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Corona-News am Sonntag: Südafrika verkauft eine Million AstraZeneca-Impfdosen

March 22
01:27 2021
Dieser Patient wird in Südafrikas Hauptstadt Pretoria in einer provisorischen Notaufnahme behandelt Icon: vergrößern

Dieser Patient wird in Südafrikas Hauptstadt Pretoria in einer provisorischen Notaufnahme behandelt

Foto: Themba Hadebe / AP

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EU-Kommissar: Herdenimmunität in der EU bis Mitte Juli möglich

21.44 Uhr: In der EU kann nach Überzeugung von Binnenmarktkommissar Thierry Breton bis Mitte Juli eine Herdenimmunität gegen das Coronavirus erreicht werden. »Die Impfstoffe kommen, sie werden da sein«, versicherte Breton gegenüber dem französischen Fernsehsender TF1. Zwischen März und Juni werde die EU zwischen 300 und 350 Millionen Impfdosen an die Mitgliedstaaten liefern.

Der Binnenmarktkommissar stellte ein ständig wachsendes Volumen der Lieferungen von 60 Millionen Dosen im März auf 100 Millionen im April und 120 Millionen im Mai in Aussicht. Inzwischen werde in 55 Werken in Europa Corona-Impfstoff hergestellt.

Serbien schließt Gaststätten

20.52 Uhr: Angesichts eines deutlichen Anstiegs der Corona-Zahlen müssen in Serbien ab Montag alle Gaststätten und Einkaufszentren schließen. Das verfügte der Krisenstab der Regierung in Belgrad am Sonntagabend. Nur noch Hotelgäste dürfen in den Restaurants ihrer Herbergen bewirtet werden. Lebensmittelläden und Kultureinrichtungen dürfen bis 21.00 Uhr geöffnet bleiben, unter Einhaltung von Abstandsregeln und mit Begrenzung der Besucherzahl. Ähnliches gilt für Fitnessclubs.

Ähnliche Einschränkungen hatten in Serbien bisher nur an Wochenenden gegolten. Nach einer abrupten Talfahrt im Februar schnellte die Corona-Inzidenz im März wieder in die Höhe. Am Sonntag lag sie bei 512,1 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen.

Tausende feiern trotz Corona-Auflagen Karneval in Marseille

20.25 Uhr: Ungeachtet aller Corona-Auflagen haben tausende Menschen am Sonntag in Marseille Karneval gefeiert. Bei einem nicht genehmigten Karnevalsumzug zogen nach Polizeischätzungen rund 6500 Feiernde ohne Mund-Nasen-Bedeckung und dicht gedrängt durch die Straßen der südfranzösischen Hafenstadt.

Ein Polizeisprecher sprach von einem unverantwortlichen Verhalten. Verstöße gegen die Schutzmaskenpflicht würden geahndet.

Unterdessen meldeten die französischen Gesundheitsbehörden eine wachsende Belastung der Intensivstationen. Dort wurden am Sonntag mehr als 2200 Covid-19-Patienten behandelt, die höchste Zahl seit Ende November.

In weiten Teilen Frankreichs war am Samstag ein dritter Lockdown in Kraft getreten. Fast alle Geschäfte des nicht täglichen Bedarfs müssen dort für vier Wochen schließen. Auch die Bewegungsfreiheit wird eingeschränkt.

Algarve gilt nicht mehr Risikogebiet

19.25 Uhr: Ein weiteres beliebtes Reiseziel wurde von der Bundesregierung von der Liste der Corona-Risikogebiete gestrichen: die Algarve. Quarantäne und Testpflicht fallen für Urlauber weg. Aber: Die Hotels an der Algarve sind noch geschlossen.

Müller und Söder für Test- oder Quarantänepflicht für Reisende

18.38 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) haben am Tag vor dem Bund-Länder-Gipfel eine Test- und Quarantänepflicht für Auslandsreisen ins Gespräch gebracht. »Ich glaube so ein ungeschützter Reiseverkehr geht nicht«, sagt Müller, der derzeit auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist, in der ARD mit Blick auf das Osterreisen. Es sei für die Menschen unverständlich, dass in Deutschland nicht gereist werden solle, aber nach Mallorca dies möglich sei. Zudem müsse man im Kampf gegen die Pandemie nicht nur an Schließung von Schulen denken, sondern auch über regelmäßige Pflichttests für Arbeitnehmer in Firmen nachdenken. Söder sagt, es müsse dringend »eine Testpflicht und Quarantäne für Mallorca geben«.

