Corona-News am Dienstag: Söder plädiert für Änderung der Impf-Priorisierung
Icon: vergrößernSöder kritisiert die mangelnde Impfbereitschaft mit dem AstraZeneca-Impfstoff
Foto: Peter Kneffel / dpa
Das waren die Corona-News vom 23. Februar.
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Impfskepsis in Polen nimmt trotz steigender Corona-Fallzahlen zu
22.48 Uhr: In Polen nimmt die Skepsis gegenüber den Corona-Impfstoffen zu. Einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts CBOS zufolge wollen sich 33 Prozent der Polen nicht gegen Covid-19 impfen lassen – das waren drei Prozentpunkte mehr als in einer ähnlichen Befragung vom Januar. Wegen steigender Infektionszahlen hatte die Regierung in Warschau kürzlich vor einer dritten Corona-Welle gewarnt.
CBOS befragte zwischen dem 1. und dem 11. Februar 1179 Menschen zu ihrer Haltung zu den Corona-Vakzinen. 55 Prozent gaben an, sich impfen lassen zu wollen, 33 Prozent wollten dies nicht tun. Bei den Unter-45-Jährigen lag der Anteil der Impfwilligen laut der Befragung bei weniger als 50 Prozent.
Im Januar hatten noch 56 Prozent der Befragten gegenüber CBOS angegeben, sich gegen den Covid-19-Erreger impfen lassen zu wollen. 30 Prozent standen den Impfstoffen damals ablehnend gegenüber.
Am Freitag hatte Gesundheitsminister Adam Niedzielski die Polen auf eine dritte Infektionswelle eingeschworen. Die dritte Welle sei nicht länger eine Frage des Ob, sondern des Ausmaßes, sagte Niedzielski. Eine Abkehr von den kürzlich erfolgten Lockerungen kündigte die Regierung in Warschau bisher allerdings nicht an. Seit Jahresbeginn wurden in Polen Geschäfte, Museen, Kinos, Theater und Schwimmbäder wieder geöffnet.
Irland bleibt bis April im Lockdown
22.25 Uhr: In Irland soll bis mindestens zum 5. April die höchste Stufe der Corona-Maßnahmen gelten. Das sagte Premierminister Micheal Martin am Dienstag im Regierungssitz in Dublin. Die Schulen sollen allerdings schrittweise bereits vom kommenden Monat an wieder geöffnet werden.
Die Infektionszahlen seien zwar rückläufig, so Martin. Doch die britische Virus-Variante B.1.1.7 habe die Situation stark verändert. Inzwischen seien 90 Prozent aller Neuinfektionen in dem Land auf den sich schneller ausbreitenden Virus-Typ zurückzuführen. »Die Wahrheit ist, dass dies die Dynamik erheblich verändert hat, und wir müssen sehr vorsichtig sein, wenn wir die nächsten Schritte voran machen«, sagte der irische Premier.
Irland hatte zu Beginn des Jahres einen massiven Anstieg der Infektionszahlen verzeichnet. Dieser wurde aber von Experten vor allem mit vorübergehenden Lockerungen an den Weihnachtstagen in Verbindung gebracht.
Inzwischen wird die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner landesweit mit knapp 270 angegeben. In Deutschland liegt der Vergleichswert bei circa 60. Die Zahl wird aber in Irland, anders als in Deutschland, nicht für den Zeitraum von sieben, sondern von 14 Tagen berechnet und bezieht sich auf die ersten beiden Wochen im Februar.
Neues Epidemiegesetz in Dänemark ermöglicht weitreichende Beschränkungen
21.57 Uhr: Das dänische Parlament hat einem neuen Epidemiegesetz zugestimmt, das neue, weitreichende Beschränkungen zur Eindämmung von Infektionskrankheiten ermöglicht. Das Gesetz wurde am Dienstagabend mit großer Mehrheit verabschiedet. Zum 1. März ersetzt es die Gesetzesänderungen, die im März 2020 zu Beginn der Coronavirus-Pandemie im Schnellverfahren abgesegnet worden waren – kurz nachdem Ministerpräsidentin Mette Frederiksen strikte Corona-Maßnahmen in ihrem Land eingeführt hatte.
Zugleich verleiht das neue Gesetz dem Folketinget – dem Parlament in Kopenhagen – mehr Macht: Der Gesundheitsminister muss sich künftig an die Parlamentarier wenden, um Unterstützung für geplante Maßnahmen zu erhalten, bevor diese erlassen werden. Das bedeutet letztlich, dass die Regierung das Land nicht ohne Parlamentszustimmung in den Lockdown versetzen oder Maßnahmen erlassen kann. Das Folketinget kann jedoch nicht verhindern, wenn ein Minister geltende Bestimmungen aufheben, lockern oder leicht abändern will.
Nicht alle Dänen sind mit dem Gesetz einverstanden. Der Entwurf hatte in Kopenhagen über einen längeren Zeitraum zu Demonstrationen vor Schloss Christiansborg geführt, in dem das Parlament sitzt.
Spahn: Lehrer und Kita-Beschäftigte ab Mittwoch impfen
21.16 Uhr: Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher an Kitas sollen von Mittwoch an gegen Corona geimpft werden können. »Beschäftigte in Kitas, in der Kindertagespflege, in Grund- & Förderschulen können ab morgen von den Ländern geimpft werden«, teilte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag im Kurznachrichtendienst Twitter mit. »Unsere entsprechende Verordnung tritt dann in Kraft.«
Nach Angaben aus seinem Ministerium soll die Verordnung am Mittwoch im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Spahn erwartet so »zusätzliche Sicherheit« in einem Umfeld, in dem Abstand und Maske nicht immer möglich seien. Seit Montag sind Grundschulen und Kitas in zehn Bundesländern teilweise wieder geöffnet.
