Corona-News am Donnerstag: Kinderbonus wirksamer als gesenkte Mehrwertsteuer
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Corona-Infektionszahlen in Israel gehen zurück
10.27 Uhr: Fast ein Vierteljahr nach Beginn der Coronavirus-Impfkampagne nimmt die Infektionsdynamik in Israel ab. Erstmals seit Mitte Dezember fiel die Infektionsrate unter die Marke von drei Prozent, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Von knapp 99.000 gemachten Tests fielen demnach am Mittwoch 2,9 Prozent positiv aus. Gemeldet wurden 2802 neue Fälle – am Mittwoch vor einer Woche waren es noch 4666.
Im Vergleich zu Deutschland liegt die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Israel allerdings höher. In Deutschland leben etwa neunmal so viele Menschen wie in dem Mittelmeerstaat. Hier wurden zuletzt binnen 24 Stunden 14.356 Corona-Neuinfektionen erfasst.
Unicef warnt vor dauerhaften Auswirkungen für Kinder
10.02 Uhr: Am Jahrestag der Einstufung der Coronavirus-Ausbreitung als Pandemie warnt das UN-Kinderhilfswerk Unicef vor langfristigen Folgen für Kinder und Jugendliche. »Ein Jahr nach der Corona-Pandemie sind die Fortschritte in nahezu allen wichtigen Bereichen der Kindheit rückläufig«, sagt Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Die Zahl der Kinder, die hungern, isoliert sind, missbraucht werden, in Armut leben oder in Zwangsehen verheiratet werden, sei gestiegen. Gleichzeitig habe sich ihr Zugang zu Bildung, sozialer Teilhabe und grundlegenden Dienstleistungen wie Gesundheit, Ernährung und Schutz verschlechtert. »Die Anzeichen dafür, dass Kinder in den kommenden Jahren die Narben der Pandemie tragen werden, sind unverkennbar«, sagt Fore.
Corona-Inzidenzwert steigt im Hotspot Thüringen weiter an
9.41 Uhr: In Thüringen hat sich der Corona-Inzidenzwert weiter auf mittlerweile 138,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche erhöht. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Donnerstag hervor. Einen Tag zuvor hatte die Inzidenz noch bei rund 134 gelegen. Innerhalb eines Tages kamen mit Stand vom Donnerstag 771 Covid-19-Fälle in Thüringen hinzu. Die Gesamtzahl der Infizierten stieg damit auf 80.882, von denen geschätzt 72.600 als genesen gelten.
Der Freistaat steht im bundesweiten Vergleich seit vielen Wochen an der Negativ-Spitze beim Corona-Infektionsgeschehen. Die Landesregierung will auf einen »Dreiklang aus Impfen, Testen und elektronischer Kontaktnachverfolgung« setzen, wie Staatssekretär Malte Krückels in einer Landtagssitzung sagte.
Corona-Maßnahmen kurbeln Konsum an
9.30 Uhr: Kaufanreize schaffen, um die Wirtschaft in der Pandemie zu stärken – dieses Konzept des Bundes ist Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge teils aufgegangen. Für die Untersuchung wurden zwischen August und Dezember 2020 monatlich rund 4200 Menschen online befragt. 20 bis 25 Prozent der Teilnehmer gaben an, die um drei Prozentpunkte abgesenkte Mehrwertsteuer als zusätzlichen Kaufanreiz wahrgenommen zu haben und deshalb private Anschaffung teilweise vorgezogen hätten. Mit Blick auf den Kinderbonus von 300 Euro pro berechtigtem Kind gab etwa jeder zweite Empfänger-Haushalt an, die Summe ganz oder zumindest einen Teil des Geldes für Konsumzwecke ausgegeben zu haben.
Ethikrat-Chefin Buyx fordert höheres Tempo beim Impfen
9 Uhr: Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, hat die schnelle Beteiligung niedergelassener Ärzte bei den Corona-Impfungen gefordert. »Es ist ein ethisches Gebot, jetzt Meter zu machen beim Impfen«, sagte Buyx am Donnerstag in der Sendung »Frühstart« von RTL und n-tv. »Ich bin ein ganz großer Befürworter, dass man das in die niedergelassenen Praxen bringt – so schnell wie möglich.«
Sie habe großes Vertrauen, dass die niedergelassenen Ärzte die vorgegebene Impfreihenfolge im Großen und Ganzen gut umsetzen können, sagte die Ethikratsvorsitzende. Sie sei zwar dafür, grundsätzlich an der Priorisierung festzuhalten. Aber den Ärztinnen und Ärzten solle die Möglichkeit gegeben werden, »selbst zu entscheiden, wen impfe ich jetzt von meinen Patientinnen und Patienten besonders schnell, wer braucht besonders viel Schutz«.
Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten am Vortag beschlossen, dass die Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen routinemäßig wohl erst Mitte April starten können. Die bestehenden Impfzentren sollten weiterhin parallel mindestens 2,25 Millionen Impfungen pro Woche verabreichen, hieß es. Der darüber hinaus vorhandene Impfstoff solle dann den Arztpraxen zur Verfügung gestellt werden.
GlaxoSmithKline plant Zulassungsantrag für Covid-19-Antikörpertherapie
8.55 Uhr: Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline und sein Partner Vir Biotechnology planen nach positiven Studiendaten mit einem Corona-Medikament einen Antrag auf Notfallzulassung. Ein unabhängiges Kontrollgremium sah Hinweise auf eine hochgradige Wirksamkeit der Antikörpertherapie und empfahl, die Aufnahme weiterer Patienten in die Studie zu unterbrechen, wie die beiden Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Eine Zwischenanalyse basierend auf Daten von 583 Patienten der entscheidenden Phase-3-Studie zeigte demnach einen Rückgang von 85 Prozent bei Krankenhauseinweisungen und Todesfällen gegenüber einem Scheinmedikament (Placebo).
Auf Basis dieser Ergebnisse wollen GSK und Vir nun bei der US-Gesundheitsbehörde FDA und auch in weiteren Ländern eine Notfallzulassung für die Antikörper-Therapie beantragen. Eine vitro-Laborstudie mit dem Mittel hat nach Angaben der beiden Unternehmen zudem gezeigt, dass der Antikörper auch gegen die ansteckenderen neuen Virus-Varianten effektiv ist.
Corona-Pandemie verhindert Naturschutz
8.47 Uhr: Der Naturschutz hat in vielen Teilen der Welt wegen der Corona-Pandemie schweren Schaden genommen. So mussten in mehr als der Hälfte aller Schutzgebiete in Afrika Patrouillen und Einsätze gegen Wilderer reduziert oder eingestellt werden, wie die Weltnaturschutzunion (IUCN) am Donnerstag in Gland bei Genf berichtete. Auch ein Viertel aller Schutzgebiete in Asien meldete Einschränkungen bei Naturschutzaktivitäten. In Nord- und Lateinamerika sowie in Europa und der Region Ozeanien seien die wichtigsten Funktionen aufrechterhalten worden, obwohl Einkünfte durch Touristen fehlten.
Nach Umfragen in mehr als 60 Ländern verlor jeder fünfte Wildhüter seinen Arbeitsplatz, jeder vierte musste mit einer Einkommenskürzung oder Auszahlungsverspätung fertig werden, schreibt die IUCN in der hauseigenen Zeitschrift »Parks«. In 22 Ländern seien in mindestens 64 Fällen Erhaltungsmaßnahmen in Schutzgebieten zugunsten von Straßenbau oder Öl- und Gasförderung zurückgenommen worden. Natürlich habe die Gesundheitskrise der Menschen in der Corona-Pandemie Priorität, sagte IUCN-Generaldirektor Bruno Oberle. »Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir nur mit Investitionen in eine gesunde Natur eine solide Basis für die Erholung von der Pandemie schaffen und künftige Krisen der öffentlichen Gesundheit vermeiden.«
Kambodscha meldet ersten Corona-Toten
8.33 Uhr: In Kambodscha ist ein 50-Jähriger als erster Mensch, der an Covid-19 gestorben ist, registriert worden. Das teilte das Gesundheitsministerium mit. Der Tod des Mannes steht im Zusammenhang mit einem lokalen Ausbruch mit mehreren hundert Infizierten.
Der Verstorbene hatte offiziellen Angaben zufolge als Fahrer für einen ebenfalls infizierten chinesischen Staatsbürger gearbeitet. Am 27. Februar wurde er positiv auf das Coronavirus getestet, nicht einmal zwei Wochen später starb er.
Mit insgesamt nur rund 1100 Coronavirus-Infektionen zählt Kambodscha zu den Ländern mit den wenigsten Fällen in Asien. Ein starker Anstieg der Infektionen seit dem 20. Februar hat die Gesamtzahl jedoch mehr als verdoppelt hat.
Kassenärztliche Bundesvereinigung glaubt nicht an Impfbeginn in Hausarztpraxen im April
8.22 Uhr: Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, sieht die Haus- und Fachärzte nicht wie von der Bundesregierung geplant im April mit den Corona-Impfungen starten. Auf die Impfressourcen könne »wohl erst im Mai in Arztpraxen zurückgegriffen werden«, sagte Gassen im ZDF-»Morgenmagazin«. Es fehle an Impfstoff. Außerdem habe die Regierung entschieden, vorerst die Menschen prioritär weiter in Impfzentren zu immunisieren.
