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Corona-News am Montag: Impfgipfel am Mittwoch soll voraussichtlich verschoben werden

March 16
05:06 2021
Angela Merkel (CDU) und der regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller (SPD) beim letzten Impfgipfel Icon: vergrößern

Angela Merkel (CDU) und der regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller (SPD) beim letzten Impfgipfel

Foto: Steffen Kugler / dpa

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Vertreter der EU-Kommission: Impfstoffdebatte mit Pragmatismus lösen

23.18 Uhr: Die EU-Kommission hofft in der von Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) losgetretenen Impfstoffdebatte auf konstruktive und pragmatische Lösungen. »Wenn wir alle gemeinsam anpacken, (…), dann werden wir es bis zum Sommer schaffen, dass 70 Prozent der europäischen Bevölkerung, die das will, geimpft werden«, sagte der Vertreter der EU-Kommission in Österreich, Martin Selmayr, am Montag in der ORF-Nachrichtensendung »ZiB2«. Selmayr wies wie andere EU-Vertreter darauf hin, dass es keinen geheimen Mechanismus zur Verteilung von Impfstoffen gebe. Vielmehr habe eine an der Bevölkerungszahl orientierte Verteilung der Impfdosen weitgehend geklappt. »Österreich hat genau die bestellten Impfmengen in Höhe seiner Bevölkerung bekommen«, sagte Selmayr.

In einer gemeinsame Entscheidung hätten die EU-Staaten einen Mechanismus abgesegnet, falls Impfdosen nicht abgerufen werden. Hier hätten einige Länder zugegriffen, andere nicht. Aber das werde sich alles wieder ausgleichen, so der frühere EU-Generalsekretär. Ärmere Länder seien wegen ihres geringeren Budgets benachteiligt. »Ich hoffe, dass der Appell des Bundeskanzlers jetzt eine große Solidaritätsaktion für Länder wie Bulgarien oder auch Lettland auslöst«, sagte Selmayr.

Auch Slowenien und Zypern setzen AstraZeneca-Impfungen aus

23.09 Uhr: Weitere europäische Staaten setzen die Impfungen mit AstraZeneca aus. In Slowenien beruft sich die Nachrichtenagentur STA auf Gesundheitsminister Janez Poklukar, auf Zypern gibt das Gesundheitsministerium die Entscheidung bekannt.

Im Gegensatz zu anderen EU-Staaten hält Österreich dagegen mehreren Medienberichten zufolge an Impfungen mit AstraZeneca fest. Das nationale Impfgremium habe am Abend eine entsprechende vorläufige Empfehlung ausgesprochen, heißt es.

Mexiko bittet USA um Lieferung von AstraZeneca-Impfstoff

22.56 Uhr: Mexiko hat die USA nach Regierungsangaben um eine Lieferung von AstraZeneca-Impfstoff gebeten. Dies sagte die für multilaterale Fragen zuständige Staatssekretärin im mexikanischen Außenministerium, Martha Delgado, Reuters in einem Interview Ende vergangene Woche. Da der Impfstoff in Mexiko bereits zugelassen sei, aber noch nicht in den USA, könne die Regierung in Washington zunächst einen Teil ihrer Vorräte abgeben.

Aus US-Kreisen verlautete, entsprechenden Bitten seien bislang nicht stattgegeben worden. Der Direktor der Nationalen Gesundheitsinstitute der USA (NIH), Francis Collins, sagte Reuters am Montag, mit der AstraZeneca-Zulassung werde in einem Monat gerechnet.

Oslo verhängt strengste Maßnahmen seit Beginn der Panemie

22.33 Uhr: Oslo verhängt angesichts steigender Fallzahlen die strengsten Beschränkungen seit dem Beginn der Pandemie, wie der Regierende Bürgermeister Raymond Johansen bekanntgibt. Die Reproduktionszahl in Norwegens Hauptstadt sei inzwischen auf 1,5 gestiegen, sagt Johansen. »Es gibt keinen Zweifel, dass wir jetzt von einer dritten Welle erfasst werden.« Unter anderem werden die Schulen für ältere Kinder geschlossen.

Auch Portugal setzt Impfungen mit AstraZeneca aus

21.46 Uhr: Auch Portugal setzt Impfungen mit dem Wirkstoff von AstraZeneca zunächst aus. Die Direktorin der Gesundheitsbehörde DGS, Graca Freitas, erklärt vor der Presse, in ihrem Land habe es keinen bekannten Thrombose-Fall gegeben, wie er bei dem Impfstoff geprüft werde.

Söder: Zweitimpfungen strecken und Reihenfolge lockern

21.32 Uhr: CSU-Chef Markus Söder hat sich für mehrere Maßnahmen ausgesprochen, um die Zeit des Impfstoffmangels bis zu größeren Liefermengen zu überbrücken. Der Zeitraum zwischen Erst- und Zweitimpfung sollte weiter gestreckt werden, schlug der bayerische Ministerpräsident am Montagabend in der ARD vor. »Zweitens die Ärzte frühzeitig einbinden, möglicherweise in den Hotspots beginnend«, forderte er weiter.

Als Drittes sollte »die Impfbürokratie« deutlich verschlankt werden. »Es braucht auch zu viel Zeit, um in der recht starren Impffolge, die wir jetzt haben, auch möglichst schnell und viel zu verimpfen«, erklärte Söder. Es brauche da mehr Freiheit. »Dann könnten wir, glaube ich, schon noch einen Schritt nach vorne machen, bis dann hoffentlich im April mehr Impfstoff kommt.«

Er glaube nicht, dass die Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca generell ausgesetzt blieben. Es würden nach der Prüfung der Vorfälle im Zusammenhang damit noch viele Gruppen geimpft werden können, sagte Söder. Er kenne Viele, die sich sofort damit impfen lassen würden. »Ich würde mich auch sofort hinstellen«, sagte Söder.

UN-Chef bei Frauenkonferenz: »Corona-Krise hat Gesicht einer Frau«

21.23 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat zum Auftakt einer Konferenz zu Frauenrechten erneut die ungleichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Männer und Frauen beklagt. Die Corona-Krise sei »eine Krise mit dem Gesicht einer Frau«, sagte Guterres am Montag bei der größtenteils im Internet abgehaltenen 65. Konferenz der UN-Frauenrechtskommission, bei der in den kommenden zwei Wochen hunderte Teilnehmer erwartet werden. »Die Auswirkungen haben gezeigt, wie tief die Geschlechterungerechtigkeit noch in den politischen, sozialen und wirtschaftlichen Systemen der Welt steckt.«

So hätten in der Krise beispielsweise deutlich mehr Frauen als Männer ihre Jobs und Einkommen verloren, Frauen seien deutlich stärker mit der unbezahlten Betreuung von Kindern oder Angehörigen beschäftigt worden und zudem sei die Gewalt gegenüber Frauen stark angestiegen. »Jetzt ist die Zeit, einen anderen Weg einzuschlagen«, forderte Guterres. »Die gleiche Teilhabe von Frauen ist der Paradigmenwechsel, den wir brauchen.«

Die jährlichen Konferenz – die größte, die sich bei den UN mit Frauen-Themen befasst – beschäftigt sich diesmal unter anderem auch mit Frauen in Führungspositionen.

Estlands Regierungschefin positiv auf Corona getestet

21.02 Uhr: Estlands Ministerpräsidentin Kaja Kallas ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach Angaben der Staatskanzlei in Tallinn habe die Regierungschefin des baltischen EU- und Nato-Landes leichtes Fieber, zeige bislang aber keine anderen Symptome und fühle sich im Allgemeinen gut. »Ich beobachte meine Gesundheit genau und bleibe zu Hause, bis ich genesen bin. Ich werde weiterhin meine Aufgaben als Regierungschef von zu Hause aus wahrnehmen«, wurde sie am Montagabend in einer Mitteilung zitiert.

Die 43-jährige Regierungschefin rief ihre Landsleute dazu auf, sich an die Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu halten und wenn möglich, zu Hause zu bleiben, da sich das Virus stark verbreite. Das 1,3-Millionen-Einwohner-Land weist nach Angaben der EU-Behörde ECDC aktuell eine der höchsten Infektionsraten in Europa auf.

Behörde schließt erneut Düsseldorfer Restaurant – Gäste flüchten

20.44 Uhr: Nur einen Tag nach der Schließung eines Restaurants in Düsseldorf sind der Inhaber und eine Kellnerin bei der Kontrolle durch das Ordnungsamt erneut erwischt worden. Laut Mitteilung der Stadt von Montag saßen bei der Nachkontrolle am Freitag sechs Gäste an einem Tisch, obwohl im Corona-Lockdown niemand bewirtet werden darf. Die Gäste flüchteten über einen Hinterausgang und versteckten sich zeitweise mit Weinflaschen und Gläsern in einem Holzverschlag.

Der Betrieb wurde erneut geschlossen, die Notausgänge im Innenhof und die Eingangstür wurden versiegelt. Schon am Donnerstag war das Restaurant im Stadtteil Oberkassel aufgefallen: Gäste saßen dort ohne Mund-Nasen-Schutz und ließen sich bewirten.

Kassenärzte-Institut – Impfzeitplan der Bundesregierung in Gefahr

20.29 Uhr: Das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) rechnet laut »Handelsblatt« damit, dass es den Impfzeitplan der Bundesregierung um mehrere Wochen zurückwerfen könnte, wenn ab sofort ohne das Vakzin von Astrazeneca geimpft würde. »Dies würde das Impfergebnis um einen Monat rechnerisch nach hinten verschieben«, wird ZI-Chef Dominik von Stillfried zitiert. Dann hätten statt im August erst im September alle Bürger eine zweite Impfung erhalten.

Drive-in für Corona-Impfung in Mailand eröffnet

20.03 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat in Italien der erste Impf-Drive-in in der norditalienischen Metropole Mailand eröffnet. Auf einem 20 000 Quadratmeter großen Parkplatz können sich die Menschen in ihren Autos das Vakzin spritzen lassen, wie das Verteidigungsministerium am Montag mitteilte. Betrieben wird das Areal vom italienischen Militär. Die Streitkräfte mit ihrer Spezialisierung und ihrer logistischen Kapazität stünden der Gemeinde zur Verfügung, um mit Ernst, Engagement und ohne viele Worte zu arbeiten, sagte Verteidigungsminister Lorenzo Guerini.

Die Fahrspuren zum Impfen sind von Montag bis Samstag rund acht Stunden geöffnet. Dort arbeiten Ärzte und Pflegepersonal der Armee. Nach rund fünf Minuten ist es mit der Impfung getan. Danach sollen die Menschen noch 15 Minuten vor Ort in ihren Autos bleiben, um mögliche Nebenwirkungen abzuwarten. 600 Impfungen an einem Tag sind derzeit geplant. Die Kapazität solle aber auf 2000 erweitert werden.

Italien wurde hart von der Corona-Pandemie getroffen und hatte zuletzt die Regeln landesweit im Kampf gegen die dritte Infektionswelle verschärft. Bislang wurden rund 6,715 Millionen Impfdosen verabreicht. Die Gesundheitsbehörden verzeichneten insgesamt etwa 102 500 Tote mit Sars-CoV-2 und mehr als 3,238 Millionen Corona-Infektionen.

