen, abgelehnt. Es geht dabei vor allem darum, den Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus zu sichern. Der Iran hat das Gebiet, durch den unter anderem Öl aus der Golfregion exportiert wird, praktisch geschlossen, was die Öl- und Kraftstoffpreise stark steigen ließ. Zudem drohte Teheran, den Wasserweg zu verminen. Es gibt allerdings Zweifel, ob tatsächlich Minen gelegt wurden.
"Haben das iranische Militär dezimiert"
Die Bundesregierung lehnt eine Unterstützung deutlich ab. "Dieser Krieg hat mit der Nato nichts zu tun. Das ist nicht der Krieg der Nato", sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin. Allerdings gibt es auch Befürworter für eine Unterstützung: Er finde es "falsch, dass die Bundesregierung diese Möglichkeit frühzeitig ausschließt", sagte der CDU-Verteidigungspolitiker Bastian Ernst der "Zeit". "Wir werden uns nicht am Krieg beteiligen", stellt er klar. "Doch die Bundesrepublik, für die der internationale Seehandel so wichtig ist, sollte einen eigenen Beitrag zur Aufklärung der Lage in der Straße von Hormus leisten."
"Wir sind keine Konfliktpartei", sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Paris arbeite jedoch weiter an der Vorbereitung einer Koalition, die nach dem Ende der Feindseligkeiten die Freiheit der Schifffahrt gewährleisten soll. Polens Ministerpräsident Donald Tusk sagte, sein Land habe im Rahmen der Nato andere Aufgaben, und der Konflikt im Nahen Osten betreffe nicht unmittelbar Polens Sicherheit. Dagegen schloss Estland eine militärische Beteiligung nicht kategorisch aus. Man sei bereit, über einen möglichen Beitrag zur US-Mission zu sprechen, hieß es.
Trump hat bereits in seiner ersten Amtszeit scharfe Kritik an der Nato geübt. So warf er den Partnern in der Allianz etwa vor, nicht genug Geld ins Militär zu investieren. Das Bündnis einigte sich daraufhin, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen. Auch seit Beginn seiner zweiten Amtszeit übt der US-Präsident regelmäßig Kritik an dem Militärbündnis.
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"Wir werden sie schützen, aber sie werden nichts für uns tun, insbesondere in Zeiten der Not", schreibt Trump nun mit Blick auf die Absagen der Partner. "Glücklicherweise haben wir das iranische Militär dezimiert – ihre Marine ist weg, ihre Luftwaffe ist weg, ihre Flugabwehr und ihr Radar sind weg, und vielleicht am wichtigsten: Ihre Führer auf praktisch jeder Ebene sind weg und werden uns, unsere Verbündeten im Nahen Osten oder die Welt nie wieder bedrohen!"
Wegen dieser militärischen Erfolge "'brauchen' oder wünschen wir uns die Unterstützung der Nato-Länder nicht mehr – DAS HABEN WIR NIE GETAN!", heißt es weiter. Abschließend schreibt Trump, "als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, dem mit Abstand mächtigsten Land der Welt, BRAUCHEN WIR DIE HILFE VON NIEMANDEM!"