»Fünf Millionen Impfungen pro Woche sind in Arztpraxen ohne große Anstrengung machbar«, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende. Voraussetzung sei, dass diese Impfstoffmengen verfügbar seien. »Dann wären 50.000 oder 100.000 Praxen im Impfprozess beteiligt. Das können sogar mehr werden«, stellte Gassen in Aussicht.
Nach Beratungen im Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch hieß es, die Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen könnten routinemäßig wohl erst Mitte April starten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder hatten in ihren Corona-Beratungen vergangene Woche noch einen Impfstart in den Praxen Anfang April anvisiert.
Roche erleidet Rückschlag bei Entwicklung von Corona-Medikament
7.48 Uhr: Das Medikament Actemra des Schweizer Pharmakonzerns Roche hat in einer klinischen Studie den Wirkungsnachweis bei schwer erkrankten Covid-19-Patienten verfehlt. Durch die Verabreichung der Arznei zusätzlich zum Medikament Remdesivir von Gilead verringerte sich die Zeit bis zur Krankenhausentlassung von Patienten mit schwerer Lungenentzündung nicht.
Das primäre Hauptziel des Phase-III-Tests wurde damit nicht erreicht. Auch die Notwendigkeit für eine künstliche Beatmung und das Sterberisiko nahmen nicht ab. Roche testet den Einsatz von Actemra bei einer Coronavirus-Infektion in verschiedenen Studien und Kombinationen.
Passagieraufkommen am Flughafen Frankfurt sinkt weiter
7.19 Uhr: Am Frankfurter Flughafen ist der Passagierverkehr wegen der anhaltenden Shutdowns und Reisebeschränkungen im Februar noch einmal deutlich abgesackt. Der Flughafenbetreiber Fraport zählte an Deutschlands größtem Luftfahrt-Drehkreuz im vergangenen Monat 681.845 Passagiere und damit 84,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie er mitteilte.
Das waren rund 200.000 Passagiere weniger als im Januar, als der Rückgang im Jahresvergleich 80,9 Prozent betragen hatte. Viele Fluggesellschaften hatten auf die Lockdowns in zahlreichen Ländern reagiert und ihr ohnehin gekapptes Flugangebot weiter zurückgefahren.
Im Cargo-Geschäft ging es hingegen kräftig aufwärts. Im Februar erhöhte sich das Aufkommen an Fracht und Luftpost in Frankfurt am Main im Jahresvergleich um 21,7 Prozent auf 180.725 Tonnen.
Ramelow wirbt für Bestellung von Sputnik-Impfstoff
5.55 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat dafür geworben, den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V zu bestellen. »Für mich ist der Sputnik-Impfstoff eine große Chance, wieder schneller zur Normalität zurückzukehren«, sagte der Linkenpolitiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Ich appelliere an die Bundesregierung, gegenüber der EU deutlich zu machen, dass jetzt bei den Produzenten von Sputnik entsprechende Impfmengen geordert werden sollten.«
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft Sputnik V derzeit. Die EU-Kommission hatte vergangene Woche klargestellt, dass sie mit den Sputnik-Herstellern derzeit nicht über einen Lieferrahmenvertrag für alle 27 EU-Staaten verhandelt.
Brasilien meldet erstmals über 2000 Corona-Tote in 24 Stunden
5.50 Uhr: Nach der bisher todbringendsten Woche in der Pandemie hat Brasilien erstmals mehr als 2000 Corona-Tote an einem Tag erfasst. 2286 Menschen sind nach Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Mittwochabend (Ortszeit) innerhalb von 24 Stunden gestorben.
Insgesamt sind damit in Brasilien 270.656 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Neu infiziert haben sich 79.876 Menschen, womit die Zahl der Corona-Infizierten in dem größten Land Lateinamerikas auf mehr als 11,2 Millionen stieg. Nur in den USA und in Indien sind die Zahlen noch höher.
Brasilien, das erst im Januar mit Impfungen begann, ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder. Das Gesundheitssystem ist in vielen Städten zusammengebrochen. So haben die Intensivstationen für Covid-19-Patienten etwa in Porto Velho, Campo Grande und Porto Alegre laut der Forschungseinrichtung »Fundação Oswaldo Cruz« (Fiocruz) 100 Prozent Auslastung erreicht.
