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Alexander Falk: Millionenerbe, Kartenkönig, Betrüger

July 06
05:14 2020
Angeklagter Falk (Mitte), Verteidiger Icon: vergrößern

Angeklagter Falk (Mitte), Verteidiger

Arner Dedert/ picture alliance/ dpa

Es schneit an dem Morgen, an dem ein Unbekannter dem Rechtsanwalt Wolfgang J. in den linken Oberschenkel schießt. Ohne Vorwarnung. Der Anwalt hört den Knall, sieht den Mann vor sich, die Pistole in der Hand. Er blickt auf sein Bein, da ist ein Loch in seiner Anzughose und Blut, viel Blut. Der Fremde geht fort, ruhigen Schrittes. Einmal noch dreht er sich um, als wollte er prüfen, ob alles so gelaufen ist wie geplant. Dann beschleunigt er seinen Gang. So erzählt J. es später.

Der Anwalt war auf dem Weg zu seinem Auto, er wollte in die Kanzlei fahren. Er sackt auf der Straße vor seinem Haus in Frankfurt-Harheim zusammen. Als er wenige Minuten später im Rettungswagen liegt, wählt er die Nummer der Polizei. Er hat einen Verdacht, wer hinter dem Anschlag stecken könnte. "Ich bin Rechtsanwalt, ich führe ein Verfahren gegen Alexander Falk. Das ist ein Hamburger Multimillionär, hören Sie bitte sein Telefon ab." Es ist der 8. Februar 2010.

Mehr als zehn Jahre später sitzt Alexander Falk zwischen zwei Starverteidigern in einem Gerichtssaal und hofft auf einen Freispruch. Es gibt einige Gründe für diese Hoffnung und viele dagegen. Im September 2018 kam Falk unter anderem wegen des Verdachts der Anstiftung zum Mord in Untersuchungshaft, inzwischen hat das Gericht den Anklagevorwurf auf Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung herabgestuft. Zweimal haben Falks Anwälte versucht, ihn aus dem Gefängnis zu bekommen. Vergebens.

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