Für diese Impfungen infrage kommen dann voraussichtlich zunächst hunderttausende Impfdosen des Herstellers AstraZeneca, die bisher ungenutzt Ländern lagern. Dem Gesundheitsministerium zufolge sind mehr als 1,4 Millionen Dosen an die Länder geliefert. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden davon aber nur 212.000 Dosen gespritzt.
Ausgangssperre in den Niederlanden bis zum 15. März verlängert
20.53 Uhr: Die niederländische Regierung hat eine Verlängerung der Corona-bedingten nächtlichen Ausgangssperre bis zum 15. März bekannt gegeben. Über eine mögliche weitere Verlängerung werde die Regierung am 8. März entscheiden, sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstag. Am 15. März beginnt in den Niederlanden die vorgezogene Parlamentswahl. Gegen die Einführung der Ausgangssperre zwischen 21.00 und 04.30 hatte es in dem Land heftige Proteste gegeben.
»Wir befinden uns zurzeit noch in einer unglaublich schwierigen Phase«, sagte Rutte. Nach Einschätzung von Experten sei eine dritte Infektionswelle unvermeidlich, sagte er. Während Bars, Cafés und Restaurants in den Niederlanden weiter geschlossen bleiben müssen, kündigte Ruttes Regierung leichte Lockerungen in anderen Bereichen an. So dürfen unter anderem Friseursalons wieder öffnen.
Rutte befindet sich seit Mitte Januar nur noch geschäftsführend im Amt. Seine Regierung war nach einem Skandal um Familienbeihilfen zurückgetreten. Mitte März findet in den Niederlanden eine vorgezogene Parlamentswahl statt. Um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, wird der Urnengang über drei Tage gestreckt.
Die Einführung der nächtlichen Ausgangssperre – der ersten in den Niederlanden seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges – hatte im Januar zu teils gewaltsamen Protesten geführt, in deren Verlauf mehr als 400 Menschen festgenommen wurden.
»Coronavirus-Update«: Schnelltests können Schulen sicherer machen
20.29 Uhr: Antigen-Schnelltests sind aus Sicht der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek ein wichtiges Werkzeug im Kampf gegen das Coronavirus. Solche Tests hätten zwei große Vorteile, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstag im NDR-Podcast »Coronavirus-Update«: Sie seien schneller als PCR-Tests – »das heißt, sie können viel schneller reagieren« – und es seien mehr Tests möglich – »das heißt, sie können eine viel größere Anzahl durchführen.«
Ciesek sagte weiter: »Diese Kombination machen sie in bestimmten Bereichen des Lebens wie in der Schule zu einem sinnvollen Tool, um Infektionsketten schnell zu unterbrechen und die Ausbreitung in der Schule zu vermeiden.« Schnelltests ermöglichten es nicht nur, dass man schnell erkennt, wenn jemand infiziert ist, »sondern vor allen Dingen auch infektiös (ansteckend) ist«. Man müsse daher die Grenzen solcher Tests gut erklären. Grundsätzlich gelte aber: »Jeder richtig Erkannte zählt.«
In Österreich werden zweimal wöchentlich alle Schüler und Lehrer getestet. Das habe »sicherlich einen großen Effekt«, sagte Ciesek. »Es gibt Modellierungen, dass eine Testung zweimal pro Woche die Anzahl der Ausbrüche um ungefähr 50 Prozent reduzieren können.« Es könne aber auch zu Problemen führen. Bei so vielen Tests gebe es auch falsch positive Befunde. »Wenn das häufiger passiert, dann kann beim Laien auch das Vertrauen in diese Testung verloren gehen.«
AstraZeneca will offenbar zugesagte Impfstoff-Menge halbieren
19.58 Uhr: Der Pharmakonzern AstraZeneca wird einem Insider zufolge wohl auch im zweiten Quartal deutlich weniger Impfstoff in die EU liefern als vereinbart. Das Unternehmen rechne damit, zwischen April und Juni weniger als die Hälfte der vertraglich zugesagten 180 Millionen Impfdosen in die Staatengemeinschaft zu liefern, sagte ein EU-Vertreter am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Sollte dies so kommen, könnte das EU-Ziel gefährdet sein, bis zum Sommer 70 Prozent der Erwachsenen geimpft zu haben.
Der britisch-schwedische Konzern habe in internen Gesprächen erklärt, im zweiten Quartal nur »weniger als 90 Millionen Einheiten« zu liefern, sagte der EU-Vertreter, der nach eigenen Angaben in die Gespräche eingebunden war. Ein AstraZeneca-Sprecher wollte sich auf Anfrage nicht zu konkreten Zahlen äußern. Ein Sprecher der EU-Kommission, die die Gespräche mit den Impfstoffherstellern koordiniert, sagte, man könne sich zu den Diskussionen nicht äußern, da diese vertraulich seien. Die EU sollte aber unabhängig von der Situation bei AstraZeneca mehr als genügend Impfstoff zur Erreichung ihrer Impf-Ziele haben, wenn die erwarteten und vereinbarten Lieferungen von anderen Herstellern erfüllt würden, so der Sprecher.
AstraZeneca hatte Ende Januar erklärt, wegen Engpässen in der Produktion in einem Werk in Belgien die zugesagte Liefermenge in die EU im ersten Quartal nicht einhalten zu können. Zunächst war erwartet worden, dass die Zahl der Impfdosen dadurch mit 31 Millionen Stück rund 60 Prozent niedriger ausfällt als geplant. Später hieß es, es sollen 40 Millionen Einheiten geliefert werden. Sollten im zweiten Quartal etwa 90 Millionen Einheiten hinzukommen, würde sich das für das gesamte erste Halbjahr auf 130 Millionen Dosen von AstraZeneca summieren. Zugesagt waren für den Zeitraum 300 Millionen.
