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Ab jetzt “totale Sicherheit”: Trump drängt US-Ölkonzerne zu Investitionen in Venezuela

January 10
08:16 2026

Politik

Ab jetzt "totale Sicherheit"Trump drängt US-Ölkonzerne zu Investitionen in Venezuela

10.01.2026, 04:11 Uhr Artikel anhören(04:59 min)00:00 / 04:59

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Ölgeschäfte in Venezuela sind laut Trump ausschließlich über die US-Regierung möglich. (Foto: IMAGO/ABACAPRESS)

Nach dem Angriff auf Venezuela will der US-Präsident das Öl des Landes schnell in Richtung USA fließen lassen. Die heimischen Ölkonzerne haben allerdings erhebliche Bedenken, sich in dem Krisenstaat zu engagieren. Nach einem Treffen verkündet Trump, man sei sich einig.

US-Präsident Donald Trump hat wenige Tage nach den Angriffen in Venezuela Führungskräfte von US-Ölkonzernen gedrängt, sich in dem südamerikanischen Land massiv zu engagieren. Nach einem Treffen mit Ölmanagern im Weißen Haus sprach er von einer Einigung. Demnach würden US-Ölkonzerne mit Hunderten Milliarden Dollar in Venezuela einsteigen. Genauer wurde er nicht.

Zu Beginn des Treffens, als die Presse noch dabei war, hatte Exxon-Chef Darren Woods gesagt, die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Venezuela machten Investitionen derzeit unmöglich. "Unsere Vermögenswerte wurden dort bereits zweimal beschlagnahmt, und Sie können sich vorstellen, dass für einen dritten Einstieg einige ziemlich bedeutende Veränderungen nötig wären", sagte er. Exxon und ConocoPhillips hatten Venezuela vor fast 20 Jahren verlassen, nachdem ihre Vermögenswerte dort verstaatlicht worden waren.

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Trump hatte zum Auftakt des Treffens mit den Führungskräften gesagt, er wolle, dass sich US-Ölkonzerne mit mindestens 100 Milliarden Dollar in dem südamerikanischen Land engagieren, um die Ölförderung anzukurbeln. "Wenn Sie nicht mitmachen wollen, sagen Sie mir einfach Bescheid, denn ich habe 25 Leute, die heute nicht hier sind, die bereit sind, Ihren Platz einzunehmen", sagte der US-Präsident. Die USA und Venezuela würden "sehr gut zusammenarbeiten", um die Öl- und Gasinfrastruktur des südamerikanischen Landes wieder aufzubauen. Zudem lobte er eine Vereinbarung mit der venezolanischen Übergangsführung über die Lieferung von 50 Millionen Barrel Rohöl an die USA.

USA sollen für Sicherheit garantieren

Laut Trump werden die USA den Konzernen Schutz für Personal und Anlagen sowie finanzielle Garantien für ihre Investitionen in Aussicht stellen. Die Unternehmen hätten jetzt "totale Sicherheit", sagte er an die Manager gerichtet. "Es ist ein ganz anderes Venezuela", fuhr er fort. Energieminister Chris Wright brachte zudem die Möglichkeit ins Spiel, die US-Export-Import-Bank zur Finanzierung großer Ölprojekte einzusetzen.

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Am Ende bat Trump die Presse, den Raum zu verlassen, und sagte, er werde mit den Managern Verhandlungen aufnehmen, um einen Deal zu erzielen. Anschließend sprach er von einem "großartigen Treffen". "Wir haben sozusagen eine Vereinbarung getroffen. Sie werden Hunderte von Milliarden Dollar investieren und Öl fördern – das ist gut für Venezuela und großartig für die Vereinigten Staaten. Es wird viel Geld verdient werden." Wie genau der Deal mit den Ölmanagern aussehen soll, erläuterte Trump allerdings nicht.

Riskanter Abtransport von Rohöl

Während die Branchenriesen skeptisch sind, hätten sich bei dem Treffen anwesende kleinere, unabhängige Unternehmen bereit gezeigt, in dem Land zu investieren, berichtet Reuters. Zudem hätten die großen Rohstoff-Handelshäuser Trafigura und Vitol auf Anfrage der US-Regierung bereits zugestimmt, bei der Vermarktung des venezolanischen Öls zu helfen. Trafigura werde sein erstes Schiff bereits in der kommenden Woche beladen, sagte Firmenchef Richard Holtum demnach bei dem Treffen zu Trump.

Insidern zufolge löste die Ankündigung umgehend hektische Bemühungen aus, Tanker zu finden und den sicheren Abtransport des Rohöls zu organisieren. Venezuela hat Öl in alten, schlecht gewarteten Tankern gelagert. Ein direkter Kontakt mit diesen Schiffen ist aus Haftungs- und Versicherungsgründen selbst mit US-Lizenzen problematisch. Auch die Lagertanks an Land seien seit Jahren nicht gewartet worden. Reedereien erwägten nun, ihre Operationen für Schiff-zu-Schiff-Umladungen auszuweiten, heißt es.

Venezuela verfügt mit schätzungsweise 303 Milliarden Barrel (je 159 Liter) über die größten Ölreserven der Welt. Es handelt sich dabei vor allem um Schweröl, das nur mit spezieller Technik raffiniert werden kann – mehrere Raffinerien an der US-Golfküste sind darauf spezialisiert. Trotz der enormen Reserven ist Venezuelas Ölindustrie marode. Der Wiederaufbau dürfte laut Experten Jahre dauern und Investitionen in Milliardenhöhe erfordern.

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