Armin Laschet und die Kanzlerkandidatur: Die Schlacht seines Lebens
Icon: vergrößernNeuer CDU-Chef Laschet: Es werden jetzt harte Wochen
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Zwölf Monate Kampf sind vorbei, zwölf Monate Warten haben ein Ende: Armin Laschet ist neuer CDU-Vorsitzender, knapp – aber immerhin. Die erste Führungsfrage ist geklärt.
Nur ist dies eben ist kein normales Jahr, dies ist ein Superwahljahr, weshalb die Union vergleichsweise rasch entscheiden muss, wer für sie als Kanzlerkandidat antritt. Spätestens nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Mitte März, das ist die Ansage.
Das Problem: Es gibt mehrere Optionen, schon wieder. Armin Laschet, Markus Söder, womöglich sogar Jens Spahn. Wobei dessen miserables Ergebnis bei der Wahl zum Parteivize ein Zeichen dafür ist, dass das Vertrauen, das sich der Gesundheitsminister in den vergangenen Monaten parteiintern aufgebaut zu haben schien, offenbar doch noch nicht sehr ausgeprägt ist.
Zur Ausgangslage: Wenn Laschet will, kann er zugreifen. Die CDU muss auf die Kandidatur pochen, sie ist die weitaus größere der beiden Schwesterparteien. Laschets Umfragen waren zuletzt schlecht, aber sein Sieg dürfte ihn stabilisieren, die Werte dürften hochgehen, vielleicht nicht gleich in Söder'sche Sphären, aber zumindest in die Richtung. Zudem steht er für eine Fortsetzung des pragmatischen Merkel-Kurses, er hat in NRW eine Wahl gewonnen, hat einen sehr exekutiven Blick auf Politik und ist allseits anschlussfähig, von Gelb bis Rot bis Grün. Laschet, so sehen es viele, verkörpert die Mitte. Bindet er jetzt noch Norbert Röttgen und womöglich sogar Friedrich Merz ein, kann Markus Söder noch so gern Kanzler werden – die Sache läuft gegen ihn. Oder?

