Börsen fahren Achterbahn: Der Trump-“Taco” ist zurück
Wirtschaft
Börsen fahren AchterbahnDer Trump-"Taco" ist zurück
23.03.2026, 14:51 Uhr
Von Jan GängerArtikel anhören(03:49 min)00:00 / 03:49
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Angesichts hoher Ölpreise verlängert Donald Trump sein Ultimatum an den Iran und behauptet, es gebe "gute Gespräche". Die Börsen feiern. Doch Teheran dementiert. Es sieht so aus, als mache Trump einen seiner typischen "Tacos".
Auf Donald Trump sollte man nicht unbedingt verlassen. Doch ein Muster scheint derzeit wiederzukehren: Der US-Präsident setzt harte Drohungen nicht um, wenn es heftigen Gegenwind gibt – vor allem von den Finanzmärkten.
Ein Begriff beschreibt das Phänomen: "Taco". Dieses Akronym wurde von Robert Armstrong, einem Kolumnisten der "Financial Times" erfunden und steht für "Trump always chickens out", auf Deutsch etwa: "Trump knickt immer ein." An den Börsen gibt es deshalb den sogenannten Taco-Trade: Wenn es an den Märkten nach Ankündigungen Trumps abwärts geht, kaufen Investoren. Sie wetten darauf, dass Trump einen Rückzieher macht und die Kurse wieder steigen. Das ist allerdings riskant.
Klassische Taco-Momente waren etwa Trumps Rückzieher bei massiven Zollankündigungen gegen China oder das plötzliche Ende seiner Bestrebungen, Grönland zu übernehmen.
Jüngstes Beispiel: Am Wochenende hatte Trump der iranischen Führung eine Frist von zwei Tagen gesetzt, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen – andernfalls würden die Kraftwerke des Landes bombardiert. Der Iran konterte mit der Drohung, in diesem Fall die strategisch wichtige Wasserstraße "vollständig" zu sperren sowie Kraftwerke und Entsalzungsanlagen in benachbarten Golfstaaten anzugreifen. Die Talfahrt an den Börsen beschleunigte sich daraufhin, die Ölpreise kletterten weiter nach oben.
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Trumps Ultimatum wäre diese Nacht um 0:44 deutscher Zeit ausgelaufen. Angesichts einer möglichen unkalkulierbaren Eskalation und der Aussicht auf eine sich verstärkende Energiekrise ruderte der US-Präsident zurück und kündigte an, Militärschläge gegen iranische Energieanlagen für fünf Tage auszusetzen.
Ölpreis fällt kräftig
Dies sei das Ergebnis "sehr guter und produktiver Gespräche über eine vollständige und endgültige Beilegung unserer Feindseligkeiten" so Trump. Iranischen Nachrichtenagenturen zufolge gab es allerdings weder direkte noch indirekte Gespräche zwischen beiden Ländern. Trumps Äußerungen seien Teil des Versuchs, die Energiepreise zu senken.
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Wegen der nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran bereits massiv gestiegener Öl- und Gaspreise hatte sich angedeutet, dass Trump nach einem Ausweg sucht, den Krieg zu beenden. Denn auch an den Zapfsäulen in den USA sind die Benzinpreise nach oben geschossen – vor den Midterms genannten Kongresswahlen im Herbst eine für Trumps Republikaner gefährliche Entwicklung.
Trumps Ankündigung, vorerst auf Angriffe gegen Irans Energie-Infrastruktur zu verzichten, sorgte für eine eindrucksvolle Entwicklung an den Märkten. Die Börsen drehten steil ins Plus, der Preis für Rohöl der Nordsee-Sorte Brent brach in der Spitze mehr als 14 Prozent auf 96 Dollar je Fass ein.
Ob sich im Nahen Osten tatsächlich eine Entspannung abzeichnet, ist ungewiss. Fest steht, dass ein "Taco" Trumps diesmal nicht ausreicht. Denn im Gegensatz zu seinen Zollsalven lässt sich der Krieg im Nahen Osten nicht einfach per Ankündigung beenden – auch Israel und der Iran müssen dazu sein. Die Auswirkungen auf die Energiemärkte dürften unabhängig davon noch lange zu spüren sein.