Großbritannien stellt neuen Impfrekord auf

18.37 Uhr: In Großbritannien wurden am Samstag 844.285 Menschen gegen das Coronavirus geimpft – das ist ein neuer Rekord. Fast 28 Millionen Briten haben nun mindestens ihre erste Impfdosis erhalten, das entspricht mehr als der Hälfte der erwachsenen Bevölkerung. 2,2 Millionen Briten wurden schon zweimal geimpft. Großbritannien ist damit weiterhin Impf-Europameister. Die Regierung hat schon einen »Summer of Fun« in Aussicht gestellt: Kommt nichts Gravierendes mehr dazwischen, werden die Briten ab Mitte Mai wieder reisen können und ab 21. Juni, pünktlich zur Sommersonnenwende, ihr altes Leben zurückbekommen.

Corona-Demonstrationen in Amsterdam mit Wasserwerfern aufgelöst

18.02 Uhr: In Amsterdam ist die Polizei am Wochenende mit Wasserwerfern gegen Hunderte Teilnehmer nicht genehmigter Kundgebungen gegen die staatlichen Corona-Beschränkungen vorgegangen. Fast 60 Menschen wurden allein am Samstag festgenommen, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP. Am Sonntag kamen wie schon am Vortag trotz Verbots zahlreiche Demonstranten auf dem zentralen Platz vor dem Reichsmuseum zusammen – und wurden kurz darauf von der Polizei abgedrängt. Die Stadtverwaltung von Amsterdam begründete das Vorgehen der Polizei damit, dass die Kundgebungsteilnehmer Abstandsregeln missachtet und Beamte beschimpft hätten.

Flensburg muss wegen Infektionslage Bombenentschärfung absagen

17.53 Uhr: Die Stadt Flensburg sagt wegen erneut steigender Zahlen eine für kommenden Samstag geplante Bombenentschärfung ab. Dies sei in Abstimmung mit dem Kampfmittelräumdienst so entschieden worden, teilt die Stadt mit. Nach zwischenzeitlichem Rückgang näherte sich Flensburg am Wochenende wieder der kritischen Marke von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. »Bei der Entscheidung haben wir neben der Inzidenzzahl auch die Zahl der Mutationen sowie die Situation in den Krankenhäusern im Blick, mit denen wir uns eng abstimmen«, erläutert Oberbürgermeisterin Simone Lange. »Alle drei Werte zeigen, dass eine Bombenentschärfung, bei der viele Menschen gemeinsam in Notunterkünften ausharren müssten, in der aktuellen Entwicklung, die sich über das Wochenende leider verschärft hat, nicht zu verantworten ist.«

Indien: Höchste Zahl an Neuinfektionen seit November

17.00 Uhr: In Indien hat das Gesundheitsministerium 43.846 bestätigte Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet – so viele wie seit Mitte November nicht mehr. In mehreren Teilen des Landes traten neue Beschränkungen in Kraft. Mehr als die Hälfte der Neuinfektionen wurden im Bundesstaat Maharashtra registriert, in dem auch die Finanzmetropole Mumbai liegt. In einigen Bezirken gilt dort ein Lockdown bis Ende des Monats. In Mumbai selbst soll es an belebten Orten verpflichtende Tests geben. Laut dem Ministerium meldeten auch sieben andere indische Bundesstaaten eine Erhöhung der Infektionszahlen gegenüber der vergangenen Woche, teilweise seien deshalb wieder Restaurants und Schulen geschlossen worden.

90 Infektionen in Baptistengemeinde – über 1000 Menschen in Quarantäne

16.21 Uhr: In einer Baptistengemeinde in Lage im Kreis Lippe (NRW) hat es binnen kurzer Zeit etwa 90 bestätigte Coronafälle gegeben. Alle 1100 Gemeindemitglieder sollten getestet werden und befinden sich in Quarantäne, wie der Kreis in Detmold mitteilte. Die große Zahl an Neuinfektionen sei bis zum Wochenende festgestellt worden. Ob die Coronainfektionen bei Präsenzgottesdiensten oder im Familienverbund entstanden seien, lasse sich noch nicht mit Sicherheit sagen.

Der Corona-Ausbruch ist der Hauptgrund für den sprunghaften Anstieg der Coronainzidenz in Lippe um etwa 20 auf 160 binnen eines Tages. 800 der 1100 Tests stehen noch aus. Es werde davon ausgegangen, dass die Zahl der Neuinfektionen in der Evangeliums-Christen Baptistengemeinde noch deutlich steigen werde.