Italiens Kulturszene protestiert für Öffnungen
18.33 Uhr: In Italien mehren sich die Proteste gegen die monatelangen Schließungen von Kultureinrichtungen wie Theatern und Kinos. Kulturbeschäftigte gingen in mehreren Städten wie Mailand, Rom und Palermo auf die Straßen, um eine Öffnung zu fordern. Gewerkschaften und Verbände hatten nach italienischen Medienangaben beklagt, dass ein Teil der Häuser schon seit rund einem Jahr dicht sei. Außerdem würden die von der Regierung in Rom zugesagten Hilfen bei vielen Kulturmachern nicht ankommen.
Der Klassik-Musikverband AIAM hatte am 25. Januar eine Internetaktion gestartet: Täglich kommt in den sozialen Netzwerken in einem Kurzvideo einer der wenig bekannten Menschen zu Wort, die die Musikszene Italiens tragen. Die Männer und Frauen berichten, was das Mittelmeerland ohne Kunst und Kultur riskiert zu verlieren.
Lockdown-Ende am 21. Juni: Petition für freien Tag in England
17.31 Uhr: Ein Feiertag gegen Corona: Mit einer Petition wird in England ein freier Tag gefordert, um das erwartete Ende aller Lockdown-Maßnahmen am 21. Juni zu feiern. Innerhalb weniger Stunden unterzeichneten im Internet weit mehr als 10.000 Menschen den Antrag. Bei mehr als 10.000 Unterschriften muss die Regierung auf eine Petition reagieren, bei 100.000 muss das Parlament darüber diskutieren.
Der 21. Juni ist der frühestmögliche Termin, an dem alle Restriktionen aufgehoben sein sollen, wie der britische Premierminister Boris Johnson am Montag angekündigt hatte.
Mehrere Bundesländer starten mit Impfung für Polizeibeamte
16.32 Uhr: In mehreren Bundesländern können sich Polizistinnen und Polizisten bereits jetzt oder in Kürze gegen das Coronavirus impfen lassen. In Brandenburg haben bis zum Dienstag bereits über 1000 Beamte eine Impfung erhalten, wie das Polizeipräsidium mitteilte. Dort war vergangene Woche die Impfkampagne für Polizisten gestartet. In Berlin kündigte die Gesundheitsverwaltung an, dass sich 12.000 Polizisten schon bald freiwillig impfen lassen könnten.
Die Gesundheitsbehörde in Hamburg teilte mit, dass am Wochenende bereits erste Impfungen für Polizisten und niedergelassene Ärzte erfolgt seien. In den genannten Bundesländern erhalten die Beamten den Impfstoff des Herstellers AstraZeneca.
94 Prozent weniger Krankenhausaufenthalte nach einer Dosis AstraZeneca
16.00 Uhr: Die bisher zugelassenen Corona-Impfstoffe wirken: Eine Studie aus Schottland zeigt, dass das Risiko für Krankenhausaufenthalte bereits nach der ersten Dosis stark sinkt – bei AstraZeneca sogar stärker als bei Biontech. Lesen Sie hier mehr.
Brandenburger Gartenmärkte dürfen am Montag öffnen
15.33 Uhr: In Brandenburg dürfen am Montag neben Friseursalons auch Gartenmärkte, Gärtnereien und Blumenläden wieder öffnen. Das gab Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung bekannt. Diese Lockerungen der Corona-Beschränkungen sind bereits nach der aktuellen Verordnung möglich, die noch bis zum 7. März gültig ist. »Das ist ein kleiner Schritt, das ist mir bewusst«, sagte Woidke. »Ich weiß, dass die Erwartungen bei den Industrie- und Handelskammern, bei den Handwerkskammern und im Einzelhandel deutlich größer sind.«
Italien will verstärkt Corona-Impfstoff in eigenen Land produzieren
15.25 Uhr: Italiens neue Regierung will das Impftempo gegen Corona beschleunigen und prüft deshalb die Produktion der Impfstoffe im eigenen Land. Der Präsident des Pharmaverbandes Farmindustria, Massimo Scaccabarozzi, sagte der Zeitung »La Stampa« vom Dienstag, potenziell seien Italiens Firmen in der Lage, die zugelassenen Stoffe ebenfalls herzustellen. Allerdings gebe es dabei vieles zu beachten, und es brauche Monate der Vorbereitung.
Der neue Regierungschef in Rom, Mario Draghi, hatte die Impfkampagne in seiner ersten Regierungserklärung vergangene Woche zu einem Schwerpunkt erklärt. Der Pharma-Präsident ist für Donnerstag zu Gesprächen zum Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Giancarlo Giorgetti, über eine nationale Impfstoff-Produktion eingeladen.
Weitere Schulen starten im Saarland in Wechselunterricht
15.20 Uhr: Ab dem 8. März starten im Saarland auch alle weiteren Schulen zunächst in den Wechselunterricht. Dies hat die saarländische Landesregierung am Dienstag entschieden. Am Montag waren bereits die Grundschulen und Primarstufen der Förderschulen in den Wechselbetrieb aus Präsenzunterricht und Lernen von zu Hause gestartet.
Ab dem 15. März soll es nach dem Beschluss für die Schüler der Klassenstufe 11 am Gymnasium und der Klassenstufe 12 an der Gemeinschaftsschule täglichen Präsenzunterricht vor Ort geben. An beruflichen Schulen könne die Beschulung bereits ab dem 8. März im wöchentlichen Wechsel erfolgen, hieß es.
AstraZeneca-Impfstoff wird zum Ladenhüter
15.15 Uhr: Das Impfen in Deutschland geht nur langsam voran. Wegen kritischer Vorbehalte gegen den AstraZeneca-Impfstoff bleibt die Vakzine liegen – und das, obwohl am Wochenende erneut 650.000 Dosen erwartet werden. Lesen Sie hier mehr.
