Alexander Gerst: Bild zeigt riesigen Einschlagkrater auf der Erde
Icon: vergrößernAsteroidenkrater etwa so groß wie Mannheim
Alexander Gerst/ ESA
"Unheimlich. Diese Fotos habe ich von der @SpaceStation aus gemacht", schrieb der deutsche Astronaut Alexander Gerst am 30. Juni auf Twitter. Die @Space_Station ist die Internationale Raumstation ISS, die in rund 400 Kilometern Höhe um die Erde kreist. Gerst war 2014 und 2018 mehrere Monate dort, zuletzt als Kommandant.
Zum Internationalen Asteroidentag postete er nun die Aufnahmen zweier gewaltiger Einschlagskrater in der Sahara, die er damals gemacht hat. Laut Gerst sind die Löcher in der Erde 13 und 14 Kilometer breit. "Stellt euch vor, wie oft eure Stadt in sie hineinpassen würde", schrieb er.
Ein Krater von der Größe Mannheims
Nimmt man an, dass die Löcher eine exakte Kreisform haben, sind sie gut 130 und gut 150 Quadratkilometer groß. Mannheim hat etwa hat eine Fläche von 145 Quadratkilometern.
Der größere Asteroid hätte die Stadt also mit einem Schlag vollständig auslöschen können, der kleinere nicht viel übrig gelassen. Auch Bochum, Augsburg oder die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn hätten die Geschosse dem Erdboden gleich gemacht.
Das Schreckensszenario hielt einen Twitter-Nutzer allerdings nicht davon ab, Gersts Post als Vorlage für einen Scherz zu nutzen: "Ich habe nachgeschlagen, Meteoriten landen immer in Kratern und meine Stadt ist nicht in einem. Also bin ich in Sicherheit!", schrieb er.
Eine Nutzerin war kurz davor, den Post zu liken, ließ dann aber davon ab, weil sie zu viel Sorge hatte, dass jemand das Argument tatsächlich ernst nehmen könnte.
Tatsächlich haben Gesteinsbrocken aus dem All nicht nur die Dinosaurier ausgelöscht, sondern auch schon von Menschen bewohnte Gebiete getroffen.
1500 Verletzte
In Erinnerung geblieben ist etwa der Meteor von Tscheljabinsk. Das Objekt war im All etwa 20 Meter groß und trat im Februar 2013 über der russischen Großstadt in die Erdatmosphäre ein. Dabei kam es zu einer gewaltigen Explosion – glücklicherweise in großer Höhe. Dennoch reichte die Druckwelle aus, dass Fensterscheiben zerbarsten, rund 1500 Menschen wurden verletzt – oft hatten sie Schnittwunden.
Wäre der Brocken etwas steiler auf die Erde gestürzt, hätte er die Stadt wohl zertrümmert, vermuten Experten inzwischen. Das Ergebnis machte klar, dass schon von vergleichsweise kleinen Brocken aus dem All eine große Gefahr ausgehen kann.
Ob von einem Meteoroid oder Asteroid gesprochen wird, hängt von der Größe des Objekts ab. Meteoriden sind kleiner als Asteroiden und erzeugen beim Eintritt in die Atmosphäre ein Leuchten, das als Sternschnuppe oder Feuerkugel zu erkennen ist.
Erdnahe Objekte im Visier
Das Ereignis von Tscheljabinsk richtete den Fokus der Öffentlichkeit verstärkt auf die Asteroidenabwehr.
Die Esa und die amerikanische Weltraumbehörde Nasa arbeiteten zu dem Zeitpunkt seit vielen Jahren daran, potenzielle gefährliche Objekte zu identifizieren und Abwehrsysteme zu entwickeln, die ein auf die Erde zurasendes Geschoss auf eine andere Flugbahn ablenken (mehr dazu lesen Sie hier). Zuletzt wurde das Budget der Esa unter anderem zu diesem Zweck erneut deutlich angehoben.
Um auf die Risiken durch Gesteinsbrocken im All aufmerksam zu machen, veröffentlichte auch die Esa zum Internationalen Asteroidentag die Aufnahme eines Kraters. Es zeigt den sogenannten Roten Kamm in der Namib-Wüste im Süden Namibias. Er ist vor etwa fünf Millionen Jahren entstanden, 2,5 Kilometer groß und 130 Meter tief.
"Meteoriten und Asteroiden haben die Entwicklung der Erde beeinflusst. Das zeigen die Narben durch Millionen Einschlagkrater", schreibt die Esa dazu. Experten schätzen, dass es ungefähr 40 Millionen Objekte im All gibt, die größer als zehn Meter sind und der Erde auf ihrer Bahn zu irgend einem Zeitpunkt nahe kommen werden.
Icon: Der Spiegel