Küstenländer wollen Osterurlaub ermöglichen

16.21 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen werben für einen kontaktarmen Osterurlaub im jeweils eigenen Bundesland. Dort solle Urlaub in Einrichtungen mit Selbstversorgung und eigenen sanitären Anlagen möglich sein, heißt es in einer Mitteilung – etwa in einer Ferienwohnung, einem Ferienhaus, einem Campingwagen oder einem Wohnmobil. Für die angrenzenden Stadtstaaten seien gesonderte Regelungen zu treffen.

Voraussetzung für einen solchen Urlaubsaufenthalt im eigenen Land ist den drei Ländern zufolge ein negativer PoC-Antigentest kurz vor der Anreise. Weitere Bedingungen wie Hygienekonzepte und Kapazitätsbeschränkungen seien auf Landesebene zu treffen. Die Küstenländer wollen ihren Vorschlag am Montag bei den Bund-Länder-Beratungen zur Coronakrise einbringen.

Europäische Städte planen Schweigeminute

16.02 Uhr: In vielen Städten Europas soll es am Mittwoch eine gemeinsame Schweigeminute für die Corona-Opfer geben. Das kündigte der Verband Eurocities an, in dem rund 200 Städte aus knapp 40 Ländern zusammengeschlossen sind. »Europa braucht einen gemeinsamen Augenblick des Gedenkens«, erläuterte der Präsident des Verbandes, Dario Nardella, der Bürgermeister der italienischen Stadt Florenz ist. Dazu soll am 24. März um zwölf Uhr mittags eine Minute lang geschwiegen werden.

Aus Deutschland sind in dem Verband unter anderem Berlin, Dresden, Düsseldorf, Essen, Hamburg, München und Stuttgart dabei. Nardella sagte, es gehe darum, die Toten zu betrauern und an die Menschen zu denken, die unter den Folgen der Pandemie litten. Wie ein Sprecher erläuterte, wollen die Bürgermeister mit der Schweigeminute auch unterstreichen, dass die Pandemie eine grenzüberschreitende Krise ausgelöst habe. Dazu soll es auf YouTube auch einen Livestream geben.

Lehrerverbandschef befürchtet wieder Schulschließungen

15.49 Uhr: Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meidinger befürchtet, dass wegen fehlender Coronatests und Impfungen von Lehrern Schulen bald wieder in den Distanzunterricht zurückkehren müssten. »Es gibt nur eine Möglichkeit, die Schulen auch in einer dritten Welle zu einigermaßen sicheren Orten zu machen: indem man die Lehrer impft und gleichzeitig mindestens zweimal in der Woche einen Schnelltest für alle Lehrer und Schüler durchführt«, sagte Meidinger der »Bild am Sonntag«. Bei beidem würde es massiv haken. »Ich glaube deshalb nicht, dass wir die Schulen in der dritten Welle offen lassen können«, sagte Meidinger.

Seit Beginn der Pandemie seien 500 bis 600 Stunden Unterricht weggefallen, beklagte der Lehrerverbandschef. Selbst der beste Distanzunterricht habe nicht dieselbe Qualität wie Präsenzunterricht. »Langsam stellt sich die Frage, was dieses Schuljahr noch wert ist«, sagte Meidinger. Alle Schüler hätten Lücken aufgebaut. Bei 20 Prozent seien sie so groß, dass sie gar nicht mehr begleitend aufgeholt werden könnten.

Madagaskar setzt im Kampf gegen Corona auf Naturheilmittel statt auf Impfungen

15.21 Uhr: Madagaskars Präsident Andry Rajoelina setzt im Kampf gegen die Coronapandemie statt auf Impfstoffe lieber auf Naturheilmittel, die auf der Insel im Indischen Ozean hergestellt werden. »Ich bin noch nicht geimpft und ich habe nicht vor, mich impfen zu lassen«, sagte Rajoelina in einer Fernsehansprache. Mit einem einheimischen Heiltee, der aus Artemisia-Pflanzen gewonnen werde, wolle er sich selbst und seine Familie schützen.