Auch in Sachsen-Anhalt dürfen Baumärkte und Floristen ab März öffnen
15.06 Uhr: In Sachsen-Anhalt dürfen neben den Schulen und Friseuren ab März auch mehrere Wirtschaftszweige wieder öffnen. Gartenmärkte, Gärtnereien, Blumenläden sowie Baumärkte, Fahr- und Flugschulen könnten ab kommender Woche wieder den Betrieb aufnehmen, kündigte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung an. »Das ist notwendig, weil wir auch saisonal bedingt diese Angebote benötigen, auch für das persönliche Bedürfnis, sich zu betätigen, wenn das Wetter wieder schöner wird.«
Außerdem sollen Spitzensportler wieder trainieren dürfen, sagte der Regierungschef. Damit wolle die Landesregierung die Chancen wahren »wieder Weltmeisterschafts- und Olympiamedaillen zu erringen«, sagte Haseloff. Neben den allgemeinbildenden Schulen sollen deshalb auch Sportschulen wieder öffnen dürfen.
Rheinland-Pfalz macht Anprobe von Brautkleidern eingeschränkt wieder möglich
14.57 Uhr: Mit einer Neuregelung will Rheinland-Pfalz unter anderem die Anprobe von Brautkleidern im Geschäft unter Corona-Schutzmaßnahmen ab kommender Woche wieder möglich machen. »Nach vorheriger Vereinbarung können Einzeltermine vergeben werden und immer nur ein Hausstand das Geschäft betreten«, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Dienstag nach einer Sitzung ihres Kabinetts in Mainz. Ab dem kommenden Montag werde ein solches »Terminshopping« möglich gemacht.
»Das ist zum Beispiel für Bekleidungsgeschäfte und Brautmodeläden eine Perspektive«, sagte Dreyer. Bei den Einzelterminen soll die Maskenpflicht gelten. Die Kontaktdaten der Kunden müssen erfasst werden. Wenn mehrere Einzeltermine in Folge an einem Tag vergeben werden, müssen dazwischen mindestens 15 Minuten für Hygienemaßnahmen und Lüften freigehalten werden.
Anteil britischer Mutante in Deutschland bei 30 Prozent
14.36 Uhr: Die zunächst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante B.1.1.7 breitet sich nach Beobachtung eines großen Laborverbands in Deutschland weiter aus. Während sich die Rate der positiven Corona-Tests insgesamt in den vergangenen Wochen verringert habe, sei der Anteil der Mutante gewachsen, sagte Michael Müller, der Vorsitzende des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM), am Dienstag in einer Videoschalte. In untersuchten Stichproben aus der vergangenen Woche habe der Anteil bei annähernd 30 Prozent gelegen. Die Angaben bilden die Ansteckungen von ungefähr ein bis zwei Wochen zuvor ab.
Müller sprach von einer erwartbaren Zunahme. In dieser Woche laufe in den Laboren wieder eine Erhebung für das Robert Koch-Institut (RKI). In dessen Berichten zur Entwicklung der Mutanten sind die ALM-Daten ein Baustein. Zuletzt hatte das RKI von einem Anstieg der britischen Variante von knapp 6 auf rund 22 Prozent in Stichproben binnen zwei Wochen berichtet.
Von den rund 934.000 Labortests in der Woche vom 15. bis 21. Februar waren nach ALM-Daten 6,47 Prozent positiv, die Auslastung habe bei 50 Prozent gelegen. Auf ansteckendere Virusvarianten wird davon allerdings nur ein Bruchteil untersucht. Die ALM-Auswertungen basieren auf Daten von rund 170 Laboren und stellen den Angaben nach rund 90 Prozent des Testgeschehens in Deutschland dar.
Vergangenen Freitag verkündete Gesundheitsminister Jens Spahn noch, dass der Anteil der britischen Mutante in Deutschland bei mehr als 20 Prozent liegen würden.
Stockholm rät Einwohnern zum konsequenten Maskentragen
14.28 Uhr: Die schwedische Hauptstadt Stockholm legt ihren Einwohnern angesichts wieder steigender Neuinfektionszahlen den umfassenden Gebrauch eines Mund-Nasen-Schutzes ans Herz. »Wir wollen, dass man während des gesamten Tages Mundschutz im öffentlichen Verkehr verwendet«, sagte die Infektionsschutzärztin der Region Stockholm, Maria Rotzén Östlund, am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Auch in bestimmten überdachten Bereichen – etwa beim Friseur, in der Apotheke oder im Lebensmittelmarkt – sowie bei Bedarf am Arbeitsplatz werde zum Mundschutz geraten. Die Empfehlungen gelten mit sofortiger Wirkung und vorläufig bis zum 22. März.
Hamburg verschärft Maskenpflicht
13.17 Uhr: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen und des vermehrten Auftretens von Virusmutanten wird Hamburg die Maskenpflicht weiter verschärfen. Generell müsse davon ausgegangen werden, dass spätestens ab dem Wochenende an allen Orten der Stadt, an denen Abstände nicht eingehalten werden können, Masken getragen werden müssen, sagte Senatssprecher Marcel Schweitzer am Dienstag. Lesen Sie hier mehr.
Bayern erlaubt körpernahe Dienstleistungen und öffnet Baumärkte
13.31 Uhr: In Bayern dürfen die zur Eindämmung der Corona-Pandemie vorübergehend geschlossenen Baumärkte vom kommenden Montag an wieder regulär für Kunden öffnen. Das hat das Kabinett bei seiner Sitzung am Dienstag in München beschlossen. Auch der Einzelunterricht in Musikschulen soll dort wieder möglich sein, wo die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche bei unter 100 liegt, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach der Kabinettssitzung.
