Heinz Hermann Thiele ist tot: Der Steinzeit-Musk
Icon: vergrößernHeinz Herrmann Thiele: Er wurde 79 Jahre alt
Foto: AFP / Knorr-Bremse
Am Ende hat Heinz Hermann Thiele noch einmal allen gezeigt, was für eine Art Unternehmer er ist. Vor einem Jahr erwarb er zur allgemeinen Verblüffung 12,4 Prozent der Lufthansa-Aktien. Er sah sich als Wirtschaftspatriot, der sich gegen den Niedergang der deutschen Industrie-Ikone stemmen wollte. Für die Politik aber war er der Mann, der mit seinem Starrsinn die staatliche Rettung in der Coronakrise beinahe zum Scheitern brachte. Die Arbeitnehmer brachte er mit radikalen Sanierungsforderungen gegen sich auf. Und Lufthansa-Investoren fragten sich, was denn wohl in den alten Thiele gefahren sei, und ob er sie um ihr Geld bringen wolle.
Wieder einmal hatte Thiele die ganze Republik in Aufruhr versetzt. Und ein bisschen schien ihm das zu gefallen, spürte er doch seine Macht. Schließlich aber arrangierte sich der Selfmade-Milliardär, für den der Staat im Wirtschaftsleben nichts zu suchen hatte, mit dem Einstieg des Bundes. Ja, er paktierte sogar mit der Regierung, um den Arbeitnehmern einen größeren Sanierungsbeitrag abzuringen, erzielte Teilerfolge, der Aktienkurs ist seit dem Tief im Herbst um mehr als 60 Prozent gestiegen.