Die madagassische Regierung hatte im vergangenen Jahr einen Kräutertrunk auf Basis von Beifuß präsentiert, der angeblich vorbeugend und heilend gegen das Coronavirus wirken soll. An der Wirksamkeit des Gebräus namens »Covid Organics« bestehen jedoch erhebliche Zweifel, eine Heilkraft wurde durch keinerlei wissenschaftliche Studie belegt.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte die Regierung für ihre Haltung. Während andere Länder auf von der Weltgesundheitsorganisation WHO zugelassene Impfstoffe setzten, empfehle die madagassische Regierung eine von ihr als »Zauber-Heilmittel« beworbene Behandlung auf Pflanzenbasis. Damit werde der Bevölkerung eine angemessene medizinische Versorgung vorenthalten.

Rajoelina räumte ein, dass sich in Madagaskar eine zweite Corona-Welle breitmacht, die auf die Auswirkungen der südafrikanischen Coronamutante zurückzuführen sei. Im Februar wurden knapp 2500 Infektionen und 45 Todesfälle registriert. Diese Zahlen seien jedoch »nicht beunruhigend«, sagte der Präsident. Innerhalb eines Jahres wurden in Madagaskar mehr als 22.000 Corona-Infektionen und 340 Todesfälle festgestellt.

SPD-Chefin Esken: Noch mal Schritt zurück in den Lockdown

15.09 Uhr: Angesichts deutlich steigender Corona-Infektionszahlen fordert SPD-Chefin Saskia Esken, die staatlichen Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie wieder zu verschärfen. »Bei allem Verständnis für unsere Frühlingsgefühle und für die Nöte in der Kultur, in Handel, Gastro und Tourismus: Solange Testen und Impfen nicht greifen, müssen wir die geplanten Öffnungen verschieben und noch mal einen Schritt zurückgehen in den Lockdown«, schrieb sie am Sonntag auf Twitter.

Vor erneuten Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten an diesem Montag hatten auch andere Politiker und Mediziner vor einer Zuspitzung der Lage gewarnt. Kurz nach den ersten Öffnungsschritten kommt deshalb zusehends die von Bund und Ländern vereinbarte »Notbremse« in den Blick – also die Rücknahme von Lockerungen, wenn sich in Regionen zu viele Menschen anstecken. Diskutiert werden aber auch Möglichkeiten für einen Osterurlaub zumindest im eigenen Bundesland und der Kurs bei den Schulen.

Corona-Impfkampagne in Palästinensergebieten läuft

15.06 Uhr: In den Palästinensergebieten ist die Impfkampagne gegen das Coronavirus angelaufen. Im Westjordanland begann am Sonntag die Impfung älterer Menschen sowie chronisch Kranker. Am Samstag hatte sich bereits Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (85) impfen lassen. Ministerpräsident Mohammed Schtaje betonte, der Impfstoff solle auf faire und transparente Weise verteilt werden. Im Westjordanland war am Mittwoch die erste Lieferung von Impfstoffen über die internationale Covax-Initiative eingetroffen, die ärmeren Ländern im Kampf gegen die Pandemie helfen soll. Die Lieferung umfasst mehr als 62.000 Dosen der Impfstoffe von Biontech/Pfizer und AstraZeneca.

Auch im Gazastreifen, wo die islamistische Hamas herrscht, läuft eine Impfkampagne. Das Gesundheitsministerium in Gaza teilte am Sonntag mit, es seien bereits 11.000 Menschen geimpft worden. Insgesamt stehen dort 60.000 Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik zur Verfügung, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten gespendet wurden.

Großbritannien warnt EU vor AstraZeneca-Exportstopp

14.46 Uhr: Die britische Regierung hat die EU vor einem Exportverbot für den Corona-Impfstoff von AstraZeneca gewarnt. Ein Ausfuhrverbot für in der EU produziertes Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers wäre »kontraproduktiv«, da die Produktion von Impfstoffen nur über Zusammenarbeit gelinge, sagte Verteidigungsminister Ben Wallace dem Sender Sky News.

Wallace warnte Brüssel in diesem Zusammenhang auch vor einem weltweiten Imageverlust. »Wenn Verträge und Verpflichtungen gebrochen werden, dann ist dies eine sehr schädliche Sache für einen Handelsblock, der stolz ist auf Rechtsstaatlichkeit«, sagte Wallace. Ein Exportstopp für Impfstoffe würde die Möglichkeiten für die europäische Impfkampagne schmälern, zudem seien andere Staaten weltweit von Einschränkungen betroffen. Dies würde einen »Reputationsschaden« der EU nach sich ziehen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte zuvor AstraZeneca mit einem Exportverbot gedroht, sollte der Pharmakonzern nicht zuerst seine vertraglichen Lieferpflichten gegenüber der EU erfüllen.