Zuvor hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bereits angekündigt, es würden Gärtnereien und Gartenmärkte geöffnet, um zu vermeiden, dass Kunden die Waren dicht gedrängt bei Lebensmitteldiscountern kaufen. Es handele sich um verderbliche Ware. Auch körpernahe Dienstleistungen, wie die von Friseuren und Fußpflegern, dürfen von Montag an wieder erbracht werden.
Mehr als 40 Prozent Mutationen in München
13.11 Uhr: In München breiten sich nach Einschätzung von Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann die Mutationen immer weiter aus. In der siebten Kalenderwoche seien bei 151 von 365 untersuchten Corona-Proben Veränderungen auf dem Spike-Protein festgestellt worden, sagt Herrmann nach einer Kabinettssitzung. Das entspreche einem Anteil von 41,4 Prozent. Die britische, brasilianische und südafrikanische Corona-Varianten verfügen über Mutationen auf diesem Protein. »Nüchtern gesprochen, haben wir es mit einer zweiten Epidemie zu tun.«
Laschet sieht Fortschritte bei Corona-Impfungen in NRW
12.40 Uhr: Aus Sicht des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) geht die Impfkampagne gegen das Coronavirus in dem Bundesland »sehr gut voran«. Eine Million Impfdosen sei bereits verabreicht worden, sagte Laschet. Knapp 90 Prozent der über 80-Jährigen hätten inzwischen Impftermine, was etwa 800.000 Menschen entspräche.
Eine geringere Impfbereitschaft mit dem Impfstoff des Herstellers AstraZeneca sieht Laschet indes nicht. Nach Debatten über eine möglicherweise geringere Wirksamkeit der Vakzine gegen bestimmte Virusmutationen hieß es zuvor unter anderem aus NRW, man habe »einzelne Hinweise erhalten«, wonach »die Impfbereitschaft mit Blick auf AstraZeneca bislang tendenziell verhalten« sei.
Laut Laschet gibt es derzeit jedoch keine Probleme, das Mittel zu verimpfen. »All die Meldungen, die Leute wollen kein AstraZeneca und haben Bedenken, lassen sich für Nordrhein-Westfalen nicht bestätigen«, sagte Laschet. »Ein paar nehmen es nicht, die haben Pech gehabt, dann bekommt es der Nächste«, sagte der Ministerpräsident. In dem Bundesland gebe es genügend Menschen, die den Schutz durch das Mittel in Anspruch nähmen.
Staatsanwaltschaft überprüft mehr als 1000 Äußerungen von Hildmann
12.14 Uhr: Im Berliner Ermittlungsverfahren gegen den Corona-Verschwörer Attila Hildmann werden mehr als 1000 Äußerungen einzeln überprüft. Es geht dabei um Verdacht auf Volksverhetzung, Beleidigung und Bedrohung. »Das sind intensive, umfangreiche und zeitaufwendige Ermittlungen«, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Dienstag. »Die Auswertung der Beweismittel dauert an.«
Die »Süddeutsche Zeitung« hatte zuvor berichtet, dass die Beweiserhebung nur schleppend vorankäme. Eine der Festplatten soll demnach so stark beschädigt sein, dass die Daten nicht ausgelesen werden könnten, eine weitere sei offenbar durch ein Passwort so geschützt, dass Ermittler sie nicht öffnen könnten.
Hildmann, der früher als veganer Kochbuchautor bekannt war, nennt sich selbst »ultrarechts«.
Deutschland verlängert Grenzkontrollen um acht Tage
11.59 Uhr: Die Grenzkontrollen an den Übergängen zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol werden bis zum 3. März verlängert. Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Dienstag auf Nachfrage bestätigte, sollen die seit dem 14. Februar geltenden Verbote und Regeln für Einreisen von dort unverändert beibehalten werden.
Die Bundesregierung hatte Tschechien, die Slowakei und weite Teile Tirols in Österreich zu sogenannten Virusvarianten-Gebieten erklärt. Von dort dürfen aktuell nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es für Lastwagenfahrer und Grenzgänger mit systemrelevanten Berufen. Sie müssen einen negativen Corona-Test mitführen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Die Regeln wurden zunächst für zehn Tage eingeführt.
Die Bundespolizei kontrolliere die Einhaltung der verschärften Einreisebestimmungen an diesen Grenzabschnitten »örtlich und zeitlich flexibel mit eindeutigen Schwerpunkten auf internationalen beziehungsweise überregionalen Verkehrsverbindungen, um eine möglichst lückenlose Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs sicherzustellen«, hieß es aus dem Bundespolizeipräsidium in Potsdam. Die Zahl der Menschen, die an den Grenzen abgewiesen werden, ging den Angaben zufolge in den vergangenen Tagen zurück, »weil sich die Reisenden aufgrund der Kontrollen zunehmend regelkonform verhalten«.
Kaum noch freie Intensivbetten in Tschechien
11.45 Uhr: Wegen der Pandemie könnten die Kapazitäten der Intensivstationen in Tschechien schon bald vollständig erschöpft sein. Davor warnte am Dienstag der stellvertretende Gesundheitsminister Vladimir Cerny. In einer solchen Situation sei das Land noch nie gewesen, betonte der Medizinprofessor.
Tschechien habe begonnen, über mögliche Hilfe aus dem Ausland zu verhandeln. Aus Deutschland liege ein Angebot zur Übernahme von neun Intensivpatienten vor. Zudem sollen weiter Patienten innerhalb Tschechiens in weniger stark betroffene Gebiete umverteilt werden.
