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AfD: Abgeordnete anderer Parteien empört über Corona-Verstöße

December 19
14:28 2020
AfD-Fraktion im Bundestag: »Leichtfertigkeit ... großes Risiko für Mitarbeiterinnen und Abgeordnete« Icon: vergrößern

AfD-Fraktion im Bundestag: »Leichtfertigkeit … großes Risiko für Mitarbeiterinnen und Abgeordnete«

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Verstöße von AfD-Politikern gegen die Corona-Schutzmaßnahmen im Bundestag bringen Abgeordnete der anderen Fraktionen auf die Barrikaden. Das Verhalten der Rechtspopulisten »grenzt an Körperverletzung«, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Carsten Schneider, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »Es ist menschlich unanständig und stößt mich ab.«

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer (CDU), sagte, die AfD-Abgeordneten spielten »die Gefahren durch das Virus herunter und gefährden durch ihr konkretes Verhalten andere Kollegen und leider auch die Mitarbeiter im Bundestag. Das ist unverantwortlich.«

»Die Leichtfertigkeit, mit der sich die AfD im Bundestag gibt, ist ein großes Risiko für Mitarbeiter*innen und Abgeordnete«, erklärte auch die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünenfraktion, Britta Haßelmann. AfD-Abgeordnete schüttelten weiterhin Hände und trügen ihre Masken »nicht anständig«, beklagte sie. »Das ist ein inakzeptables und unverantwortliches Verhalten.«

»Es wundert mich nicht, dass sich die Fraktion der AfD im Bundestag zur Superspreader-Fraktion entwickelt«, sagte der Linkenparlamentsgeschäftsführer Jan Korte. Schließlich sei die AfD die Partei, »die gegen das Maskentragen klagt, sich mit Corona-Leugnern umgibt und diese auch noch in den Bundestag einlädt«. Es stelle sich die Frage, »welchen Anteil die AfD mit diesem verantwortungslosen, teils öffentlich zur Schau getragenen Verhalten daran hat, dass wir jetzt in den zweiten Shutdown gehen müssen«.

Laut RND gab es in der AfD-Bundestagsfraktion zuletzt die meisten Corona-Fälle; es sei derzeit von zehn die Rede. Ein infiziertes Mitglied der Fraktion habe an einer Sitzung des Untersuchungsausschusses zum Attentat auf dem Breitscheidplatz teilgenommen.

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Thomas Seitz liege mit Corona-Befund im Krankenhaus. Er war vorher mit einer löchrigen Maske im Plenarsaal aufgefallen und dafür von Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) gerügt worden.

Ostbeauftragter macht AfD für hohe Fallzahlen mitverantwortlich

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU), macht die AfD für die angespannte Pandemielage in Deutschland mitverantwortlich. »Natürlich bekommt man nicht Corona, wenn man AfD wählt«, sagte er. »Aber diese Partei leugnet Corona und fordert dazu auf, die Hygieneregeln nicht zu beachten. Das führt dann dort, wo viele AfD-Anhänger leben, leider zu verstärkter Ansteckung.«

  • Eine Analyse zur besonderen Lage Sachsens lesen Sie hier: Die sächsische Krise

  • Eine Reportage aus dem Corona-Hotspot Sachsen finden Sie hier: Wenn die Toten warten müssen

  • Die jüngsten Zahlen zur Sterblichkeit in Sachsen: 46 Prozent mehr Sterbefälle in Sachsen als normalerweise

  • Ein Bericht aus dem stark betroffenen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge: Warum Sachsen?

Dieser Effekt sei derzeit in Sachsen zu beobachten »und führt zu einer Gefährdung der Bevölkerung«, sagte Wanderwitz weiter. Sachsen weist unter den Bundesländern derzeit die mit Abstand höchste Sieben-Tage-Inzidenz auf: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag wurden dort in den vergangenen sieben Tagen knapp 415 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert.

Im am zweitstärksten betroffenen Bundesland Thüringen lag der Wert mit knapp 284 weit niedriger. Der bundesweite Durchschnitt lag bei knapp 185.

Icon: Der Spiegel

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