Lauterbach fordert harten Lockdown für drei bis vier Wochen

12.31 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen eine Rücknahme der jüngsten Lockerungsschritte und schärfere Maßnahmen, als sie bis Anfang März gegolten hatten. »Wir brauchen eigentlich einen härteren Lockdown, als wir ihn bis Anfang März hatten – und zwar jetzt bis Mitte April«, sagte Lauterbach am Sonntag im »Welt«–Interview vor den Bund-Länder-Beratungen am Montag. Es gehe darum, die Zeit zu überbrücken, bis die Impfungen an Tempo aufnähmen und flächendeckend in allen Schulen und Betrieben Schnelltests zur Verfügung stünden.

Lauterbach warnte eindringlich vor den Folgen der Ausbreitung der Virus-Variante B.1.1.7. Diese sei ansteckender und tödlicher. Daher steckten sich auch Kinder leichter an, und 70-Jährige würden fast so häufig wie früher 80-Jährige sterben. »Alle Länder, die die Mutation B.1.1.7 in den Griff bekommen haben, brauchten dazu einen härteren Lockdown, als wir ihn derzeit haben. Niemand kam dabei ohne Ausgangssperren aus«, sagte Lauterbach.

Bund will Test- und Quarantänepflicht für alle Reisenden

12.26 Uhr: Die Bundesregierung will einem Konzeptpapier zufolge eine Test- und Quarantänepflicht für alle Auslandsreisenden und damit auch für Mallorca-Urlauber einführen. »Reisen, insbesondere Urlaubsreisen ins Ausland müssen daher unabhängig von Inzidenzen im Zielland mit einer epidemiologisch gebotenen Quarantäne und einer Testpflicht vor Rückreise und bei Einreise in die Bundesrepublik Deutschland verbunden sein«, heißt es in dem Entwurf des Bundes für die Konferenz mit den Ländern am Montag, der Reuters vorliegt.

Israel lockert Einreisebeschränkungen an Flughafen Ben Gurion

11.59 Uhr: An Israels internationalem Flughafen Ben Gurion sind die Corona-Beschränkungen auf Beschluss des Obersten Gerichts gelockert worden. Die zwischenzeitlich geltende Obergrenze von 3000 Einreisen pro Tag wurde in der Nacht zum Sonntag aufgehoben. Israels höchstes Gericht hatte die Regel als Verstoß gegen Grundrechte eingestuft und ihre Abschaffung angeordnet. Israel wählt am Dienstag ein neues Parlament. Viele Wahlberechtigte, die im Ausland leben, haben sich auf die Heimreise gemacht, um ihre Stimme abgeben zu können. In Israel gibt es keine Briefwahl.

Niedersachsens Ministerpräsident plädiert für Mallorca-Reisewarnung

11.37 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil plädiert dafür, für Mallorca wieder eine Reisewarnung auszusprechen. »Die Aufhebung der Reisewarnung für Mallorca durch die Bundesregierung war ein schwerer Fehler«, zitiert das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) den SPD-Politiker. »Das Beste wäre es, die Bundesregierung würde ihre Entscheidung revidieren.« Wenn sie dazu nicht bereit sei, müsse über eine strenge und mehrfache Testpflicht bei der Wiedereinreise oder eine Quarantänezeit gesprochen werden.

»Noch mag das Infektionsgeschehen auf Mallorca unkritisch sein, aber wenn über Ostern Menschen aus ganz Europa auf der Insel zusammenkommen, haben wir sofort wieder einen neuen Hotspot.« Zudem könne er »niemandem erklären, warum er mit seiner Familie kein Ferienhaus in der Lüneburger Heide buchen darf, aber sehr wohl den Flieger nach Mallorca«. Mindestens müsse es auch in Deutschland die Möglichkeit zu kontaktlosem Urlaub in Ferienwohnung oder Ferienhäusern geben.

China beschleunigt Impfkampagne

11.33 Uhr: In China wird abhängig von der Impfkampagne und der Coronalage in einzelnen Ländern eine flexiblere Handhabung bei der Erteilung von Visa und der Kontrolle von Einreisenden erwogen. »Derzeit machen wir für geimpfte Personen keine Ausnahmen beim Testen und bei Isolationsmaßnahmen«, sagt der Vizedirektor des Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention, Feng Zijian, auf einer Pressekonferenz. China könnte aber Visa-Hürden senken, sobald in der eigenen Bevölkerung ein hohes »Immunitätsniveau« erreicht sei.