Nach Angaben der Forschungseinrichtung Fiocruz haben die intensive Zirkulation von Menschen und die zunehmende Ausbreitung von Sars-CoV-2 das Auftreten von »besorgniserregenden Varianten« in Brasilien wie der offenbar im Amazonasgebiet entstandenen neuen P.1-Variante begünstigt.
Lokale Politiker haben den Ernst der Lage erkannt und die Maßnahmen gegen eine rasante Ausbreitung des Coronavirus zuletzt verschärft. Präsident Jair Bolsonaro, der das Coronavirus von Anfang an verharmlost hatte und mittlerweile auch den Sinn einer Impfung in Zweifel zieht, lehnt Einschränkungen aus wirtschaftlichen Gründen weiter ab.
Mehrere Unternehmen bieten Mitarbeitern offenbar Schnelltests an
4.45 Uhr: Mehrere große Unternehmen wollen ihrer Belegschaft laut einem Medienbericht Corona-Schnelltests in der Firma oder für zu Hause anzubieten. Unter anderem planten dies Aldi Süd, Aldi Nord, Henkel, Metro, Rewe, RWE und Telekom, berichtete die »Rheinische Post«. Beim Handelskonzern Metro soll es demnach für die Beschäftigten in der Zentrale pro Woche zwei Tests geben.
Aldi Süd und Aldi Nord bieten den Beschäftigten in den Filialen ab nächster Woche alle sieben Tage einen kostenlosen Selbsttest an. Der Energieversorger RWE will dem Bericht zufolge Schnelltests und Selbsttests an allen großen Standorten anbieten. Bei Henkel bekämen alle Mitarbeiter in Deutschland fünf Selbsttests nach Hause geschickt, Vodafone prüfe eine ähnliche Aktion. Die Deutsche Post habe schon mehr als 46.000 Tests an deutschen Betriebsstätten vorgenommen.
Hausärzteverband kritisiert Verzögerung beim Impfstart in Arztpraxen
4.00 Uhr: Der Chef des Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, hat die Verzögerung beim Start der Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen kritisiert. »Wir sind nicht nur bereit, wir scharren schon seit Wochen ungeduldig mit den Hufen«, sagte Weigeldt dem Deutschlandfunk. Er könne nicht nachvollziehen, dass »man das Volk sozusagen im Lockdown hält«, statt es zu impfen. Die Impfzentren seien am Anfang sicher notwendig gewesen. In den Praxen könne aber schneller und besser geimpft werden.
Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich am Mittwoch auf die Empfehlung geeinigt, mit den Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen routinemäßig Mitte April zu beginnen. Begründet wurde dies damit, dass noch nicht genügend Impfstoff für einen früheren Start zur Verfügung stehe. Zuvor war ein Impfstart in den Praxen Anfang April anvisiert worden. Die endgültige Entscheidung treffen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs auf Grundlage der Empfehlung der Gesundheitsminister.
RKI-Chef Wieler warnt: dritte Corona-Welle hat begonnen
3.45 Uhr: Ein Jahr nach der Erklärung einer Pandemie durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in Deutschland nach Überzeugung des Robert Koch-Instituts die dritte Corona-Welle begonnen. »Wir haben ganz klare Anzeichen dafür: In Deutschland hat die dritte Welle schon begonnen«, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler im Gespräch mit der Uno-Journalistenvereinigung (ACANU) in Genf. »Ich bin sehr besorgt.« Die strikte Anwendung von Schutzmaßnahmen wie Maske tragen und Abstand halten sei trotz Impfungen weiter dringend nötig.
Die Impfkampagne sei ein Wettlauf gegen das mutierende Virus. Die Ziellinie sei aber in Sicht: Wenn es keine Unterbrechungen wegen Produktionsausfällen oder aus anderen Gründen gebe, könnten bis Herbst 80 Prozent der Bevölkerung immun gegen das Virus seien. »Wenn das der Fall ist, können alle Maßnahmen aufgehoben werden«, sagte Wieler. Er geht davon aus, dass nach den ersten Impfrunden Auffrischungen nötig sind – in welchen Abständen, sei bislang unklar.
US-Regierung erlaubt dank Impfungen wieder Besuche in Pflegeheimen
2.35 Uhr: Angesichts der erfolgreichen Corona-Impfkampagne in Pflege- und Altenheimen sind in den Einrichtungen nach einer neuen Richtlinie wieder Besuche erlaubt. Dies gelte unabhängig davon, ob die Besucher oder Heimbewohner geimpft seien, teilte die zuständige Behörde CMS mit. In den Heimen seien bislang rund drei Millionen Menschen geimpft worden, hieß es. Die »lange anhaltende Isolierung und Trennung von der der Familie« wegen der Pandemie hätten die Heimbewohner und deren Angehörige psychologisch, emotional und körperlich belastet, hieß es von der Behörde.
