1:4-Niederlage gegen Japan: Deutschland erlebt das nächste Debakel
Die deutsche Fußballnationalmannschaft hat ihr drittes Testspiel in Folge verloren. In Wolfsburg unterlag die DFB-Auswahl 1:4 (1:2) Japan, das bereits beim WM-Aus in Katar gegen die Deutschen gewonnen hatte.
Das einzige deutsche Tor erzielte Leroy Sané (19. Minute), für Japan trafen Junya Ito (11.), Ayase Ueda (22.), Takuma Asano (90.) und Ao Tanaka (90.+2). Die DFB-Krise hält an: Im Jahr 2023 steht das Team bei einem Sieg in sechs Freundschaftsspielen, und das gegen mittelklassige Gegner. Am Dienstag (21 Uhr/ TV: RTL) treten die Deutschen gegen den WM-Finalisten Frankreich an.
Nur bis zur elften Minute dauerte es, bis Nico Schlotterbeck auf dem linken Flügel ein Duell mit Yukinara Sugawara verlor. Dessen scharfe Hereingabe erwischte Ito am ersten Pfosten, Antonio Rüdiger fälschte ins kurze Eck ab.
Schlotterbeck spielte als linker Part einer Viererkette. Nicht die einzige Änderung, die Bundestrainer Hansi Flick vornahm: Joshua Kimmich, vor der Partie als Kapitän abgesetzt und sonst im zentralen Mittelfeld tätig, lief als Rechtsverteidiger auf. Nach Belieben durfte der Bayern-Profi aber ins Zentrum rücken, um beim Spielaufbau zu helfen.
Aus einem dieser Momente entstand der Ausgleich. Kimmich bediente seinen Nachfolger im Kapitänsamt, İlkay Gündoğan. Der Champions-League-Sieger verlagerte zu Florian Wirtz, der Sané auf der rechten Seite das 1:1 auflegte (19.)
Sanés Dribblings verpuffen, Schlotterbeck wackelt
Die Freude war von kurzer Dauer, denn erneut kamen die Japaner mit einem hohen Diagonalball auf Schlotterbecks linke Seite. Wieder Sugawara spielte in den deutschen Strafraum. Ito verpasste zunächst, Ayase Ueda reagierte aber gut und traf in die rechte Ecke (22.).
Der deutschen Mannschaft fehlten die Ideen. Wenn es mal gefährlich wurde, dann weil Sané sich auf dem Flügel durchsetzte. Seine Hereingaben (30. und 43.) konnten die Mitspieler aber nicht nutzen.
Stattdessen wäre beinahe noch vor der Pause das 1:3 gefallen, weil Schlotterbeck einen unsauberen Pass zu Rüdiger spielte. Ueda stieß dazwischen und lief frei auf das deutsche Tor zu, Marc-André ter Stegen zeigte aber eine starke Parade (41.). Mit Pfiffen von den deutschen Fans ging es in die Halbzeit.
Deutschlands Defensive zerfällt
Gleich nach Wiederanpfiff wurden die Japaner durch Ueda, Daichi Kamada und Hidemasa Morita (48., 55. und 58.) erneut gefährlich, ehe Trainer Hajime Moriyasu mit zwei Wechseln auf eine Fünferkette umstellte.
Gegen diese Dichte in der japanischen Verteidigung fand Deutschland keine Mittel. Der Ball lief meist bloß um den Strafraum herum, ohne dass Chancen entstanden. Und wenn doch, dann für Japan.
In der 90. Minute kamen die Japaner zu einem freien Konter über Takefusa Kubo und Asano, der auf 3:1 für die Gäste erhöhte. Und es war noch nicht vorbei: Erneut Kubo schlug in der Nachspielzeit eine Flanke, bei der Tanaka völlig freistand und den Endstand köpfte.