Ema prüft erweiterte Zulassung von Remdesivir
10.50 Uhr: Die europäische Arzneimittelbehörde prüft einen erweiterten Einsatz des Medikaments Remdesivir bei Corona-Patienten. Der US-Hersteller Gilead habe eine Genehmigung beantragt, das Mittel auch bei Covid-19-Erkrankten anzuwenden, die keine Sauerstoffunterstützung benötigen, teilt die Ema mit. Die EU hatte Remdesivir im Juli für die Behandlung von Covid-19 bei Erwachsenen und Jugendlichen zugelassen, die wegen einer Lungenentzündung Sauerstoffzufuhr benötigen. Das Mittel wurde ursprünglich gegen Ebola entwickelt.
Ifo-Präsident kritisiert viel zu wenig Corona-Tests in Deutschland
10.43 Uhr: Ifo-Präsident Clemens Fuest kritisiert, dass in Deutschland weiterhin eine richtige Teststrategie fehle. »Das ist ein gewaltiges Versäumnis.« Eine Vielzahl zusätzlicher Tests könne Öffnungen der Wirtschaft möglich machen. Ein Stufenplan für Öffnungen, der an eine bestimmte Inzidenz geknüpft werde, bringe dagegen nichts. »Das führt in den nächsten Lockdown.«
Berliner Senat legt Öffnungsplan vor
10.40 Uhr: In einer Woche will Bundeskanzlerin Merkel mit den Ministerpräsidenten über Öffnungen sprechen. Der Berliner Senat hat schon einen Plan und einen Inzidenzwert, ab dem eine stufenweise Öffnung möglich sein soll. Lesen Sie hier mehr.
Johnsons Öffnungsplan lässt Reisebuchungen sprunghaft steigen
10.29 Uhr: Nach Bekanntgabe des Öffnungsplans Großbritanniens vom Corona-Lockdown haben viele Briten Urlaub gebucht. Die Billigairline Easyjet erklärte am Dienstag, die Flugbuchungen hätten sich gegenüber der Vorwoche verdreifacht. Die Airline zählte außerdem mehr als sechsmal so viele Reisebuchungen. Gefragt waren Ziele in Spanien wie Malaga, Alicante und Palma, Faro in Portugal sowie Ziele in Griechenland wie etwa die Insel Kreta. Auch der weltweit größte Reiseveranstalter TUI zählte über Nacht einen Buchungsanstieg von 500 Prozent. TUI-Chef Fritz Joussen sagte kürzlich einen Reiseboom im Sommer voraus.
Premierminister Boris Johnson hatte am Montag einen Vier-Stufen-Plan vorgestellt. Nach diesem fallen nahezu alle Corona-Beschränkungen ab Ende Juni weg, wenn die Infektionslage es zulässt. Großbritannien ist in Europa am stärksten von der Pandemie betroffen, mit der Covid-Impfkampagne aber schon am weitesten.
70 Prozent der Israelis ab 16 mindestens einmal geimpft
09.26 Uhr: Rund 70 Prozent der Menschen in Israel ab 16 Jahren sind mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft worden. Knapp 4,5 Millionen Israelis hätten die Erstimpfung und mehr als drei Millionen bereits die Zweitimpfung erhalten, schrieb der israelische Gesundheitsminister Juli Edelstein am Dienstag bei Twitter.
Israel ist ein sehr junges Land und hat rund 9,3 Millionen Einwohner. Davon sind mit 6,4 Millionen rund 70 Prozent über 16 Jahre alt und rund 30 Prozent unter 16. Die Jüngeren können bisher noch nicht geimpft werden. Rund 755.000 Israelis gelten nach einer Corona-Erkrankung als genesen.
Zum Vergleich: Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner wie Israel. Dort erhielten bislang etwa 3,3 Millionen Menschen eine erste und rund 1,7 Millionen auch eine zweite Impfung.
Ethikrat kritisiert vorgezogene Lehrerimpfung
09.00 Uhr: Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, sieht das Vorziehen von Beschäftigten in Grundschulen und Kindertagesstätten bei Corona-Impfungen kritisch. Sie könne das politische Ziel nachvollziehen, die Schulen und Kindertagesstätten möglichst schnell und sicher wieder zu öffnen, sagte Buyx im Deutschlandfunk. Doch diese politische Entscheidung sei eine Abkehr vom Prinzip, zunächst die besonders gefährdeten Gruppen zu impfen.
»Mir macht diese Veränderung der Priorisierung Bauchschmerzen, ich hätte mir gewünscht, man hätte zu alternativen Mitteln gegriffen«, sagte die Medizinethikerin. Zwar seien Lehrer einem besonderen Infektionsrisiko ausgesetzt, aber nicht so wie Beschäftigte zum Beispiel in Teilen des Gesundheitswesens oder Krebskranke, die eine Chemotherapie erhalten. Sie hoffe nun, dass die Zahl der verfügbaren Impfdosen kurzfristig so stark steige, dass ein »harscher Verteilungskampf« ausbleibe.
In NRW wurde die Impfreihenfolge bereits zugunsten der Lehrer erweitert. Die Impfung von Lehrkräften und Kita-Personal soll in der ersten Märzhälfte beginnen. Das verzögert Impfungen für andere Gruppen wie Polizisten.
Müller fordert weitere Perspektiven bei Lockerung
08.52 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat in der Diskussion um weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen konkrete Öffnungsperspektiven gefordert. »Was uns schon in der letzten Ministerpräsidentenkonferenz wichtig war, muss jetzt miteinander verabredet werden – nämlich die Perspektive ›Wann passiert was‹«, sagte Müller am Dienstag im ZDF-»Morgenmagazin«. Sehr viele Menschen würden es akzeptieren, wenn sie »wissen, was in drei oder vier Wochen ermöglicht wird«.
Insbesondere die Wirtschaft könne sich dann auf die Öffnung einstellen. »Es geht darum zu verabreden, ab welchen Zahlen oder Schutzmaßnahmen man sich etwas zutrauen kann«, sagte Müller. Dinge von heute auf morgen einfach zu öffnen sei ein Risiko, das niemand eingehen könne, »solange wir nicht wissen, wie sich die Mutanten verhalten«, sagte Müller.