Spanien setzt AstraZeneca für mindestens zwei Wochen aus

19.34 Uhr: Nach Deutschland, Frankreich und Italien hat auch Spanien die Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca ausgesetzt. Als »Vorsichtsmaßnahme« werde der Impfstoff für mindestens zwei Wochen nicht mehr eingesetzt, sagte Gesundheitsministerin Carolina Darias. Nach einer Reihe von Fällen schwerer Blutgerinnsel haben mehr und mehr Länder in den vergangenen Tagen ihre Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin vorsorglich gestoppt.

Kassenärzte-Institut sieht Impfzeitplan in Gefahr

18.58 Uhr: Das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) rechnet laut »Handelsblatt« damit, dass es den Impfzeitplan der Bundesregierung um mehrere Wochen zurückwerfen könnte, wenn ab sofort ohne das Vakzin von Astrazeneca geimpft würde. »Dies würde das Impfergebnis um einen Monat rechnerisch nach hinten verschieben«, sagt ZI-Chef Dominik von Stillfried. Dann hätten statt im August erst im September alle Bürger eine zweite Impfung erhalten.

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson wird in Dessau abgefüllt

18.55 Uhr: Nach AstraZeneca will auch der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson seinen Corona-Impfstoff teilweise in Dessau produzieren. Die Firma IDT Biologika teilte am Montag mit, dass sie den Impfstoff in der Stadt in Sachsen-Anhalt abfüllen und verpacken werde. Dafür stünden ab sofort für zunächst drei Monate Kapazitäten zur Verfügung, die eigentlich für die Produktion eines Impfstoffkandidaten des japanischen Pharmakonzerns Takeda gegen das Dengue-Fieber reserviert waren. Nun einigten sich IDT Biologika und Takeda, die Maschinen zunächst für den Corona-Impfstoff einzusetzen.

WHO über Impfstopp: »Es ist eine Routinepraxis, das zu untersuchen«

18.30 Uhr: Dass mehrere Länder die Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca ausgesetzt haben, ist aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch kein Alarmzeichen. Die Vorfälle seien nicht notwendigerweise auf das Impfen zurückzuführen, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in Genf. »Es ist eine Routinepraxis, das zu untersuchen.« Außerdem zeige es, dass das Überwachungssystem funktioniere und wirksame Kontrollen stattfänden, so der WHO-Chef. Eine WHO-Fachgruppe zur Impfstoffsicherheit analysiere die Daten und werde sich am Dienstag mit Vertretern der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Ema) beraten.

Nach den bisher vorliegenden Daten gebe es keine Häufung schwerwiegender medizinischer Vorfälle, hieß es. »Bisher haben wir keine Verbindung zwischen den Ereignissen und den Impfungen gefunden«, sagte WHO-Expertin Soumya Swaminathan. Unter den weltweit bisher verabreichten 300 Millionen Impfdosen verschiedener Hersteller gebe es bisher keinen dokumentierten Fall eines kausalen Zusammenhangs mit tödlichen Vorfällen. Der Vorteil einer Impfung überwiege nach aktuellem Stand das Risiko bei Weitem.

US-Experten prüfen Studiendaten zu AstraZeneca-Impfstoff

18.22 Uhr: In den USA nehmen derzeit unabhängige Berater Studiendaten zum AstraZeneca-Impfstoff unter die Lupe, um dessen Wirksamkeit und Sicherheit festzustellen. Die Daten stammen aus einer US-Studie mit 30.000 Personen. Sollten diese positiv ausfallen und alles nach Plan laufen, könnte die US-Arzneimittelbehörde FDA ihre Notzulassung für die Vakzine in etwa einem Monat erteilen, sagte der Chef der Nationalen Gesundheitsdienste, Francis Collins. AstraZeneca ist bislang in der Europäischen Union und vielen anderen Ländern zugelassen, allerdings noch nicht in den USA.

Dresdens Polizeipräsident: Corona-Demos sind Ausdruck zunehmender Frustration

18.13 Uhr: Die Dresdner Polizei spürt bei Protesten gegen die Coronapolitik eine zunehmende Frustration über den Staat und eine Radikalisierung auf der Straße. »Manchmal sind nur es nur abfällige Bemerkungen, mitunter aber auch Gewalt. Je länger die staatlichen Maßnahmen der Pandemiebekämpfung andauern, umso angespannter ist die Stimmung«, sagte Polizeipräsident Jörg Kubiessa am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Der Gewaltausbruch bei der jüngsten Demonstration am Samstag in Dresden sei für ihn die »Antwort der ›Querdenker‹ auf den konsequenten Rechtsstaat«: »Sie entlud sich, als wir sie nicht gewähren ließen und zur Verantwortung zogen.« Nicht die Zahl der Beamten sei das Problem gewesen, sondern die Dynamik der Einsatzlage.

Tschechien und Polen wollen AstraZeneca-Impfstoff weiter verwenden

18.06 Uhr: Anders als andere europäische Staaten setzen Tschechien und Polen die Verabreichung des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca vorerst nicht aus. »Der positive Nutzen des Impfstoffs ist unleugbar – und es gibt keinen Grund für Befürchtungen«, sagte der tschechische Gesundheitsminister Jan Blatny nach einer Kabinettssitzung am Montag in Prag. Zugleich sagte er, dass man die jüngsten Vorfälle in anderen Ländern und ihre Untersuchung sehr sorgfältig verfolge. Nach Berichten über Blutgerinnsel hatten unter anderem Deutschland, Frankreich und Italien die Verabreichung des AstraZeneca-Impfstoffs vorübergehend unterbrochen.

Auch Polen hält nach Angaben des Gesundheitsministeriums an dem Impfstoff fest. Polen richte sich nach den Empfehlungen der Europäischen Arzneimittelagentur (Ema). Über eine halbe Million Dosen von AstraZeneca seien bereits verimpft worden.

In Tschechien mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern sind bisher mehr als eine Million Impfstoffdosen verabreicht worden – von Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca. Derzeit kämpft das Land mit einer dritten Coronawelle. Innerhalb von sieben Tagen steckten sich mehr als 720 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus Sars-CoV-2 an. In Deutschland liegt dieser Wert bei 82,9.

Ema hält vorerst an positiver Risikobewertung von AstraZeneca-Impfstoff fest

17.53 Uhr: Die Europäische Arzneimittelagentur Ema hält vorerst an ihrer Bewertung des Corona-Impfstoffes von AstraZeneca fest. Bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass das Mittel ein ernstes Gesundheitsrisiko darstelle, sagte der Chef der Ema-Abteilung für Impfstrategien, Marco Cavaleri, am Montag bei einer Anhörung im EU-Parlament. »Wir sehen kein Problem darin, die Impfkampagne mit diesem Impfstoff fortzusetzen.«

Cavaleri sprach im Gesundheitsausschuss des Parlaments, kurz bevor Deutschland, Frankreich und Italien die Verabreichung des Mittels aussetzten. Erste Länder hatten dies in den vergangenen Tagen bereits getan, nachdem Fälle schwerer Blutgerinnsel nach AstraZeneca-Impfungen bekannt geworden waren.

Die Ema soll deshalb am Dienstag einen Bericht zur Sicherheit des Mittels des britisch-schwedischen Herstellers veröffentlichen. Laut Cavaleri basiert diese Bewertung vor allem auf Informationen aus Großbritannien, wo der Impfstoff seit Dezember massiv verabreicht wurde. »Wir nehmen natürlich alle Daten unter die Lupe, insbesondere die tödlichen Fälle, die gemeldet wurden.« Das Nutzenrisiko des Impfstoffs werde aber weiterhin positiv bewertet.

Frankreich und Italien äußerten die Hoffnung, die Impfungen mit der Vakzine nach der erneuten Stellungnahme der Ema wieder aufnehmen zu können.

AstraZeneca-Impfstopp: Institut sieht Häufung bestimmter Thrombosen

17.42 Uhr: Wegen Meldungen über Thrombosen in Hirnvenen hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die vorübergehende Aussetzung von Impfungen mit dem Covid-19-Impfstoff AstraZeneca empfohlen. Seit dem 11. März seien weitere Fälle in Deutschland gemeldet worden, erklärte das für Impfstoffe in Deutschland zuständige PEI am Montag in Langen.

Bei der Analyse des neuen Datenstands sehe man eine auffällige Häufung einer speziellen Form von sehr seltenen Thrombosen in Hirnvenen in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) und Blutungen in zeitlicher Nähe zu Impfungen mit AstraZeneca. Die Daten würden von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) weiter analysiert und bewertet.

Wenn Menschen sich mehr als vier Tage nach der AstraZeneca-Impfung zunehmend unwohl fühlten, sollten sie sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben, riet das PEI. Mögliche Beschwerden seien starke und anhaltende Kopfschmerzen oder punktförmigen Hautblutungen.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte zuvor mitgeteilt, man setze deutschlandweit die Impfungen mit AstraZeneca vorerst aus. Es handele sich um einen vorsorglichen Schritt. Dabei berief sich das Ministerium auf die PEI-Empfehlung. Vergangene Woche hatte das PEI noch erklärt, bislang gebe es keine Hinweise, dass ein Todesfall in Dänemark mit dem Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca in kausaler Verbindung stehe.

»Bis zum Abschluss der Bewertung durch die EMA werden die Impfungen mit dem Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca in Deutschland ausgesetzt«, erklärte das PEI. Die heutige Entscheidung betreffe sowohl Erst- als auch Folgeimpfungen.

Quarantäne im Elternhaus: Ralf Moeller ist mit Corona infiziert

17.39 Uhr: Der Schauspieler wurde bei einem TV-Termin positiv auf das Coronavirus getestet. Seitdem ist er in häuslicher Quarantäne – und kann seine Eltern nicht zum Impftermin begleiten, für den er lange gekämpft hat. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Virologe warnt vor steigenden Infektionszahlen wegen Urlaubsreisen

17.37 Uhr: Der Mainzer Virologe Bodo Plachter hat angesichts zunehmender Reisebuchungen für Urlaubsgebiete wie Mallorca vor steigenden Infektionszahlen gewarnt. »Wenn die Reiseaktivität steigt, dann werden auch die Inzidenzraten steigen. Das ist relativ klar«, sagte Plachter der Deutschen Presse-Agentur. »Im Urlaub möchte man sich erholen, möchte man dann auch Corona vergessen. Und das führt dazu, dass die Vorsicht sinkt und die Infektionsraten steigen.« Das sei auch schon im vergangenen Sommer so gewesen.

Am Freitag hatte die Bundesregierung entschieden, Mallorca und andere Urlaubsgebiete in Spanien, Portugal und Dänemark von der Liste der Corona-Risikogebiete zu streichen und damit auch die Reisewarnung des Auswärtigen Amts aufzuheben. Damit ist seit Sonntag Urlaub auf der Insel wieder ohne Quarantäne und Testpflicht bei der Rückkehr möglich. Lediglich bei der Einreise nach Spanien muss ein negativer Test vorgewiesen werden. Die Buchungen für Mallorca waren daraufhin sprunghaft angestiegen – gerade mit Blick auf die Osterferien, die in den meisten Bundesländern in zwei Wochen beginnen.