Die Entwicklungen rund um einen internationalen Impfpass werde man verfolgen. China beschleunigt nach Angaben des Sprechers der Gesundheitskommission, Mi Feng, derzeit seine Impfkampagne. Bis Samstag seien knapp 75 Millionen Corona-Impfdosen verabreicht worden. Das Land beabsichtigt, bis Mitte des Jahres 40 Prozent der 1,4 Milliarden Einwohner geimpft zu haben.

Bayerns Gesundheitsminister: »Wir brauchen weiter Geduld«

11.19 Uhr: Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen ruft Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek dazu auf, die Kontakte auf das Nötigste zu beschränken. »Wir brauchen weiter Geduld, um Corona einzudämmen. Dazu gehört, die Abstands- und Maskenregeln einzuhalten«, betont der CSU-Politiker gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. »Es war richtig zu entscheiden, dass es am morgigen Montag keine weiteren Öffnungsschritte in Bayern gibt.

Denn der Schutz vor weiteren Infektionen muss Vorrang haben«, erklärt Holetschek, der derzeit auch der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz ist. Eigentlich waren in Bayern für kommende Woche weitere Öffnungen geplant. Doch wegen der hohen Infektionszahlen müssen Biergärten, Kinos und Theater bayernweit geschlossen bleiben, hatte das Gesundheitsministerium mitgeteilt.

Vorerst keine Impfstoffspenden der EU an ärmere Länder

10.29 Uhr: Die EU wird nach Angaben von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorerst keine Impfstoffspenden für ärmere Länder zur Verfügung stellen. Die EU unterstütze bereits finanziell die internationale Covax-Initiative, die ärmeren Ländern Zugang zum Impfstoff gegen Covid-19 ermöglicht, mit 2,2 Milliarden Euro, sagte von der Leyen den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

»Einen zusätzlichen Mechanismus der EU, mit dem wir als Union Impfstoff mit anderen Ländern teilen, werden wir aber erst starten, wenn wir eine bessere Produktionslage in der EU haben«, betonte die Kommissionspräsidentin. »Jetzt gibt es erst mal einen ziemlichen Druck in den Mitgliedstaaten, selbst Impfstoff zu bekommen.«

Impfgegnerin in Israel darf nicht mehr zur Arbeit an Schule

10.18 Uhr: In Israel können Angestellte, die eine Coronaimpfung oder regelmäßige Tests verweigern, an der Rückkehr zum Arbeitsplatz gehindert werden. Dies entschied ein Arbeitsgericht in Tel Aviv. In dem konkreten Fall hatte eine Hilfslehrerin, die an einer Grundschule beschäftigt ist, sowohl Impfung als auch Tests verweigert und gegen ihren Arbeitgeber geklagt.

Das Gericht wies die Klage mit der Begründung zurück, das Recht der Hilfslehrerin sei nicht stärker als das »Recht der Schüler, Eltern und der Lehrerschaft auf Leben«. Zugleich rief es den Gesetzgeber auf, bei diesem Thema Klarheit zu schaffen. Es gibt bereits eine Reihe israelischer Unternehmen, die Sanktionen gegen Mitarbeiter verhängt haben, die sich nicht impfen lassen wollen.

Polnische Grenzpendler fordern finanzielle Hilfe

09.52 Uhr: Nachdem die Bundesregierung Polen zum Hochinzidenzgebiet erklärt hat, fordern Pendler aus dem Nachbarland finanzielle Hilfe zur Abdeckung der Testkosten. »Die deutsche Seite sollte eine Lösung finden, bei der die betroffenen Personen für die Tests nichts bezahlen müssen«, sagte Bartosz Marosz von der Bürgerinitiative »Freie Grenzen – Wolne Granice«. Die neue Verpflichtung zu häufigen Tests bedeute eine zusätzliche finanzielle Belastung für Berufspendler.

Die Einreise aus dem an Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen grenzenden Land ist derzeit nur noch mit einem negativen Coronatest erlaubt. Der Test darf frühestens 48 Stunden vor Einreise vorgenommen worden sein. Mecklenburg-Vorpommern hat seit Mitte März Testzentren an den Grenzübergängen in Linken und Ahlbeck eingerichtet. Die Gebühr für einen Coronatest beträgt dort für Berufspendler zehn Euro, für alle anderen 20 Euro.