Besuche sollen demnach nur in Ausnahmefällen untersagt werden können, etwa wenn in einem Gebiet mehr als zehn Prozent aller Corona-Tests positiv ausfallen und weniger als 70 Prozent der Heimbewohner vollständig geimpft sind. Zudem sollen Besuche auch bei Menschen mit aktiver Infektion untersagt werden können, oder bei jenen, die sich in Quarantäne befinden. Doch selbst in diesen Fällen sollen bei dringlichen gesundheitlichen Gründen Besuche möglich sein.
Die neuen Richtlinien seien in Zusammenarbeit mit der US-Gesundheitsbehörde CDC erarbeitet worden, erklärte das CMS. Dabei handelt es sich um das Zentrum für Medicare und Medicaid Services, also eine Behörde, die unter anderem für die Gesundheitsversorgung von Amerikanern ab dem Rentenalter zuständig ist.
Lauterbach: Kein höheres Impftempo im April durch Hausärzte
2.10 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dämpft Erwartung an ein höheres Impf-Tempo im April. "Es ist richtig, die Hausärzte in die Impfstrategie einzubinden, auch wenn sich dadurch das Impftempo wegen des Mangels an Dosen bis Ende April noch nicht wesentlich erhöhen lässt", sagt Lauterbach der Zeitung, »Rheinische Post«.
Union verliert durch Maskenaffäre Vertrauen
1.45 Uhr: Die Union verliert durch die Maskenaffäre an Vertrauen in der Bevölkerung. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Online-Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Zeitungen der Funke Mediengruppe. Demnach vertrauen nur rund ein Drittel der Befragten der Union in gleichem Maße wie vor den Korruptionsvorwürfen. Rund 60 Prozent geben hingegen an, dass die Maskenaffäre ihr Vertrauen in die CDU und CSU negativ beeinflusst habe. Gut 75 Prozent der Befragten rechnen damit, dass die Parteien daher bei der Bundestagswahl mit großer Wahrscheinlichkeit Schaden nehmen werden.
Zahnärzte wollen beim Impfen helfen
0.35 Uhr: Die Zahnärzte in Deutschland bieten weiterhin an, bei Test- und Impfmaßnahmen zu unterstützen. "Das Angebot gilt weiterhin", sagt der Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Wolfgang Eßer, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
Als approbierte Ärzte seien Zahnärzte grundsätzlich dazu befähigt, Impfungen durchzuführen. Gerade im Hinblick auf schnelle und flächendeckende Impfungen sei es wichtig, ausreichend Impf-Ärzte zu haben.
Malta schließt Schulen und Geschäfte
0.10 Uhr: Malta schließt im Kampf gegen die steigenden Corona-Zahlen ab Donnerstag die Schulen sowie alle Geschäfte und Dienstleistungen, die nicht als systemrelevant gelten. Die Sperren gelten für rund einen Monat, kündigte Premierminister Robert Abela in einer Ansprache am Mittwoch an. Reisen auf Maltas Schwesterinsel Gozo würden eingeschränkt. Organisierter Sport ist künftig verboten. Hochzeiten dürften nicht mehr gefeiert werden.
Die Beschränkungen gelten den Angaben zufolge bis mindestens 11. April, wenn die Osterferien enden. Zuvor hatte das kleine EU-Land mit rund 500.000 Einwohnern einen Rekordwert von über 500 Corona-Neuinfektionen in 24 Stunden registriert.
WHO-Einstufung von Corona als Pandemie jährt sich zum ersten Mal
0.05 Uhr: Die Einstufung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus als Pandemie jährt sich am Donnerstag zum ersten Mal. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte Covid-19 am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt. Der Begriff »Pandemie« setzt sich aus den altgriechischen Wörtern »pan« für »alles« und »demos« für »Volk« zusammen. Die WHO definiert eine Pandemie als eine Situation, in der die gesamte Weltbevölkerung potenziell einem Erreger ausgesetzt ist – und das Risiko besteht, dass »ein Teil von ihr erkrankt«.
Ihre höchste Alarmstufe wegen des neuartigen Erregers hatte die WHO allerdings schon am 30. Januar 2020 ausgerufen, indem sie die Ausbreitung von Sars-CoV-2 zum »öffentlichen Gesundheitsnotfall von internationalem Interesse« erklärte. Seit der Registrierung der ersten Infektionen im Dezember 2019 in China wurden bis heute weltweit mehr als 117 Millionen Ansteckungen nachgewiesen. Mehr als 2,6 Millionen Infizierte starben.
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