Die Bundesregierung rät aber weiterhin grundsätzlich von touristischen Reisen im In- und Ausland ab. Der Virologe Plachter sieht auch eine Gefahr in Familienbesuchen über Ostern. »Grundsätzlich haben wir gesehen, dass über Weihnachten die Zahlen relativ stark nach oben gegangen sind. Das ist natürlich auch auf Besuche bei Verwandtschaft zurückzuführen. Das gleiche Problem wird auch an Ostern wieder auftreten.« Über Tests könne zwar etwas mehr Sicherheit erreicht werden. Sie seien aber nur eine Momentaufnahme. »Es gibt etwas mehr Sicherheit, aber sie sollten trotzdem nicht dazu führen, dass man leichtsinnig wird«, sagte Plachter.

Spanien berät über AstraZeneca-Impfstopp

17.33 Uhr: Bis zum Wochenende hieß es im spanischen Gesundheitsministerium, dass AstraZeneca weiter verimpft wird. Nun wird eilig in einer Dringlichkeitssitzung des Gesundheitsministeriums mit den autonomen Regionen neu beraten. Das berichten mehrere spanische Medien übereinstimmend. Bisher hatten nur einige spanische Regionen einzelne Chargen des Impfstoffes vorerst nicht mehr verimpft. Nach den Ankündigungen in Italien, Frankreich und Deutschland steht offensichtlich auch ein genereller Kurswechsel zur Disposition.

Politiker kritisieren AstraZeneca-Impfstopp

16.55 Uhr: Der AstraZeneca-Impfstopp in Deutschland stößt in der Politik auf Kritik. Irritiert äußerte sich die SPD-Europapolitikerin Katarina Barley. »Die neueste Generation der Antibabypille hat als Nebenwirkung Thrombosen bei acht bis zwölf von 10.000 Frauen. Hat das bisher irgendwen gestört?«, fragte sie bei Twitter. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuvor von sieben berichteten Fällen von Thrombosen in Hirnvenen bei einer Gesamtzahl von mehr als 1,6 Millionen Impfungen mit AstraZeneca in Deutschland gesprochen.

»Die AstraZeneca-Aussetzung zerstört Vertrauen in einen guten Impfstoff«, schrieb auf Twitter der Grünen-Europapolitiker Erik Marquardt, »bloß weil niemand mehr Verantwortung für Entscheidungen übernehmen« wolle. »Mit dieser bürokratischen Lethargie würde man bei Seenot auch nicht vom sinkenden Schiff springen, weil man dabei nass werden könnte«, so Marquardt weiter.

»Herr Spahn muss seine erratische Kehrtwende erklären«, sagte FDP-Fraktionsvize Michael Theurer in Berlin. Dazu gehöre auch die Frage, warum die Entscheidung unmittelbar nach den Landtagswahlen vom Sonntag bekannt gegeben werde und ob dafür neue Daten vorlägen, so Theurer weiter. Der FDP-Politiker wies darauf hin, dass die Europäische Arzneimittelagentur Ema die bislang bekannt gewordenen Fälle von Thrombosen als »statistisch völlig unauffällig« einstufe, und empfehle, den Impfstoff von AstraZeneca weiterzunutzen.

Vor gravierenden Konsequenzen der Entscheidung warnte auf Twitter der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen. Die Aussetzung der Nutzung von AstraZeneca treffe nun mit dem »Hereinbrechen der dritten Welle« der Coronapandemie zusammen. Die Konsequenz müsse sein: »Die Corona-Schutzmaßnahmen müssen nun hochgefahren werden.«

Italien schließt sich AstraZeneca-Impfstopp an

16.45 Uhr: Italien hat die Verabreichung des Corona-Impfstoffes von AstraZeneca landesweit gestoppt. Das teilte die italienische Arzneimittelagentur Aifa am Montag mit. Die Verwendung werde vorsorglich und vorübergehend eingestellt, bis eine Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde Ema vorliege, hieß es in der Mitteilung weiter. Die Entscheidung fiel demnach im Einklang mit denen anderer Länder in Europa.

In Italien waren in der vergangenen Woche und am Wochenende Menschen gestorben, die zuvor mit der Vakzine von AstraZeneca geimpft worden waren. Die Aifa hatte die Verwendung der betreffenden Chargen zunächst gestoppt. Italienische Experten hatten die Coronavakzine zuletzt weiter für sicher befunden. Sie hatten auch betont, dass es zwar einen zeitlichen Zusammenhang zwischen den Impfungen und den Todesfällen gegeben habe, jedoch kein kausaler Zusammenhang nachgewiesen wurde.

Auch Frankreich stoppt AstraZeneca-Impfungen

16.37 Uhr: Auch Frankreich setzt den Einsatz des Impfstoffes von AstraZeneca vorerst aus. Das teilte Präsident Emmanuel Macron mit. Der Impfstopp gelte zunächst bis Dienstag gegen Mittag, dann werde eine Entscheidung der Europäischen Arzneimittelaufsicht (Ema) erwartet.

Scholz: Noch kein Frühlingserwachen

16.35 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz will die Wirtschaft in der Coronakrise so lange wie nötig weiter stützen. »Wir dürfen nicht gegen die Krise ansparen«, sagte der SPD-Politiker am Montag vor einer Sitzung der Euro-Gruppe. »Wir werden weiter mit aller Kraft dagegenhalten und Beschäftigte und Unternehmen unterstützen, solange es die pandemische und die wirtschaftliche Lage erfordert.«

Die Entwicklung der Pandemie müsse man angesichts steigender Fallzahlen und ansteckenderer Virusvarianten genau im Blick behalten und Impfzahlen erhöhen. »Ein echtes Frühlingserwachen aus diesem Coronawinter wird leider noch etwas dauern«, sagte Scholz.

Die in Europa vereinbarten Coronahilfen im Umfang von 750 Milliarden Euro seien eine historische Chance, nun kräftig zu investieren, fügte Scholz hinzu. Ambitionierte Reformpläne könnten einen echten Modernisierungsschub bringen. Das in den USA verabschiedete, 1,9 Billionen Dollar schwere Coronapaket und die dynamische Entwicklung in China zeigten, »dass Europa jetzt entschlossen anpacken muss und wir keine Zeit verlieren dürfen«, sagte der Bundesfinanzminister.

Lauterbach hält AstraZeneca-Impfstopp für einen Fehler

16.18 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält es für falsch, dass nun auch in Deutschland die Impfungen mit AstraZeneca-Impfdosen ausgesetzt werden. »Auf der Grundlage der vorliegenden Daten halte ich das für einen Fehler«, twitterte Lauterbach. »Die Prüfung ohne Aussetzung der Impfung wäre wegen der Seltenheit der Komplikation besser gewesen. In der jetzt Fahrt aufnehmenden 3. Welle wären die Erstimpfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff Lebensretter.«

Der »Rheinischen Post« sagte Lauterbach über den Impfstopp: »Das schafft nur große Verunsicherung und Misstrauen in einer Situation, in der es auf jede Impfung ankommt«. Besser sei eine Prüfung bei laufenden Impfungen. »Ich kenne keine Analysen, die ein Aussetzen rechtfertigen würden«, so der Epidemiologe. Das Risiko einer Thrombose läge »in der Größenordnung von 1 zu 100.000 oder weniger« und scheine im Vergleich zu Ungeimpften nicht erhöht zu sein.

Die Bundesregierung hat die Impfungen mit der AstraZeneca-Vakzine nach einer aktuellen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vorsorglich ausgesetzt.

Nach neuen Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa halte das Institut weitere Untersuchungen für notwendig. Die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema) werde entscheiden, »ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken«.

Anlass der Stopps sind Berichte über Komplikationen nach den Impfungen, konkret ging es um die Bildung von Blutgerinnseln. Der Ema wurden bislang rund 30 Fälle von Gerinnungsstörungen nach einer AstraZeneca-Impfung gemeldet – und das bei bislang knapp fünf Millionen Geimpften. »Die Zahl der thrombembolischen Vorfälle bei geimpften Menschen ist nicht höher als die Zahl in der Gesamtbevölkerung«, schrieb die Ema in einem Statement.

Coronapandemie: Impfung mit AstraZeneca in Deutschland wird ausgesetzt

16.03 Uhr: In Deutschland wird fürs Erste nicht mehr mit der Vakzine von AstraZeneca geimpft. Die Bundesregierung hat die Impfungen nach einer aktuellen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vorsorglich ausgesetzt. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium mit.

Nach neuen Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa halte das Institut weitere Untersuchungen für notwendig. Die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema) werde entscheiden, »ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken«.

Anlass der Stopps sind Berichte über Komplikationen nach den Impfungen, konkret ging es um die Bildung von Blutgerinnseln. Der Ema wurden bislang rund 30 Fälle von Gerinnungsstörungen nach einer AstraZeneca-Impfung gemeldet – und das bei bislang knapp fünf Millionen Geimpften. »Die Zahl der thrombembolischen Vorfälle bei geimpften Menschen ist nicht höher als die Zahl in der Gesamtbevölkerung«, schrieb die Ema in einem Statement.

B.1.1.7 ist laut einer Studie tödlicher als das ursprüngliche Virus

15.40 Uhr: Eine Analyse britischer Forscher hat weitere Hinweise dafür erbracht, dass die zuerst in Großbritannien entdeckte Coronavirusvariante B.1.1.7 tödlicher ist als das ursprüngliche Virus. Der Studie zufolge, die am Montag im Fachmagazin »Nature« veröffentlicht wurde, rechnen die Wissenschaftler der London School of Hygiene and Tropical Medicine mit einem um 55 Prozent höheren Sterberisiko bei Infektionen mit B.1.1.7 im Vergleich zu dem ursprünglichen Virus. Bekannte Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht und Ethnie seien dabei berücksichtigt worden.

Das absolute Sterberisiko bei einer Coronavirusinfektion erhöhe sich für einen Mann aus der Gruppe der 55- bis 69-Jährigen damit von 0,6 auf 0,9 Prozent innerhalb von vier Wochen nach einem positiven Test.

In die Studie aufgenommen wurden Daten von rund 2,2 Millionen positiven Fällen in Großbritannien vom 1. September 2020 bis zum 14. Februar 2021. Rund die Hälfte davon war im Labor genauer auf die Variante untersucht worden. Rechne man ungeprüfte und möglicherweise mangelhaft untersuchte Fälle von B.1.1.7 mit ein, müsse sogar von einem schätzungsweise 61 Prozent höheren Sterberisiko im Vergleich zur Ursprungsvariante ausgegangen werden, hieß es weiter.

Eine in der vergangenen Woche im »British Medical Journal« veröffentlichte Analysen hatte ähnliche Ergebnisse erbracht. Forscher der University of Exeter ermittelten dabei ein rund 64 Prozent höheres Sterberisiko bei einer Infektion mit B.1.1.7 im Vergleich zu anderen Coronavarianten. Die Wissenschaftler hatten die Todesfälle von knapp 110.000 infizierten Menschen im Alter von über 30 Jahren analysiert, die in Coronatestzentren gekommen waren. Mehrere Studien haben gezeigt, dass die aktuellen Impfstoffe Todesfälle zum größten Teil verhindern können.

Ermittlungen wegen Coronahilfen für Islamisten – 60 Verfahren

15.30 Uhr: Islamistische Extremisten haben womöglich in zahlreichen Fällen in Berlin Coronasoforthilfen erhalten. Etwa 60 entsprechende Ermittlungsverfahren wegen Betrugs würden derzeit bei der Generalstaatsanwaltschaft geführt, sagte eine Sprecherin der Behörde am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Ermittelt werde zum Teil auch wegen des Verdachts der Terrorismusfinanzierung. Bisher gebe es aber keinen Nachweis, dass Coronasoforthilfen an die Terrormiliz IS weitergeflossen seien.

