Corona: AstraZeneca-Impfung in Deutschland ausgesetzt
Icon: vergrößernPackungen des Covid-19-Impfstoffs von AstraZeneca
Foto: Gareth Fuller / AP
In Deutschland wird fürs Erste nicht mehr mit der Vakzine von AstraZeneca geimpft. Die Bundesregierung hat die Impfungen nach einer aktuellen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vorsorglich ausgesetzt. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium mit.
Nach neuen Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa halte das Institut weitere Untersuchungen für notwendig. Die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema) werde entscheiden, »ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken«.
Impfstopp von AstraZeneca in mehreren Ländern
Die AstraZeneca-Impfungen sind bereits in mehreren europäischen Ländern pausiert, darunter die Niederlande, Irland, Dänemark, Norwegen und Island. Italien und Österreich stoppten die Verwendung von bestimmten Chargen. Das Gesundheitsministerium hatte zunächst weiter impfen wollen.
Anlass der Stopps sind Berichte über Komplikationen nach den Impfungen, konkret ging es um die Bildung von Blutgerinnseln. Der Ema wurden bislang rund 30 Fälle von Gerinnungsstörungen nach einer AstraZeneca-Impfung gemeldet – und das bei bislang knapp fünf Millionen Geimpften. »Die Zahl der thrombembolischen Vorfälle bei geimpften Menschen ist nicht höher als die Zahl in der Gesamtbevölkerung«, schrieb die Ema in einem Statement.
Nach erster Prüfung gebe es keinen Hinweis auf einen ursächlichen Zusammenhang. »Der Nutzen des Impfstoffes überwiegt die Risiken, und der Impfstoff kann weiterhin verabreicht werden, während die Überprüfung der Gerinnungsstörungen weiterläuft«, so die Prüfungsexperten der Ema.
Lauterbach warnt vor Aussetzung
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht den Impfaussetzer kritisch. »Auf der Grundlage der vorliegenden Daten halte ich das für einen Fehler«, schrieb der Politiker auf Twitter. »Die Prüfung ohne Aussetzung der Impfung wäre wegen der Seltenheit der Komplikation besser gewesen. In der jetzt Fahrt aufnehmenden dritten Welle wären die Erstimpfungen mit dem AstraZeneca Impfstoff Lebensretter.«
Ob von der Vakzine Gefahr ausgeht, ist bislang unklar. In den Niederlanden wurde die Impfung als »Vorsichtsmaßnahme« pausiert, in Dänemark zeigte man sich hingegen besorgt über »höchst ungewöhnliche« Symptome bei einer Dänin, die nach einer Impfung verstorben war. Großbritannien hingegen impft weiter mit dem Wirkstoff.
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