Antisemitischer Vorfall: Israelischen Kindern Zutritt verweigert: Freizeitpark-Leiter wird angeklagt
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Der Justizpalast im südfranzösischen Perpignan. Die dortige Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den Leiter eines Freizeitparks erhoben.
150 Kinder und Jugendlichen werden nicht in einen Freizeitpark in Frankreich gelassen. Der Grund: sie haben israelische Pässe. Dem Leiter der Einrichtung drohen Haft und ein hohes Bußgeld.
Der Leiter eines Freizeitparks in Südfrankreich, der 150 israelischen Kindern und Jugendlichen den Zutritt verwehrt hatte, muss sich vor Gericht verantworten. Die Anklage wirft ihm "Diskriminierung aufgrund der Herkunft, der ethnischen Zugehörigkeit oder der Nationalität" vor. Wie die Staatsanwaltschaft in Perpignan am mitteilte, drohen dem Mann wegen "Diskriminierung" im Rahmen der "Verweigerung einer Ware oder Dienstleistung an einem öffentlichen Ort oder eines Zutrittsverbots" fünf Jahre Haft und ein Bußgeld in Höhe von 75.000 Euro.
Der 52-Jährige war am Donnerstag in Gewahrsam genommen worden und wurde nun nach einer Vernehmung wieder freigelassen. Er sei den Justizbehörden bislang nicht bekannt gewesen. Laut Staatsanwaltschaft sagte er aus, dass er die Gruppe nicht aus "ideologischen Erwägungen" zurückgewiesen habe, sondern aus "Sicherheitsgründen".

Panorama 22.08.25 Parkleiter festgenommen Französischer Freizeitpark lässt über hundert israelische Kinder nicht rein
Nach Angaben der Ermittler wurden die israelischen Kinder und Jugendlichen im Alter von acht bis 16 Jahren nicht in den Park eingelassen, obwohl sie "seit längerer Zeit reserviert" gehabt hätten. Die jungen Israelis, die ihren Urlaub in Spanien verbringen, seien nach dem Vorfall in drei Bussen an einen anderen Ort in Frankreich gefahren worden, erklärte die Staatsanwaltschaft. Die Gendarmerie habe für ihre Sicherheit gesorgt. Porté-Puymorens liegt nahe der Grenze zu Spanien.
Frankreichs Innenminister Bruno Retailleau sagte, er hoffe, dass die Justiz in dem Fall "sehr streng" vorgehen werde. "Wir dürfen nichts durchgehen lassen", fügte er an, antisemitische Vorfälle nähmen in Frankreich derzeit "explosionsartig zu".
Nach jüngsten Angaben des Innenministeriums in Paris wurden in Frankreich zwischen Januar und Mai insgesamt 504 antisemitische Vorfälle registriert. Dies entspricht zwar einem Rückgang von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, es sind aber mehr als doppelt so viele Vorfälle wie im Vergleichszeitraum des Jahres 2023 (plus 134 Prozent).
Quelle: ntv.de, ino/AFP