»In vielen Fällen ist es gelungen, die erlangten Gelder rechtzeitig durch die Ermittlungsbehörden zu sichern«, sagte die Sprecherin. In anderen Fällen hätten Betrüger Geld zurückgezahlt, als sie von Ermittlungen gegen andere hörten. Statistiken zu den Summen in diesem Bereich würden nicht geführt. »Die Annahme einer Schadenssumme von einer Million Euro sowie einem Gesamtsicherstellungsbetrag von 250.000 Euro erscheint jedoch nicht unplausibel.«

Die »Welt am Sonntag« hatte von mehr als 100 Ermittlungsverfahren gegen 60 Islamisten und Moscheevereine durch Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei berichtet. In drei Fällen gebe es Hinweise, dass Coronahilfen zur Terrorismusfinanzierung im Nahen Osten genutzt worden seien. Auch der kürzlich in Berlin verbotene Nachfolgeverein der Fussilet-Moschee, in der der Attentäter vom Weihnachtsmarkt verkehrte, soll Geld erhalten haben.

Der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Steve Alter, sagte am Montag: »Es gibt Hinweise darauf, dass in Zusammenhang mit der Auszahlung der Coronasoforthilfen auch Einzelpersonen begünstigt waren, die dem extremistischen Spektrum zuzuordnen sind.« Und weiter: »Es gab auch schon polizeiliche Maßnahmen; dabei konnten Teile auch dieser Auszahlung sichergestellt werden.« Ob Verdächtige, die sich Geld beschafft haben sollen, Netzwerken angehörten, müsse noch ermittelt werden. Zu Fällen in anderen Bundesländern sei bislang nichts bekannt.

Schülervertreter beklagen fehlende Schnelltests

15.12 Uhr: Die Bundesschülerkonferenz hat die weiteren Schulöffnungen in mehreren Bundesländern begrüßt, gleichzeitig aber das Fehlen von Schnelltests kritisiert. Man halte die Schulöffnungen aus der Bildungsperspektive für einen sehr wichtigen Schritt, hieß es in einer Mitteilung. »Allerdings bereiten die noch immer fehlenden Strukturen große Sorgen, Schnelltests sind noch immer nicht an allen Schulen.«

»Ich bin zutiefst enttäuscht und wütend, dass die Länder noch immer an den Schnelltests scheitern«, sagte der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm. »Wir fahren aktuell wieder mit dem Kurs ›wird schon gut gehen‹. Mit dieser Einstellung und ohne die Tests werden diese Öffnungen aber wohl kaum gut gehen«, sagte Schramm.

Niedersächsische Regierung warnt vor Mallorcaurlaub

14.42 Uhr: Die niedersächsische Landesregierung warnt vor den Gefahren eines kurzfristigen Mallorcaurlaubs und denkt über das Testen von Reiserückkehrern an Flughäfen nach. Der Chef der Staatskanzlei berate dazu gerade mit der Bundesregierung, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Montag in Hannover. Die Menschen, die nun nach Mallorca reisen wollten, müssten wissen, dass sie sich einem gewissen Risiko aussetzen.

Vor Ort träfen sich Menschen aus ganz Deutschland und Europa, und es bestehe die Gefahr einer Verbreitung des Virus. Und selbst wenn am Flughafen ein PCR-Test negativ ausfalle, bedeute dies nicht, dass ein Reiserückkehrer das Virus nicht bereits in sich trage. »Man holt sich da sehenden Auges ein richtiges Problem ins Land«, so Pörksen.

»In den Urlaub fliegen muss niemand«, sagte die stellvertretende Leiterin des Coronakrisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder. »Ich kann nur raten, sich das gut zu überlegen«, sagte sie. »Die Menschen werden nicht am Urlaubsort krank, sie stecken auf dem Weg zurück und zu Hause weitere an und verbreiten das Virus weiter.«

Pörksen und Schröder betonten, dass ein niedersächsischer Alleingang im Umgang mit Reiserückkehrern, was Tests und eine Quarantäne angeht, keinen Sinn habe. Eine Regelung, für die es eine Rechtsgrundlage geben müsse, sei bundesweit zu treffen.

Die Bundesregierung hatte am Freitag entschieden, Mallorca und andere Regionen in Spanien, Portugal und Dänemark von der Liste der Coronarisikogebiete zu streichen und damit auch die Reisewarnung des Auswärtigen Amts aufzuheben. Damit ist seit Sonntag Urlaub auf der Insel wieder ohne Quarantäne und Testpflicht bei der Rückkehr möglich. Lediglich bei der Einreise nach Spanien muss ein negativer Test vorgewiesen werden.

Corona und der Kampf um Fakten: Wissenschaft im Visier

14.30 Uhr: Morddrohungen, Hass-Tweets, Anfeindungen – damit sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konfrontiert, die in der Pandemie informieren und aufklären. Woher kommt der Kampf um die Fakten? Ab wann wird aus Wissenschaftsfeindlichkeit auch Demokratiefeindlichkeit? Das fragen wir die Virologin Melanie Brinkmann, den SPD-Politiker und Epidemiologen Karl Lauterbach und die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim im neuen Podcast SPIEGEL Daily.

Weitere Lockerungen in Thüringen trotz steigender Inzidenz

14.10 Uhr: Trotz steigender Infektionszahlen ist in Thüringen wieder Kosmetik und Fußpflege erlaubt. Nach der seit Montag im Freistaat geltenden neuen Verordnung dürfen nun auch erneut diese körpernahen Dienstleistungen angeboten werden. Die Friseursalons haben bereits seit Anfang März geöffnet. Jetzt ziehen Solarien, Buchläden, Bibliotheken und Kinderschuhgeschäfte nach.

Es gelten jedoch Auflagen. So ist die Anzahl der Kunden im Verhältnis zur Verkaufsfläche begrenzt. Dort, wo das Tragen einer Maske nicht möglich ist – wie bei der Gesichtskosmetik – muss ein negativer Coronatest vorgelegt werden. Die jetzige Verordnung gilt bis Ende März. In Thüringen war am Montag die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf rund 168 gestiegen (Vortag: 161,6).

Schwesig fordert frühere Einbindung der Hausärzte ins Impfen

14.00 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) fordert, die Hausärzte früher als geplant in Impfungen gegen Covid-19 einzubeziehen. »Meine Forderung ist ganz klar, dass die niedergelassenen Ärzte nicht erst ab 19. April einbezogen werden, so wie es jetzt die Gesundheitsminister beschlossen haben, sondern eher«, sagte Schwesig am Montag beim Besuch eines Corona-Schnelltestzentrums in Ludwigslust. Am Mittwoch findet eine Bund-Länder-Telefonkonferenz zum Impfen statt.

In Mecklenburg-Vorpommern sollen die niedergelassenen Ärzte vom kommenden Montag an 15.000 Impfdosen des Herstellers AstraZeneca erhalten, um sich selbst und das Praxispersonal zu schützen. Sie sollen damit auch chronisch Kranke impfen, sagte Schwesig. Außerdem forderte sie, »dass zusätzlicher Impfstoff, der vielleicht aus der Europäischen Union kommt, dann darüber auch noch stärker eingesetzt werden soll«. Die Arztpraxen sollen nach Schwesigs Worten eine Ergänzung zu den Impfzentren sein, um weiter in die Fläche zu gehen.

Anti-Corona-Maßnahmen haben auf die CO₂-Belastung kaum Auswirkungen

13.45 Uhr: Die Anti-Corona-Maßnahmen haben auf den Klimawandel und die Kohlendioxidbelastung kaum Auswirkungen. Großzügig ausgelegt lasse sich sagen, »die ökonomische Minderung ist nicht mehr als acht Prozent. Das entspricht einem Monat weniger Emissionen«, sagte Hans von Storch am Montag zum Auftakt der zwölften Deutschen Klimatagung in Hamburg. Das sei nicht sehr viel bei jährlich 40 Gigatonnen CO₂-Emissionen. Der Gründer der Tagung und ehemalige Leiter des Instituts für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum Geesthacht betonte, wenn die Pariser Klimaschutzziele eingehalten werden sollen, dann müssten diese 40 Gigatonnen bis 2050 ganz zurückgehen. »Das würde hier bedeuten, dass wir (…) den Lockdown unbegrenzt fortsetzen und jedes Jahr eine weitere Maßnahme mit ähnlicher Wirkung installieren.«

Salzburger Osterfestspiele wegen Corona nun im Herbst

13.30 Uhr: Die Salzburger Osterfestspiele werden wegen der angespannten Coronasituation in den Herbst verlegt. Neuer Termin für das Festival sei nun der 29. Oktober bis 2. November 2021, teilten die Festspiele am Montag in Salzburg mit. Trotz aller Bemühungen und einer zweimaligen Spielplanänderung sei nun endgültig klar, dass die aktuellen Vorgaben der österreichischen Bundesregierung Festspiele im April unmöglich machten, sagte der kaufmännische Leiter, Nikolaus Bachler.

»Ich denke, dass die Osterfestspiele auch im Herbst durchaus ihren Reiz haben werden und hoffe, dass es uns gelingt, den Großteil des Osterprogramms auf Ende Oktober verschieben zu können«, sagte der künstlerische Leiter Christian Thielemann.

Das detaillierte Programm sowie Informationen zum Kartenvorverkauf sollen im Mai veröffentlicht werden. Bereits erworbene Karten für Ostern verlieren den Angaben zufolge ihre Gültigkeit und werden rückabgewickelt.

Eurostat: Übernachtungszahl 2020 um mehr als die Hälfte eingebrochen

13.25 Uhr: Die Zahl der Übernachtungen in europäischen Touristenunterkünften ist im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 52 Prozent gesunken. Insgesamt seien es 1,4 Milliarden Übernachtungen gewesen, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Montag mit. Am stärksten seien Malta, Zypern und Griechenland betroffen gewesen. Dort sei es zu Rückgängen von mehr als 70 Prozent gekommen. Am geringsten habe es die Niederlande und Dänemark mit Reduktionen von weniger als 35 Prozent getroffen. Deutschland ist mit rund minus 40 Prozent das Land mit dem sechsgeringsten Rückgang hinter Finnland und Österreich.

Während Inländer im EU-Schnitt knapp 40 Prozent weniger Übernachtungen buchten, waren es bei Ausländern fast 70 Prozent innerhalb der EU. Lediglich in Zypern, Malta und Slowenien buchten Inländer 2020 mehr Übernachtungen als 2019, wobei dies den Rückgang der ausländischen Touristen bei Weitem nicht ausgeglichen hat.

Impfstoff: Russland meldet Einigung über Sputnik-V-Produktion in Deutschland

13.10 Uhr: Russland hat nach eigenen Angaben in Deutschland und anderen EU-Staaten Partner für die Produktion des Impfstoffs Sputnik V gefunden. Eine Bestätigung von deutscher Seite gibt es bisher nicht. Lesen Sie hier mehr dazu.