Indien meldet so viele Neuinfektionen wie seit Monaten nicht mehr

09.20 Uhr: Indien meldet den stärksten Anstieg bei den Neuinfektionen seit vier Monaten. Binnen einem Tag seien 43.846 Coronafälle bestätigt worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. 197 weitere Menschen seien gestorben. Das ist der höchste Wert seit mehr als zwei Monaten. Indien gehört neben den USA und Brasilien zu den von der Pandemie am meisten betroffenen Ländern.

EU-Gipfel wegen steigender Coronazahlen nur online

09.10 Uhr: Wegen stark steigender Coronazahlen in vielen EU-Ländern wird der Gipfel der Staats- und Regierungschefs am Donnerstag und Freitag nicht wie geplant in Brüssel stattfinden, sondern nur als Videokonferenz. Dies habe EU-Ratschef Charles Michel entschieden, teilte dessen Sprecher am Sonntag auf Twitter mit. Es ist der erste reguläre EU-Gipfel seit Mitte 2020, der nicht vor Ort stattfinden kann. Üblicherweise treffen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Kollegen alle drei Monate. Dazwischen gab es zuletzt zusätzlich Videokonferenzen, um einen gemeinsamen Kurs in der Coronakrise zu finden.

Die Pandemie steht auch für den jetzt geplanten März-Gipfel ganz oben auf der Tagesordnung. Ziel ist vor allem eine Beschleunigung der Impfkampagne. Darüber hinaus soll es unter anderem um die schwierigen Themen der künftigen Beziehungen zu Russland und zur Türkei gehen.

Miami Beach verhängt Ausgangssperre wegen »Spring Break«-Feiern

08.21 Uhr: Wegen der vielen »Spring Break«-Feiernden hat die Stadt Miami Beach eine Ausgangssperre verhängt. Sie gelte für die kommenden drei Tage ab 20.00 Uhr in den wichtigsten touristischen Vierteln der Stadt, teilten die Behörden mit. Auch Restaurants müssen demnach um 20.00 Uhr schließen. Zudem werden die drei Brücken zum Festland ab 22.00 Uhr gesperrt. Nur Anwohner, Pendler und Hotelgäste dürfen sie dann noch nutzen.

In den vergangenen Tagen waren Studierende in Scharen nach Miami im US-Bundesstaat Florida gekommen, um die Semesterferien (»Spring Break«) trotz der Coronapandemie mit wilden Partys zu feiern. Miami ist seit Langem ein beliebtes Ziel von Partygängern. In diesem Jahr waren es jedoch nach Angaben von Bürgermeister Dan Gelber deutlich mehr Feiernde als in den Vorjahren. »Ich denke, es liegt zum Teil daran, dass es nur sehr wenige Orte im Land gibt, die geöffnet sind«, sagte Gelber.

Rio de Janeiro sperrt berühmte Strände

08.10 Uhr: Wegen der dramatischen Entwicklung der Coronapandemie in Brasilien sind die weltberühmten Strände der Millionenmetropole Rio de Janeiro für Badegäste gesperrt worden. Vor den Stränden von Copacabana, Ipanema und Barra da Tijuca bezogen am Samstag Polizisten Stellung, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete.

Brasilien ist nach den USA das von der Pandemie am stärksten betroffene Land der Welt. Im größten Staat Lateinamerikas wurden zuletzt über 90.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb von 24 Stunden vermeldet, pro Tag sterben rund 3000 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19.

Städtetag fordert bessere Schnellteststrategie

07.45 Uhr: Vor den nächsten Bund-Länder-Beratungen zur Coronapandemie hat der Deutsche Städte- und Gemeindebund eine systematische Verstärkung der Schnellteststrategie und einen Bürokratieabbau gefordert. »Wir müssen alles unternehmen, dass möglichst schnell alle Bürgerinnen und Bürger mindestens zweimal pro Woche sich einem Schnelltest unterziehen können«, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der Zeitung »Welt am Sonntag«. Die Sieben-Tage-Inzidenz dürfe nicht der »einzige Maßstab« für mögliche Lockerungen sein.