RKI registriert 3883 Neuinfektionen und 415 neue Todesfälle
08.40 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen einem Tag 3883 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 415 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Dienstag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen einem Tag 3856 Neuinfektionen und 528 neue Todesfälle verzeichnet.
Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 03.11 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.
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Die aktuellen Daten finden Sie hier: Covid-19 Dashboard
Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 60,5 – und damit etwas niedriger als am Vortag (61,0). Vor vier Wochen, am 26. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 107,6 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.
Großbritannien: Arbeitslosigkeit steigt weiter an
08.34 Uhr: Die Coronakrise lässt die Arbeitslosigkeit in Großbritannien weiter steigen. Im vierten Quartal sei die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt ONS am Dienstag in London mit. Das ist der höchste Stand seit fast fünf Jahren. Im gleichen Quartal des Vorjahres hatte die Quote 1,3 Punkte niedriger gelegen.
Angesichts der drastischen ökonomischen Verwerfungen, die die Pandemie und deren Bekämpfung mit sich bringt, ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit aber immer noch moderat. Begrenzt wird der Anstieg in erster Linie durch Unterstützungsprogramme der Regierung, die der in Deutschland praktizierten Kurzarbeit ähneln. Auch erhalten die Haushalte Unterstützungszahlungen.
Impfungen in Afghanistan starten
07.22 Uhr: Afghanistan hat am Dienstag mit seinem Impfprogramm gegen das Coronavirus begonnen. Die erste Dosis erhielt die bekannte Journalistin Anisa Schahid, die vergangenes Jahr für ihre Berichterstattung über die Corona-Pandemie ausgezeichnet worden war. Danach wurden eine Ärztin sowie zwei Angehörige der Sicherheitskräfte geimpft.
Die Veranstaltung im Beisein von Präsident Aschraf Ghani und seiner Frau Rula wurde im Staatsfernsehen übertragen. Ghani bedankte sich bei Soldaten, Journalisten und Ärzten. »Die Mitarbeiter im Gesundheitswesen sind unsere Helden«, sagte der Präsident bei der Eröffnungszeremonie vor Gästen und Spitzenpolitikern in Kabul.
Mobilitätsforscher: 35er-Inzidenz vorerst unrealistisch
05.25 Uhr: Mit der offenbar raschen Ausbreitung einer ansteckenderen Corona-Mutante in Deutschland rückt die Zielmarke von 35 bei der Sieben-Tage-Inzidenz aus Expertensicht in die Ferne. Ohne zusätzliche Maßnahmen erscheine das Erreichen dieses Werts »bis auf Weiteres unrealistisch«, sagte der Leiter des Fachgebiets Verkehrssystemplanung und Verkehrstelematik an der TU Berlin, Kai Nagel, der dpa. Seine Gruppe modelliert das Infektionsgeschehen in Berlin unter anderem mit anonymisierten Mobilfunkdaten. Nagel zufolge sind die Ergebnisse übertragbar auf die Lage bundesweit.
Die vor Weihnachten zunächst in Großbritannien entdeckte Mutante B.1.1.7 breitet sich nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von vergangener Woche auch hierzulande aus: Binnen zwei Wochen wuchs der Anteil in Stichproben von knapp 6 auf 22 Prozent. Berücksichtige man die deutlich erhöhte Ansteckungswahrscheinlichkeit, sei die Situation laut Modell »deutlich kritischer als bisher von uns vorhergesagt«, so Nagel. »Bei reiner Beibehaltung der jetzigen Maßnahmen bekommen wir dann laut Modell eine dritte Welle; jede Art von Öffnungen vergrößert diese Welle.«
Nagel fügte hinzu: »Wir können dagegenhalten, indem Kontakte in Innenräumen ohne Schutzmaßnahmen generell vermieden werden.« Zu solchen zu vermeidenden Kontakten gehörten neben Schulen auch Mehrpersonenbüros und gegenseitige Besuche. Mögliche Schutzmaßnahmen seien Masken, Schnelltests, Impfungen und eine Verlagerung von Veranstaltungen nach draußen.
In die Modelle der TU-Wissenschaftler fließen auch Kennzahlen zum Virus und Aspekte wie die Temperatur und die davon abhängigen Freizeitaktivitäten ein. Zuletzt sei in den Mobilitätsdaten kein verändertes Verhalten der Menschen zu sehen gewesen, schilderte Nagel – mit Ausnahme der Wochenenden, an denen bei besserem Wetter mehr Leute unterwegs seien. Solange diese zusätzlichen Aktivitäten allerdings im Freien stattfänden, »entstehen daraus laut unseren Modellen aber keine relevanten zusätzlichen Infektionen«, so Nagel.
Giffey würde sich demonstrativ impfen lassen
05.15 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey würde sich nach eigener Aussage auch öffentlichkeitswirksam gegen Corona impfen lassen, um möglicher Impfskepsis entgegenzuwirken. Die SPD-Politikerin sagte der dpa, man habe in der Bundesregierung entschieden, sich einzureihen, so wie alle anderen auch. »Wir lassen uns impfen, wenn wir dran sind.« Für den Fall, dass eine Situation eintreten sollte, in der zwar genügend Impfstoff vorhanden ist, es aber in der Bevölkerung eine »abwartende Haltung« gibt, plädierte Giffey jedoch dafür, dass sich Politiker demonstrativ impfen lassen. »Dann kommt der Punkt, wo wir auch mit gutem Beispiel vorangehen müssen. Und ich bin dazu bereit«, sagte die Ministerin.