Bundesregierung ruft zum Verzicht auf Urlaubsreisen auf

13.05 Uhr: Nach dem sprunghaften Anstieg der Urlaubsbuchungen für die Ferieninsel Mallorca hat die Bundesregierung zum generellen Verzicht auf touristische Reisen wegen der Coronapandemie aufgerufen. »Der Appell ist, auf jede nicht unbedingt notwendige Reise zu verzichten«, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Ähnlich äußerte sich die Sprecherin des Auswärtigen Amts, Maria Adebahr: »Das Fehlen einer Reisewarnung ist keine Einladung zum Reisen.« Die Entscheidung müsse aber jeder für sich treffen.

Die Bundesregierung hatte am Freitag entschieden, Mallorca und andere Regionen in Spanien, Portugal und Dänemark von der Liste der Corona-Risikogebiete zu streichen und damit auch die Reisewarnung des Auswärtigen Amts aufzuheben. Damit ist seit Sonntag Urlaub auf der Lieblingsinsel der Deutschen wieder ohne Quarantäne und Testpflicht bei der Rückkehr möglich. Lediglich bei der Einreise nach Spanien muss ein negativer Test vorgewiesen werden.

Nach der Entscheidung der Bundesregierung stiegen die Flugbuchungen für Mallorca sprunghaft an. Der größte Anbieter Eurowings legte deswegen für die Osterzeit 300 zusätzliche Flüge auf die Balearen-Insel auf. Tui will die ersten Hotels auf Mallorca nun bereits am nächsten Wochenende öffnen. In zwei Wochen beginnen in den meisten Bundesländern die Osterferien.

Bundesregierung mahnt Länder zur Umsetzung der Corona-Notbremse

13.00 Uhr: Angesichts der steigenden Corona-Zahlen hat die Bundesregierung die Länder zur Einhaltung der beschlossenen Notbremse aufgerufen. »Wir müssen den Beschluss vom 3. März umsetzen, nicht nur in seinen erfreulichen Passagen, sondern eben auch in seinen schwierigen«, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Bund und Länder hatten beschlossen, dass die Shutdownregeln wieder in Kraft treten, wenn die Inzidenz in einem Bundesland oder einer Region an drei aufeinander folgenden Tagen auf über 100 steigt, es also mehr Infektionen als 100 pro 100.000 Einwohnern und sieben Tagen gibt. »Dieser Beschluss ist umzusetzen«, sagte Seibert.

»Wenn man Beschlüsse fasst, geht man immer davon aus, dass sie dann auch Realität werden. Die Umsetzung liegt bei den Ländern«, sagte Seibert. Die Bundesregierung stehe zu diesem Beschluss. Zwei Landkreise in Brandenburg hatten angekündigt, trotz einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 keine schärferen Coronaregeln einführen.

Der Landkreis Elbe-Elster hatte zwar erklärt, er gehöre seit mehreren Wochen zu den Regionen mit den höchsten Infektionswerten im Land. Aber: »Wenn die geltenden Regelungen beachtet werden, bedarf es keiner neuen Einschränkungen«, so Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) am Freitag bei Facebook.

Seibert sagte am Montag: »Wir erkennen als Bundesregierung die Gefährlichkeit der jetzt herrschenden Situation an, und das sollte jeder. Steigende Inzidenzen, steigende Fallzahlen, insbesondere auch in der jüngeren Bevölkerung, kein Rückgang mehr der Belegung der Intensivbetten – das sind ungute Entwicklungen, auf die wir alle zusammen reagieren müssen.«

Auf die Frage, ob es realistisch sei, dass es zu Ostern weitere Öffnungen gibt, machte Seibert darauf aufmerksam, dass am kommenden Montag – zwei Wochen vor Ostern – Bund und Länder erneut über die Lage beraten und dabei die dann herrschende Lage berücksichtigen wollen. Bereits an diesem Mittwoch gebe es eine Bund-Länder-Telefonkonferenz zum Thema der Einbeziehung der Hausärzte ins Impfen.

Studie: Junge Selbstständige leiden besonders unter Coronakrise

12.31 Uhr: Junge Selbstständige, die erst kurze Zeit am Markt sind, leiden unter der Coronapandemie besonders. Das zeigt eine am Montag in Frankfurt veröffentlichte Umfrage der staatlichen Förderbank KfW. Seit Ausbruch der Krise haben demnach 40 Prozent der Befragten mehr als die Hälfte ihrer Umsätze verloren. Wegen der coronabedingten Einbußen hielten es 30 Prozent mindestens für wahrscheinlich, ihre Selbstständigkeit aufgeben zu müssen. Ebenso viele mussten wegen der Krise ihren Lebensstandard sehr stark einschränken, so die nicht repräsentative Studie mit 710 Befragten.

Knapp die Hälfte der jungen Selbstständigen (49 Prozent) gab an, dass für sie die Kontaktbeschränkungen besonders gravierende Folgen haben. Für 41 Prozent ist zudem eine Kundenzurückhaltung, etwa wegen Ansteckungssorgen, problematisch. Von den jungen Selbstständigen, die seit Krisenausbruch Firmen gründeten, hatten 35 Prozent ihren Start bereits coronabedingt verschoben.

Während für 41 Prozent der selbstständigen Frauen Lockdowns besonders geschäftsschädigend waren, gaben das nur 27 Prozent der Männer an. Die befragten Frauen seien öfter in Branchen aktiv, die von Corona-Einschränkungen besonders betroffen waren, so die KfW – etwa in der Gastronomie, dem Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Kunst-, Kultur- und Kreativgewerbe. Hingegen hatten Pandemiemaßnahmen für den IT-Sektor mit seinem hohen Männeranteil kaum Folgen. Frauen müssten häufiger große Einschnitte beim Lebensstandard hinnehmen, hieß es.

Der beste Weg, Selbstständigen eine Perspektive zu geben, sei es, weitere Lockdowns zu vermeiden, sagte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. »Hierfür erscheint eine 'Whatever-it-takes'-Mentalität bei Impfungen, Tests und der Kontaktnachverfolgung jetzt dringend erforderlich.«

Tel Aviver Ichilov-Krankenhaus schließt letzte Coronastation

12.25 Uhr: Knapp drei Monate nach Beginn der Impfkampagne in Israel hat das große Ichilov-Krankenhaus in Tel Aviv am Montag seine letzte Coronastation geschlossen. Zum Höhepunkt der Pandemie seien es noch sechs Coronastationen gewesen, teilte die Klinik mit. Die 18 verbleibenden Coronapatienten, alle nicht vollständig geimpft, sollten nun abgesondert in den regulären Intensivstationen untergebracht werden. Es sei ein »bewegender Tag«.

Nach Medienberichten wurden auch im bekannten Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv zwei Coronastationen geschlossen. Die Zahl der Schwerkranken war zuletzt stetig gesunken. Sie lag am Montag bei 627. Bei der letzten Coronawelle war sie noch etwa doppelt so hoch gewesen.

In dem Land mit rund neun Millionen Einwohnern hatte am 19. Dezember eine Impfkampagne begonnen, die zu den erfolgreichsten weltweit gehört. In den vergangenen Wochen gingen die Zahlen der Schwerkranken und der Neuinfektionen deutlich zurück. Eine Erstimpfung erhielten in Israel bislang etwa 5,2 Millionen Menschen, davon bekamen auch mehr als 4,2 Millionen die zweite Dosis. Mehr als 786.000 Israelis gelten nach einer Coronaerkrankung als genesen.

Damit haben nach Angaben des Gesundheitsministeriums mehr als 55 Prozent der Bevölkerung eine Erstimpfung und mehr als 45 Prozent eine Zweitimpfung erhalten. Israel ist ein sehr junges Land, rund 30 Prozent der Bürger sind unter 16 Jahre alt. Sie können bisher noch nicht geimpft werden. Experten rechnen aber damit, dass bis zum Sommer auch die Impfung von Jugendlichen im Alter von 12 bis 16 Jahren beginnen könnte.

Habeck für schlankere Entscheidungsprozesse bei Impfkampagne

12.07 Uhr: Grünenchef Robert Habeck hat sich für schlankere Strukturen in der Organisation der Coronaimpfungen starkgemacht. Habeck zog Parallelen zu den Jahren 2015 und 2016, als zahlreiche Schutzsuchende nach Deutschland kamen. Damals habe es im Bundesinnenministerium eine mit Entscheidungsmacht ausgestattete Bund-Länder-Gruppe gegeben, die täglich zusammengetreten sei und Ankunft und Unterbringung der Menschen organisiert habe, sagte Habeck am Montag in Berlin.

Mit Blick auf die aktuelle Impfkampagne sagte er: »Es fehlt eine permanent tagende, dann auch mit Prokura ausgestattete Gruppe, die von der Bestellung der Glasflaschen bis zur Spritze in den Arm die Gesamtverantwortung übernimmt und durchsteuert.« Die Verantwortung ende immer dort, wo die Kompetenz ende. Es gebe ein »Missmanagement im Verwaltungsföderalismus«, das nicht aufgebrochen worden sei.

Eine solche Struktur könnte auch die nun anstehenden Impfungen durch Hausärzte massiv beschleunigen, so Habeck, der mehr Pragmatismus forderte. Diese müssten mehr Handlungsspielraum bekommen, auch wenn es dann mal zu Problemen mit den Empfehlungen der Ethik- oder der Impfkommission kommen könne. Für den Fall, dass es Irritationen über Entscheidungen im Einzelfall gebe, müsse die Politik zusichern, dass sie die Verantwortung übernehme. »Aber Hauptsache, das Zeug kommt halt schnell unter die Bevölkerung.«

Experten in Italien halten an AstraZeneca-Impfstoff fest

11.51 Uhr: Nach dem zwischenzeitlichen Stopp für Impfungen mit der Coronavakzine von AstraZeneca in Teilen Italiens haben Experten vor übereilten Rückschlüssen auf die Sicherheit des Produkts gewarnt. Die Impfstoffe seien sicher, sagte der Präsident der italienischen Arzneimittelagentur Aifa, Giorgio Palù, im Interview mit der Zeitung »La Repubblica«. Mit mehr Impfungen würden auch mehr unerwünschte Nebenwirkungen registriert.

In der vergangenen Woche hatte die Aifa auf Sizilien die Verabreichung einer Charge von AstraZeneca gestoppt, nachdem ein Marinesoldat rund einen Tag nach der Impfung gestorben war. Am Wochenende hatte außerdem die nordwestliche Region Piemont für wenige Stunden die Impfungen mit der Vakzine des britisch-schwedischen Pharmakonzerns eingestellt. Wie die Region mitteilte, wurde in dieser Zeit die Charge ausfindig gemacht, aus der eine Lehrkraft geimpft wurde, die verstorben war.

»Im Fall von Sizilien handelt es sich um 500.000 Dosen, von denen 250.000 in Italien eingetroffen sind und 170.000 ohne unerwünschte Nebenwirkungen verabreicht wurden«, so Palù. Auch das Gesundheitsministerium hält an dem Impfstoff fest. »AstraZeneca trägt dazu bei, vor der Epidemie zu schützen«, sagte Franco Locatelli, ein Experte des Ministeriums, der Zeitung »Corriere della Sera«. Es sollten keine voreiligen Schlüsse über einen kausalen Zusammenhang gezogen werden. Millionen Menschen in Europa hätten die Vakzine von AstraZeneca erhalten, ohne Probleme zu entwickeln.