Landsberg warb für »verständliche und nachvollziehbare Leitplanken« für Einschränkungen. »Dabei sollte klargestellt werden, dass der Inzidenzwert nicht der einzige Maßstab ist, sondern auch zusätzliche Aspekte wie etwa die Belastung der Krankenhäuser in der Region oder klar eingrenzbare Hotspots berücksichtigt werden können.«

Forschungsministerin Anja Karliczek fordert europäische Gesundheitsbehörde

4.05 Uhr: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek spricht sich für die Schaffung einer neuen starken europäischen Institution aus, die sich ganz massiv der Vorsorge gegen Pandemien und andere Gesundheitsnotfälle annehmen soll. »Wir brauchen insgesamt einen umfassenderen gesundheitlichen Katastrophenschutz«, sagte Karliczek in einem Interview mit der »Welt am Sonntag« laut Vorabbericht. Die Amerikaner profitierten davon, dass sie umfangreiche Produktionsstätten in ihrem eigenen Land hätten. In Europa sollten Anreize für den Aufbau von Produktionsstätten geschaffen und Produktionsnetzwerke unter Unternehmen geknüpft werden.

Lehrerverbandspräsident rechnet mit Rückkehr zum Distanzunterricht

02.45 Uhr: Die Schulen werden nach Ansicht von Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meininger bald wieder in den Distanzunterricht zurückkehren müssen. Es gebe zu wenige Tests und die Lehrerimpfungen kämen nicht voran, sagte Meininger laut einem Vorabbericht der »Bild am Sonntag«: »Es gibt nur eine Möglichkeit, die Schulen auch in einer dritten Welle zu einigermaßen sicheren Orten zu machen: indem man die Lehrer impft und gleichzeitig mindestens zweimal in der Woche einen Schnelltest für alle Lehrer und Schüler durchführt«. Doch bei beidem würde es in den Bundesländern massiv haken. Auch der beste Distanzunterricht sei nicht so gut wie Präsenzunterricht. Bei 20 Prozent der Schüler seien die Lücken schon so groß, dass sie nicht mehr in diesem Schuljahr aufgeholt werden könnten.

Verband befürchtet Taxi-Sterben in Deutschland

02.11 Uhr: Zahlreiche Taxi-Unternehmen werden laut einem Medienbericht die Coronakrise nicht überstehen und haben bereits ihre Konzessionen zurückgegeben. Beim Bundesverband Taxi und Mietwagen rechne man laut einem Vorabbericht der »Welt am Sonntag« damit, dass Ende dieses Jahres ein Drittel der Fahrzeuge nicht mehr als Taxis unterwegs sein werde. »Wir gehen davon aus, dass es nur etwa 24.000 Taxis geben wird, vor der Pandemie waren es rund 36.000«, sagte Geschäftsführer Michael Oppermann der Zeitung. Im Jahr 2020 habe die Branche einen Umsatzrückgang um 43 Prozent verkraften müssen.

Zahl der mit Corona verbundenen Todesfälle steigt auf mehr als 2,8 Millionen

00.44 Uhr: Die Zahl der Corona-Toten weltweit stieg auf 2.828.303. Die Zahl der Infektionen in über 210 Ländern stieg auf mehr als 122,34 Millionen Fälle, wie eine Erhebung der Nachrichtenagentur Reuters auf Basis offizieller Daten ergibt. Die ersten Corona-Infektionen waren im Dezember 2019 in China registriert worden. Die USA sind mit 541.219 Toten und mehr als 29,7 Millionen Infizierten am schwersten betroffen.

Biontech-Gründer erwarten Ende der Lockdown-Politik im Herbst

00.07 Uhr: Die beiden Gründer des Mainzer Corona-Impfstoffherstellers Biontech rechnen spätestens im Herbst mit einem Ende der Lockdown-Politik in Deutschland. »In vielen Ländern in Europa und in den USA, werden wir wahrscheinlich Ende des Sommers in der Situation sein, nicht mehr in einen Lockdown zu müssen«, sagte Ugur Sahin laut einem Vorabbericht in einem Interview mit der »Welt am Sonntag«.

Das Virus werde nicht verschwinden, aber sobald in Deutschland rund 70 Prozent der Menschen geimpft seien, werde die Lage beherrschbarer. Wenn man die Hausärzte und das medizinische Personal einbinde, wäre es danach auch kein Problem, 80 Millionen Menschen jedes Jahr einmal gegen das Coronavirus zu impfen.

Die Biontech-Gründer und Ugur Sahin waren vor Kurzem für ihren Beitrag zur Eindämmung der Coronapandemie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Sie hatten gemeinsam mit dem US-Konzern Pfizer einen der zugelassenen Corona-Impfstoffe entwickelt und auf den Markt gebracht.

Icon: Der Spiegel

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