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Australien: Psychiater dürfen Psychedelika verschreiben, erstes Land weltweit

July 02
08:06 2023

Australien ist das erste Land, in dem Psychiater Patienten mit Depressionen oder posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) bestimmte psychedelische Substanzen verschreiben dürfen.

Seit Samstag können australische Ärzte MDMA, auch bekannt als Ecstasy, zur Behandlung von PTBS verschreiben. Psilocybin, der psychoaktive Inhaltsstoff von psychedelischen Pilzen, kann Menschen mit schwer behandelbaren Depressionen verabreicht werden. Das Land setzte die beiden Drogen auf die Liste der von der Therapeutic Goods Administration zugelassenen Arzneimittel.

Wissenschaftler in Australien waren von diesem Schritt, der im Februar angekündigt wurde und am 1. Juli in Kraft trat, überrascht. Ein Wissenschaftler sagte, damit stehe Australien »an der Spitze der Forschung in diesem Bereich«.

Chris Langmead, stellvertretender Direktor des Neuromedicines Discovery Centre am Monash Institute of Pharmaceutical Sciences, sagte, dass es in den letzten 50 Jahren nur sehr wenige Fortschritte bei der Behandlung von anhaltenden psychischen Problemen gegeben habe.

Auch in den USA sind Psychedelika teilweise legal

Die wachsende Akzeptanz hat auch zwei US-Bundesstaaten dazu veranlasst, Maßnahmen für ihre Verwendung zu genehmigen: Oregon war der erste Staat, der den Konsum von Psilocybin für Erwachsene legalisiert hat, und die Wähler in Colorado haben Psilocybin im Jahr 2022 entkriminalisiert.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA stufte Psilocybin 2018 als »bahnbrechende Therapie« ein, ein Label, das die Entwicklung und Prüfung von Medikamenten zur Behandlung einer schweren Erkrankung beschleunigen soll. Dennoch hat die American Psychiatric Association die Verwendung von Psychedelika zur Behandlung nicht befürwortet und darauf hingewiesen, dass die FDA noch keine endgültige Entscheidung getroffen hat.

Medizinische Experten aus den USA, Australien und anderen Ländern haben darauf hingewiesen, dass die Wirksamkeit der Drogen und das Ausmaß der Risiken von Psychedelika, die Halluzinationen verursachen können, noch weiter erforscht werden müssen.

»Es gibt Bedenken, dass die Ergebnisse noch unzureichend sind und die Einführung in den klinischen Bereich verfrüht ist, dass inkompetente oder schlecht ausgerüstete Ärzte das Feld überschwemmen könnten und dass die Behandlung für die meisten unerschwinglich sein wird«, sagte Dr. Paul Liknaitzky, Leiter des Clinical Psychedelic Lab der Monash University.

Die Medikamente werden in Australien teuer sein – etwa 10.000 Dollar (etwa 6.100 Euro) pro Patient für die Behandlung.

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