Söder für Exportstopp von AstraZeneca-Impfstoff

11.48 Uhr: Wegen des weiter langsamen Verlaufs bei den Coronaimpfungen fordert CSU-Chef Markus Söder einen Exportstopp für die in Europa hergestellte Vakzine von AstraZeneca. »Es kann nicht sein, dass aus Europa heraus ständig Impfstoff abfließt«, sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag vor einer Sitzung des CSU-Vorstands in München. Zudem müsse mit den USA über die Probleme gesprochen werden. »Es kann nicht sein, dass die USA an der Stelle Impfstoff vielleicht hortet und umgekehrt Europa darauf wartet. Gute Partnerschaft bedeutet auch, im Impfen eine Brücke über den Atlantik zu bauen.« Europa müsse dafür »alle Hebel« in Bewegung setzen.

Nach der Aussetzung von Coronaimpfungen mit AstraZeneca in mehreren EU-Ländern braucht es aus Söders Sicht zudem eine Positionierung der deutschen Behörden zu dem Impfstoff. Es brauche eine klare Aussage, »ist der Impfstoff gut oder schlecht«, sagte er. Um Akzeptanzprobleme zu verhindern, sollten dann auch gerade bei AstraZeneca Vorbilder wie Politiker ganz gezielt mit dem Impfstoff geimpft werden. »Ich glaube, da braucht es jetzt auch Statements dafür, dass dieser Impfstoff wirksam ist und auch funktionieren kann.«

Bund will Coronahilfe für internationale Kultur fortsetzen

11.43 Uhr: Die Bundesregierung setzt in der Coronapandemie weiter auf die Unterstützung internationaler Kulturprojekte. Dafür soll in diesem Jahr ein 2020 eingerichteter Hilfsfonds ausgebaut werden, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Außenminister Heiko Maas (SPD) informierte sich am Montag online über vier Projekte des Hilfsfonds in Brasilien, Georgien, Libanon und Bosnien-Herzegowina.

Die Mittel gehen laut Auswärtigem Amt an Organisationen in Kunst, Kultur und Bildung, die mit ihrer Arbeit gesellschaftliche Vielfalt und das kulturelle Leben vor Ort stärken. Der Hilfsfonds habe dazu beigetragen, kulturelle Partnerstrukturen im Ausland zu erhalten und zu stärken. Deswegen sollen die Mittel von zuletzt drei auf nun sechs Millionen Euro verdoppelt werden.

Im vergangenen Jahr wurden 141 Projekte mit bis zu 25.000 Euro gefördert. Beworben hatten sich gut 440 ausländische Organisationen aus Kultur und Bildung in 75 Ländern.

Neben Auswärtigem Amt und Goethe-Institut, das die Vergabe der Mittel koordiniert, sind auch dabei: das Berliner Künstlerprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD), die deutsche Unesco-Kommission, die S. Fischer Stiftung, die Stiftung Mercator, die Robert Bosch Stiftung und die Siemens Stiftung.

Warum manche Länder vorerst auf AstraZeneca verzichten – Deutschland aber nicht

11.15 Uhr: In Europa sind 30 Fälle von Gerinnungsstörungen nach einer AstraZeneca-Impfung bekannt – bei knapp fünf Millionen Geimpften. Einen Zusammenhang sehen Experten nicht, in Deutschland wird der Stoff weiter verimpft. Lesen Sie hier mehr dazu.

Geschlossene Ladengeschäfte vermiesen Quartalsumsatz von H&M

11.11 Uhr: Die Corona-Zwangsschließungen seiner Geschäfte setzen dem schwedischen Textilhändler Hennes & Mauritz weiter zu. Das florierende Geschäft im Internet konnte das nicht ausgleichen. In den ersten drei Monaten des neuen Geschäftsjahres (Dezember bis Februar) sei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als ein Viertel auf 40,1 Milliarden schwedische Kronen (3,95 Milliarden Euro) eingebrochen, teilte der Konzern am Montag in Stockholm mit.

Allerdings sieht H&M einen ersten Trend wieder nach oben: So seien die Erlöse in den ersten Tagen im März dank einer teilweisen Öffnung der Läden unter anderem in Deutschland, dem größten Markt des Unternehmens, im Jahresvergleich in lokalen Währungen um zehn Prozent gestiegen.

Am 13. März waren den Angaben nach rund 900 Läden des Konzerns geschlossen. Damit waren rund 400 Läden weniger geschlossen als Ende Februar. Die vollständigen Zahlen zum ersten Quartal will der Konzern am 31. März veröffentlichen.

Auftaktfeier zum Olympia-Fackellauf ohne Zuschauer

10.58 Uhr: Die Zeremonie zum Auftakt des olympischen Fackellaufs im japanischen Fukushima wird ohne Publikum stattfinden. Angesichts der andauernden Coronapandemie werde die Auftaktfeier am 25. März im J-Village einfacher ausfallen, wie die Organisatoren am Montag mitteilten. Alle 47 Präfekturen Japans sollen bei dem Lauf angesteuert werden, bevor das Feuer im Olympiastadion in Tokio entfacht wird.

Das J-Village ist ein Fußballtrainingszentrum, das während der Atomkatastrophe im März 2011 in Folge eines Erdbebens und Tsunamis als Hauptquartier für die Krisenmanager des Super-GAU gedient hatte. Den Anfang des Fackellaufs machen Mitglieder des japanischen Fußballnationalteams der Frauen, hieß es weiter.

Zuschauer entlang der Route sollen nur klatschen, die Läufer aber nicht laut anfeuern. Die Organisatoren ermunterten die Bevölkerung, den 121 Tage dauernden Lauf live im Internet zu verfolgen. Auch die Auftaktzeremonie wird im Internet zu sehen sein. Am Ende jedes Tages während des Laufs sind an den einzelnen Orten Veranstaltungen geplant, doch müssen die Teilnehmer grundsätzlich vorher reservieren.

Der olympische Fackellauf war im Zuge der Coronavirus-Pandemie genauso wie die Sommerspiele verlegt worden. Die Olympischen Spiele werden nun vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 ausgetragen.

Köln bei Inzidenz jetzt über 100

10.48 Uhr: In der größten nordrhein-westfälischen Stadt Köln liegt die Corona-Inzidenzzahl nun wieder über 100. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag stieg die Sieben-Tage-Inzidenz für die Millionenstadt auf 100,7. Ein Sprecher von Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) sagte, man wolle nun erst einmal abwarten, ob der Wert in den nächsten Tagen stabil und signifikant über der Marke bleibe.

Wenn das der Fall sein sollte, wolle die Stadt Mitte der Woche Kontakt mit der Landesregierung aufnehmen. Möglicherweise sei dann mit weiteren Maßnahmen zu rechnen. Dabei könne es gegebenenfalls aber auch um eine angepasste Test- und Impfstrategie gehen. Denkbar ist zum Beispiel, dass in mehr Bereichen als bisher negative Schnelltests vorgelegt werden müssen.

Am Freitag hatte der Krisenstab der Stadt Köln bereits eine Ausweitung der Maskenpflicht beschlossen. Seit Samstag gilt sie auch in einem Teil des Ausgehviertels am Brüsseler Platz und am Rheinufer zwischen Drehbrücke Deutz und Zoobrücke. Um Ansammlungen von Personen, die keine Maske tragen, auf dem Rheinboulevard vorzubeugen, ist dort zusätzlich Essen und Trinken verboten. Das Alkoholkonsumverbot an Hotspots wurde erweitert um den Abschnitt zwischen Drehbrücke Deutz und Zoobrücke.

Gesundheitsministerium: AstraZeneca-Vakzine wird in Deutschland weiter verimpft

10.37 Uhr: Deutschland hält an dem Einsatz des Coronaimpfstoffs von AstraZeneca fest. Die Meldungen über Nebenwirkungen würden sehr ernst genommen und die Datenlage beständig geprüft, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Zuvor hatten einige europäische Länder wie die Niederlande, Irland oder Dänemark Impfungen mit dem Mittel von AstraZeneca vorerst ausgesetzt. Derzeit bleibe es aber bei der Linie der Bundesregierung, den Impfstoff weiterzuverwenden, der von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA als sicher eingestuft worden sei, sagte der Sprecher. Im Laufe der Woche fänden beim Paul-Ehrlich-Institut und der EMA verschiedene Expertenrunden statt. Anlass der Debatte sind Berichte über Komplikationen nach den Impfungen. Die Firma weist dies zurück.

Lehrerverband fordert Impfung von Lehrkräften an allen Schulen

10.05 Uhr: Der Deutsche Lehrerverband fordert vor dem Hintergrund steigender Coronazahlen schnellere Impfungen für alle Lehrer und dringt auf mehr Tests bei Schülerinnen und Schülern. »Wenn wir nicht wollen, dass die überwiegende Mehrzahl der Schulen wieder auf Distanzunterricht umsteigen muss, weil dort die 100-er-Inzidenzgrenze überschritten wird, müssen wir jetzt sofort die Impfungen von Lehrkräften an allen Schularten vorziehen, alle Schülerinnen und Schüler mindestens zweimal wöchentlich testen«, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der »Rheinischen Post«.

Im Zuge der Wiederöffnung von Kitas und Grundschulen war die Impfreihenfolge geändert worden, sodass Kitabeschäftigte und Grundschullehrkräfte früher als ursprünglich geplant drankommen. Für Lehrer weiterführender Schulen gilt das nicht.

Meidinger sagte zum Thema Tests, es sei zu überlegen, ob regelmäßige Schnell- oder Selbsttests als verbindliche Voraussetzung für die Teilnahme am Präsenzunterricht festgeschrieben werden sollten. »Bundesländer, die auch bei regionalen Inzidenzen über 150 Präsenzunterricht ohne Mindestabstand und die erwähnten zusätzlichen Gesundheitsschutzmaßnahmen anordnen, handeln verantwortungslos.« Er kritisierte zudem, dass es noch Bundesländer ohne Maskenpflicht an Grundschulen gebe und dass Zuschüsse für Raumluftfilter nur teilweise abgerufen würden, weil Kommunen als Schulträger nicht bereit seien, ihren Eigenanteil daran zu leisten.

USA: Corona-Neuinfektionen weiter rückläufig

10.00 Uhr: In den USA ist die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Neuinfektionen weiter rückläufig. Die Behörden meldeten für Sonntag 37.669 neue Fälle, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Montagmorgen (MEZ) hervorging. Am Sonntag der Vorwoche waren noch 40.966 neue Infektionen gemeldet worden. Der bisherige Tageshöchstwert wurde am 2. Januar mit 300.416 neuen Fällen gemeldet.

Die Zahl der Toten mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion lag den Angaben zufolge am Sonntag bei 568. Am gleichen Tag der Vorwoche waren 678 Todesfälle gemeldet worden.

Mit bisher mehr als 534.000 Toten und 29,4 Millionen Infizierten sind die USA in absoluten Zahlen, aber nicht gemessen an der Bevölkerung, das weltweit am stärksten von der Coronapandemie betroffene Land.

Bislang haben in den USA mehr als 69,7 Millionen Menschen die erste Impfung gegen das Virus erhalten, rund 37,4 Millionen schon beide Impfdosen, wie aus Daten der Gesundheitsbehörde CDC hervorgeht. Es sind drei Impfstoffe zugelassen: Biontech/Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson.

Intensivärzte fordern sofortigen Lockdown

09.45 Uhr: Angesichts steigender Coronazahlen fordern Deutschlands Intensivärzte eine sofortige Rückkehr in den Lockdown. »Von den Daten, die wir jetzt haben und sehen und mit dem Durchsetzen der britischen Mutante würden wir sehr stark dafür plädieren, jetzt sofort wieder in einen Lockdown zu gehen, um einfach eine starke dritte Welle zu verhindern«, sagte der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, am Montag im rbb-Sender Radioeins. Divi ist die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.

Karagiannidis sagte, er hoffe sehr, dass die Länder die beschlossene Notbremse eines Inzidenzwerts von 100 durchsetzen. Bund und Länder hatten eine Rückkehr in den Lockdown vereinbart, wenn in einer Region die Zahl der Neuinfektionen wieder die Marke von 100 pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen erreicht. »Ansonsten würden wir jetzt noch einmal 5000, 6000 Patienten auf der Intensivstation sehen«, sagte Karagiannidis. »Man sieht sehr deutlich, dass wir sehr schnell jetzt wieder in steigende Intensivzahlen geraten werden, sofern wir dem Virus jetzt die Möglichkeit dazu geben.« Derzeit sind rund 2800 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung.

»Wir gewinnen auch nicht viel, wenn wir jetzt die nächsten ein, zwei Wochen offen lassen, weil wir ganz schnell auf einem hohen Niveau ankommen und es auf dem hohen Niveau doppelt so schwierig sein wird, von den Zahlen wieder herunterzukommen«, sagte Karagiannidis. Wichtig sei es, nun die über 50- und über 60-Jährigen schnell zu impfen. Dann würden auch weniger infizierte Menschen schwer krank.

Die Belastung für das Personal auf den Intensivstationen sei bis heute ohne Unterbrechung sehr hoch und steige nun wieder weiter. Es gelte, sich in den Sommer zu retten, sagte Karagiannidis, der selbst Arzt an einer Kölner Lungenklinik ist.

Positiv sei es, wenn umfangreich auf Corona getestet werde. So könnten wahrscheinlich rund 50 bis 60 Prozent der Infektionsfälle entdeckt werden.

Am Montag gab es 6604 registrierte Corona-Neuinfektionen. Das sind rund 1600 mehr als am Montag vor einer Woche. Der Inzidenzwert stieg von 79 auf 82,9. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 stieg um 47 auf 73.418. Dem bundesweiten Sieben-Tage-R-Wert zufolge stecken 100 Infizierte derzeit rechnerisch 119 weitere Menschen an. Das ging aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor.

Britische Behörde hält AstraZeneca-Impfstoff für sicher

09.37 Uhr: Anders als mehrere andere europäische Länder nutzt Großbritannien weiter den Coronaimpfstoff von AstraZeneca. »Wir prüfen die Berichte genau, aber angesichts der großen Anzahl verabreichter Dosen und der Häufigkeit, mit der Blutgerinnsel auf natürliche Weise auftreten können, deuten die verfügbaren Beweise nicht darauf hin, dass der Impfstoff die Ursache ist«, sagte Phil Bryan von der britischen Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) einer Mitteilung zufolge. »Alle Menschen sollten sich gegen Covid-19 impfen lassen, wenn sie dazu aufgefordert werden«, sagte Bryan. In Großbritannien wurden bisher keine Fälle schwerer Nebenwirkungen bekannt.

Zuletzt hatte die Impfkommission sich für einen vorübergehenden Stopp der Impfungen mit dem Präparat ausgesprochen, das der britisch-schwedische Konzern AstraZeneca gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt hat. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Zuvor waren einzelne Fälle in Dänemark und Norwegen bekannt geworden, in denen schwere Blutgerinnsel nach der Verabreichung des Mittels auftraten. Ob die Impfung die Ursache für die Blutgerinnsel war, ist aber nach wie vor unklar.

Seither verkündeten auch Norwegen, Island, Bulgarien und zuletzt Irland die Aussetzung der Impfungen mit AstraZeneca. In Italien war die Verabreichung einer bestimmten Charge des Impfstoffes nach dem Tod einer geimpften Lehrkraft gestoppt worden.

Der Impfstoff von AstraZeneca ist seit Januar in der EU zugelassen. Die Europäische Arzneimittelbehörde Ema hatte erklärt, dass es keine auffällige Häufung von Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gebe und dass der Nutzen der Verabreichung des AstraZeneca-Mittels größer sei als die Risiken. Der britisch-schwedische Pharmakonzern selbst wies nach einer Analyse von Impfdaten erneut Zweifel an der Sicherheit seines Coronaimpfstoffes zurück.

Coronakrise drosselt privaten Konsum

09.32 Uhr: Die Coronakrise hat den privaten Konsum in Deutschland stark gedrosselt. Die Haushalte gaben im vergangenen Jahr preisbereinigt 5,0 Prozent weniger aus als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Montag berichtete. Das war der stärkste Rückgang seit 1970 und unterscheidet sich fundamental vom Verbraucherverhalten in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009, als der private Konsum weniger zurückging und die deutsche Volkswirtschaft stützte.

Vor allem während der ersten Jahreshälfte gingen die Ausgaben in fast allen Bereichen zurück. Im ersten Lockdown entfielen unter anderem Kosten für Bahn- und Flugreisen genauso wie für Restaurantbesuche. Lediglich für Nahrungsmittel und Getränke gaben die Menschen mehr Geld aus. Im Gesamtjahr stieg dieser Posten um 6,3 Prozent.

Im zweiten Halbjahr wuchs aber die Bereitschaft, langlebige Konsumgüter anzuschaffen. Dazu zählen Autos, Möbel oder größere Elektrogeräte. Nach einem Rückgang um 8,5 Prozent in der ersten Jahreshälfte wurden im zweiten Halbjahr 7,8 Prozent mehr ausgegeben als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Hier dürfte auch die vorübergehende Absenkung der Mehrwertsteuer eine Rolle gespielt haben, vermuteten die Statistiker.

Zahl der Coronatoten in Israel steigt über 6000

09.30 Uhr: Die Zahl der Coronatoten in Israel hat die Zahl von 6000 überstiegen. Wie das Gesundheitsministerium in der Nacht auf Montag mitteilte, starben seit Beginn der Pandemie 6011 Menschen in Verbindung mit dem Virus. Zum Jahreswechsel hatte die Zahl der Toten etwa 3400 betragen, Anfang Februar waren 5000 verzeichnet worden.

In dem Land mit seinen etwa 9,3 Millionen Einwohnern hatte kurz vor Weihnachten eine Impfkampagne begonnen, die zu den erfolgreichsten weltweit gehört. In den vergangenen Wochen gingen die Zahlen der Schwerkranken und der Neuinfektionen deutlich zurück.

Eine Erstimpfung erhielten in Israel bislang etwa 5,2 Millionen Menschen, davon bekamen auch rund 4,2 Millionen die zweite Dosis.

Niederlande: Wahl unter Coronabedingungen beginnt

09.24 Uhr: Die Wahlen zum neuen niederländischen Parlament haben begonnen. Am Mittwochmorgen um 7.30 Uhr öffneten rund 1600 Wahllokale. Rund 13 Millionen Bürger sind aufgerufen, die 150 Abgeordneten der Zweiten Kammer zu wählen. Wegen der Coronapandemie wird die Parlamentswahl zum ersten Mal an insgesamt drei Tagen stattfinden. Hauptwahltag ist der Mittwoch.

Am Montag und Dienstag sollen vorwiegend diejenigen ihre Stimme abgeben, die besonders wegen einer Coronainfektion gefährdet sind. Dann sind erst knapp 20 Prozent der Wahllokale geöffnet. Erstmals war auch Briefwahl für im Land wohnende Bürger ab 70 Jahre gestattet.

37 Parteien stellen sich zur Wahl – ein neuer Rekord. In den Umfragen liegt die rechtsliberale VVD von Ministerpräsident Mark Rutte unangefochten auf dem ersten Rang mit etwa 24 Prozent, gefolgt von der PVV des Rechtspopulisten Geert Wilders mit etwa zwölf Prozent. Unsicher ist, ob die bisherige Koalition – VVD, christdemokratische CDA, linksliberale D66 und ChristenUnie – erneut eine Mehrheit erzielen wird. Ergebnisse werden erst am späten Mittwochabend erwartet.

In allen Wahllokalen gelten Schutzbestimmungen. So werden Tische, Kabinen und andere Objekte regelmäßig desinfiziert. In einigen Kommunen bekommt jeder Wähler einen eigenen Rotstift – damit machen die niederländischen Wähler traditionell ihr Kreuz auf dem Wahlzettel.

Sportsoziologe Gebauer: Coronakrise verändert Verhältnis von Fußballern und Schiedsrichtern

09.13 Uhr: Die Coronakrise hat nach Einschätzung des Sportsoziologen Gunter Gebauer vor dem Hintergrund der Spiele ohne Zuschauer das Verhältnis zwischen Fußballern und Schiedsrichtern verändert. Man könne sehen, »dass sich die Spieler offenbar stärker den Schiedsrichtern zuwenden und sie mehr beachten. Ein Schiedsrichter musste manchmal jemanden, der ein böses Foul verübt hat, zurückholen lassen, damit er überhaupt seine Gelbe oder Rote Karte in Empfang nehmen konnte«, sagte der emeritierte Professor für Philosophie und Sportsoziologie an der FU Berlin der Deutschen Presse-Agentur.

Die Schiedsrichter hätten »in der jetzigen Situation eine viel stärkere Autorität auf dem Spielfeld. Sie haben nicht das Publikum gegen sich und können auch besser mit den Spielern sprechen, da kein ohrenbetäubender Lärm herrscht«, sagte Gebauer. »Der Fußballstar, hinter dem bis dahin zigtausend Menschen standen und durch Gebrüll unterstützt wurde, ist jetzt machtlos gegenüber dem Schiedsrichter und steht dort allein. Das ergibt eine vollkommen andere Balance im Verhältnis von Spieler zu Schiedsrichter.«

Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 82,9

06.50 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen einem Tag 6604 Corona-Neuinfektionen gemeldet – und damit 1593 mehr als vor genau einer Woche. Allerdings ist die Zahl der gemeldeten Fälle nach dem Wochenende aufgrund weniger Tests niedriger als an anderen Tagen. Außerdem lag die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) am Montagmorgen bundesweit bei 82,9 und damit deutlich höher als am Vortag (79). Das geht aus Zahlen des RKI vom Montag hervor.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 06.30 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 47 weitere Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen einem Tag 5011 Neuinfektionen und 34 neue Todesfälle verzeichnet.

Vor vier Wochen, am 15. Februar, hatte die Inzidenz noch bei 58,9 gelegen. Die Zahl der neuen Ansteckungen in Deutschland war im Januar und Februar über Wochen deutlich zurückgegangen. Zuletzt stieg sie jedoch wieder an, was auch an der Verbreitung ansteckenderer Varianten liegen könnte.

Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden – er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.575.849 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.365.100 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 73.418.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 1,19 (Vortag ebenfalls 1,19). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 119 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Trotz hoher Inzidenz: Keine Corona-»Notbremse« in Pirmasens

06.10 Uhr: Pirmasens zieht die Corona-»Notbremse« nur mit halber Kraft, obwohl die Sieben-Tage-Inzidenz in der rheinland-pfälzischen Stadt seit mehr als drei Tagen bei über 100 liegt. Zwar gelten ab Montag strengere Regeln wie zum Beispiel eine Kontaktbeschränkung im öffentlichen Raum und beim Einkaufen, die Geschäfte bleiben aber weiter geöffnet. Das geht aus einer Allgemeinverfügung der Stadt vom Sonntag hervor. Pirmasens weicht damit von der Coronastrategie des Landes ab.

Die rheinland-pfälzische Corona-Bekämpfungsverordnung sieht in dem Fall eigentlich eine »Notbremse« vor: Zu veranlassen sind demnach etwa eine nächtliche Ausgangsbeschränkung, eine Begrenzung der Mobilität auf höchstens 15 Kilometer und Schließungen von Geschäften. In Pirmasens darf man ab Montag zwar nur noch eine Person eines anderen Hausstandes treffen, auch wird die maximale Kundenzahl im Einzelhandel verringert. Doch die Geschäfte bleiben grundsätzlich offen, außerdem gibt es keine nächtliche Ausgangsbeschränkung oder 15-Kilometer-Begrenzung. In Pirmasens liegt die Inzidenz seit Donnerstag bei über 100, am Sonntag lag sie bei 154,1 – Höchstwert in Rheinland-Pfalz.

Eine gänzliche Schließung der Geschäfte »wäre aufgrund der besonderen Situation vor Ort unverhältnismäßig und rechtswidrig«, wird der Pirmasenser Oberbürgermeister Markus Zwick (CDU) in einer Mitteilung der Stadt vom Sonntag zitiert. Der starke Anstieg lasse sich insbesondere auf Corona-Ausbrüche in mehreren Kindergärten zurückführen. Die seien für knapp 44 Prozent der 64 Neuinfektionen der vergangenen Woche verantwortlich.

»Bei der Entscheidung über zusätzliche Schutzmaßnahmen dürfen Inzidenzen allein nicht isoliert betrachtet werden«, wird Zwick weiter zitiert. Es sei nicht ersichtlich, dass der lokale Einzelhandel und körpernahe Dienstleistungen am aktuellen Infektionsgeschehen überhaupt einen maßgeblichen Anteil hätten. Zwick beruft sich außerdem auf eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts des benachbarten Saarlandes vom Dienstag, in der einzelne Beschränkungen des Einzelhandels kassiert worden waren.

Lehrerverband fordert verbindliches Testen von Schülern

04.25 Uhr: Der Deutsche Lehrerverband ist besorgt über die steigenden Infektionszahlen bei Kinder und Jugendlichen, warnt aber vor erneuten Schulschließungen. »Wenn wir nicht wollen, dass die überwiegende Mehrzahl der Schulen wieder auf Distanzunterricht umsteigen muss, weil dort die 100er-Inzidenzgrenze überschritten wird, müssen wir jetzt sofort die Impfungen von Lehrkräften an allen Schularten vorziehen, alle Schülerinnen und Schüler mindestens zweimal wöchentlich testen«, sagt der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, der Zeitung »Rheinische Post«.

Auch die Niederlande stoppen AstraZeneca-Impfungen

04.05 Uhr: Die Niederlande setzen AstraZeneca-Impfungen wegen Bedenken über Blutgerinnungsstörungen aus. Die Vorsichtsmaßnahme gelte bis mindestens 29. März, teilte die Regierung mit. Die Arzneimittelbehörde habe diese »Vorsichtsmaßnahme« auf Grundlage neuer Informationen empfohlen, hieß es seitens des Gesundheitsministeriums. Es würden nun weitere Untersuchungen vorgenommen.

»Die entscheidende Frage ist, ob die Beschwerden nach oder wegen der Impfung auftraten«, erklärte Gesundheitsminister Hugo de Jonge. Dabei bezog er sich auf sechs Fälle möglicher Nebenwirkungen in Dänemark und Norwegen an diesem Wochenende. In den Niederlanden sei bislang kein Fall bekannt, bei dem es zu schwereren Nebenwirkungen gekommen sei. Der Minister empfahl jedoch allen Geimpften, die nach einer Injektion des Impfstoffs unerwartete Symptome entwickeln, einen Arzt zu kontaktieren.

Zuerst hatte Dänemark am Donnerstag die Impfungen mit der Vakzine des britisch-schwedischen Herstellers ausgesetzt. Die dänische Gesundheitsbehörde verwies auf Berichte über schwere Fälle von Blutgerinnseln bei Geimpften. Es sei allerdings noch nicht abschließend geklärt, ob es einen Zusammenhang zwischen den Impfungen und den Gerinnungsstörungen gebe. Seither verkündeten auch Norwegen, Island, Bulgarien und zuletzt Irland die Aussetzung der Impfungen mit AstraZeneca. In Italien war die Verabreichung einer bestimmten Charge des Impfstoffes nach dem Tod einer geimpften Lehrkraft gestoppt worden.

Der Impfstoff von AstraZeneca ist seit Januar in der EU zugelassen. Die Europäische Arzneimittelbehörde Ema hatte erklärt, dass es keine auffällige Häufung von Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gebe und dass der Nutzen der Verabreichung des AstraZeneca-Mittels größer sei als die Risiken. Der britisch-schwedische Pharmakonzern selbst wies nach einer Analyse von Impfdaten erneut Zweifel an der Sicherheit seines Coronaimpfstoffes zurück.

Gedenken an über 30.000 Coronatote in New York

03.05 Uhr: Ein Jahr, nachdem der erste Mensch in New York nach einer bestätigten Coronainfektion gestorben ist, hat die Millionenmetropole der mehr als 30.000 weiteren Toten seitdem gedacht. Bei einer live übertragenen Gedenkveranstaltung traten am Sonntagabend (Ortszeit) unter anderem Musiker der New Yorker Philharmoniker auf. Bilder von einigen Gestorbenen wurden währenddessen auf die Pfeiler der Brooklyn Bridge projiziert.

»Wir ehren die Leben derjenigen, die wir an diese schlimme Pandemie verloren haben, und kommen als Stadt zusammen, um zu trauern, zu heilen und in eine bessere Zukunft zu schauen«, hatte Bürgermeister Bill de Blasio vor der Veranstaltung gesagt. Die Metropole war im Frühjahr 2020 zum Zentrum der Pandemie in den USA geworden, inzwischen hat sich das Infektionsgeschehen aber relativ stabilisiert.

Mehr als 25.000 Strafverfahren mit Pandemiebezug

02.50 Uhr: Bundesweit sind bei den Staatsanwaltschaften im vergangenen Jahr mehr als 25.000 Verfahren wegen erschlichener Corona-Soforthilfen oder anderer Delikte mit Pandemiebezug aufgelaufen. Das berichtet das »Redaktionsnetzwerk Deutschland« (RND) unter Berufung auf eine Umfrage des Deutschen Richterbundes (DRB) bei Landesjustizverwaltungen und Staatsanwaltschaften der Länder. Neben missbräuchlichen Anträgen auf Coronahilfen beschäftigen laut Bericht auch Betrugsmaschen wie Verkäufe gefälschter Schutzmasken, Medikamente oder Impfstoffe bundesweit die Ermittler.

Dänemark lockert Coronabeschränkungen

02.20 Uhr: Während in den meisten nordischen Ländern die Zahl der Infektionen mit dem Covid-19-Virus in die Höhe geschnellt ist, sieht Dänemark Anlass zum Optimismus. Die Neuansteckungen sind hier rückläufig, sodass die Regierung am Montag eine Reihe von Beschränkungen zurücknimmt. Hochschulstudenten und Schüler der Internatsschulen dürfen wieder an ihre Pulte zurückkehren. Außerdem können in vielen Regionen die älteren Jahrgänge an den öffentlichen Schulen jede zweite Woche kommen. Die 5. bis 8. Klassen hingegen haben nur die Möglichkeit, ihren Lehrer einmal die Woche zum Unterricht im Freien zu treffen.

Auch der Handel freut sich über Lockerungen. Geschäfte, die größer als 5000 Quadratmeter sind, dürfen wieder mehr Kunden empfangen. Von Samstag auf Sonntag waren in Dänemark 541 neue Coronafälle registriert worden. Der sogenannte R-Wert liegt nun bei rund 1, das heißt, dass ein infizierter Mensch einen anderen ansteckt. Die britische Virusvariante B117 mache 80 Prozent aller Fälle aus.

In den anderen Ländern im Norden ist die Entwicklung nicht so positiv. Finnland erreichte am Sonntag mit 863 Neuinfektionen ein Rekordhoch. Auch in Norwegen stiegen die Zahlen in den letzten Wochen rasant. Von Samstag auf Sonntag gab es 854 neue Fälle. In der Hauptstadt Oslo sind die Infektionen innerhalb einer Woche sogar um fast 50 Prozent gestiegen.

Region in Italien setzt Impfungen mit AstraZeneca zeitweise aus

01.50 Uhr: Nach dem Tod einer geimpften Lehrkraft hat die Region Piemont in Italien vorübergehend die Impfung mit AstraZeneca ausgesetzt. Man handle aus »extremer Vorsicht«, bis man herausfinde, ob die Impfung mit dem Tod in Verbindung stehe, sagte der Gesundheitsbeauftragte der norditalienischen Region, Luigi Genesio Icardi, laut einer Mitteilung vom Sonntag. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden starb der Mann am Sonntag in Biella, nachdem er am Vortag geimpft wurde. Bisher seien im Piemont keine Probleme mit dem Impfstoff gemeldet worden.

Am Abend wurden die Impfungen wieder aufgenommen, nachdem eine Charge ausgemacht wurde, mit der die Person geimpft worden war. Die Impfungen würden mit anderen Chargen weitergehen, teilte die Region mit.

Am Freitag hatte die Arzneimittelbehörde Aifa die Verabreichung einer Charge von AstraZeneca gestoppt, nachdem ein Soldat auf Sizilien gestorben war. Eine Verbindung zwischen Impfung und Tod wurde bisher nicht festgestellt. Generell hält die Regierung an der Impfung mit AstraZeneca fest. Gesundheitsminister Robert Speranza betonte am Sonntag in einem Interview der Zeitung »La Repubblica«: »Die Impfstoffe in Italien und Europa sind alle wirksam und sicher.«

AstraZeneca findet keine Hinweise für erhöhtes Blutgerinnsel-Risiko

0.30 Uhr: Der Pharmakonzern AstraZeneca hat nach einer Analyse von Impfdaten erneut Sorgen über die Sicherheit seines Coronaimpfstoffes zurückgewiesen. Eine sorgfältige Analyse der Sicherheitsdaten von mehr als 17 Millionen Geimpften in der EU und Großbritannien habe keine Belege für ein höheres Risiko für Lungenembolien, tiefen Venenthrombosen und Thrombozytopenie geliefert, wie der britische-schwedische Konzern am Sonntag in London mitteilte. Damit bezieht sich das Unternehmen nun auf noch mehr Datensätze.

Am Freitag hatte AstraZeneca sich bereits ebenso geäußert und dabei auf zehn Millionen Datensätze verwiesen. Der Grund: Dänemark und andere Länder hatten Impfungen mit dem Stoff ausgesetzt. Als Grund wurden Berichte über einen Todesfall und schwere Erkrankungen durch Blutgerinnsel nach der Impfung genannt. Dabei war aber auch betont worden, dass man ein Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und den Blutgerinnseln noch nicht feststellen könne.

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