500.000 Corona-Tote in den USA: Biden trauert – Fauci attackiert
04.50 Uhr: Mehr als eine halbe Million Covid-Tote sind in den USA registriert. Präsident Joe Biden warb trotz aller Trauer um Optimismus. Virusexperte Anthony Fauci griff Ex-Präsident Donald Trump an. Lesen Sie hier mehr.
EU-Kommission fordert Erklärung zu deutschen Einreiseregeln
04.45 Uhr: Deutschland gerät wegen der verschärften Einreiseregeln für Tschechien, die Slowakei und Tirol immer stärker unter Druck. Mehrere Vorgaben seien unverhältnismäßig oder unbegründet, heißt es in einem Beschwerdebrief der EU-Kommission an den deutschen EU-Botschafter Michael Clauß in Brüssel. »Wir glauben, dass das nachvollziehbare Ziel Deutschlands – der Schutz der öffentlichen Gesundheit in einer Pandemie – durch weniger restriktive Maßnahmen erreicht werden könnte.« Das Papier vom Montag liegt der dpa vor.
Die EU-Kommission erwartet nun innerhalb von zehn Werktagen eine Antwort. Theoretisch könnte sie ein rechtliches Verfahren gegen Deutschland einleiten, dies gilt wegen der andauernden Pandemie aber als unwahrscheinlich. Ähnliche Briefe gingen an Belgien, Ungarn, Dänemark, Schweden und Finnland. Auch mit deren Grenzmaßnahmen ist die EU-Kommission nicht einverstanden. Auf Drängen der EU-Kommission beraten die Europaminister der EU-Staaten an diesem Dienstag über das Vorgehen an den Binnengrenzen.
Tschechien, die Slowakei und Tirol gelten in Deutschland seit dem 14. Februar als Gebiete mit besonders gefährlichen Virusmutationen. Die Einreise ist somit bis auf wenige Ausnahmen verboten. Aus Sicht von Bundesinnenminister Horst Seehofer sollten die zunächst für zehn Tage angesetzten Grenzkontrollen verlängert werden. Der CSU-Politiker hatte Kritik der EU-Kommission an den deutschen Maßnahmen zuletzt brüsk zurückgewiesen. Grundlage der Bedenken aus Brüssel ist, dass die EU-Staaten sich vor einigen Wochen auf gemeinsame Empfehlungen für das Reisen innerhalb der EU geeinigt hatten.
Homeoffice-Genervte fliehen ins Hotel: Endlich wieder ungestört arbeiten
03.35 Uhr: Wer sich zu Hause nicht konzentrieren kann, bucht sich ein Zimmer mit WLAN – und wird hofiert wie früher nur besonders zahlungskräftige Gäste. Lesen Sie hier mehr.
Intensivmediziner warnen vor Lockerungen der Corona-Auflagen schon im März
03.25 Uhr: In der Debatte über Lockerungen des Corona-Lockdowns in Deutschland warnen Intensivmediziner vor voreiligen Maßnahmen. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensiv- und Notfallmedizin, Christian Karagiannidis, wandte sich in der »Rheinischen Post« vom Dienstag dagegen, die Auflagen bereits im März stark zu lockern. Bund und Länder müssten jetzt aufpassen, »das Spiel in der Verlängerung nicht zu verlieren«.
Laut Berechnungen verliefen die Impfungen noch nicht schnell genug, um eine dritte Ausbreitungswelle des Coronavirus zu verhindern, wenn es vor April eine Rückkehr zu einem nur leichten Lockdown wie im November gebe, sagte Karagiannidis.
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) forderte indessen von Bund und Ländern die rasche Entwicklung von Öffnungsszenarien für die Branche. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Bundesländer dürften bei ihrer für den 3. März geplanten nächsten Konferenz die Lage des Gastgewerbes »nicht einfach weiter totschweigen«, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges der »Rheinischen Post«. Die Branche habe jetzt »einen Anspruch auf eine realistische Öffnungsperspektive in den kommenden Wochen«.
Die Politik müsse darauf hinarbeiten, dass das Gastgewerbe keinen Tag länger geschlossen bleibe als »unbedingt notwendig«, verlangte Hartges. Die Branche habe seit Ausbruch der Pandemie »ein Quasiberufsverbot von insgesamt schon sechs Monaten«.
Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, hatte sich am Montag allerdings angesichts zuletzt wieder gestiegener Infektionszahlen skeptisch zu möglichen Lockerungen geäußert. Zwar solle weiterhin mit den Ländern über eine »vernünftige Öffnungsstrategie« beraten werden, sagte Seibert. Es müsse aber berücksichtigt werden, dass derzeit bereits »die erste Öffnungswelle rollt«. Seibert verwies unter anderem auf die Öffnung von Kitas und Schulen sowie auch von Gartencentern und Baumärkten in mehreren Bundesländern.
Merkel fasst allerdings einen Stufenplan für den allmählichen Ausstieg aus dem Corona-Lockdown ins Auge. Nach Angaben von Teilnehmern einer CDU-Präsidiumssitzung am Montag schlug die Kanzlerin Paketlösungen für drei gesellschaftliche Bereiche in Kombination mit vermehrten Corona-Tests vor. Merkel nannte demnach die persönlichen Kontakte, Schulen sowie Sport, Restaurants und Kultur.
Angesichts steigender Infektionszahlen und der Ausbreitung der britischen Virusmutation mahnte die Kanzlerin den Angaben zufolge in der Sitzung allerdings auch zu großer Vorsicht. »Öffnungsschritte mit vermehrten Tests müssen klug eingeführt werden«, wurde sie von Teilnehmern zitiert.
Variante B.1.1.7: Ansteckender – oder nur länger ansteckend?
03.05 Uhr: Die Infektionszahlen in Deutschland scheinen ein Plateau zu erreichen. Liegt das an der Mutante? Eine Analyse gibt Hinweise, warum sie zu mehr Infektionen führt. Lesen Sie hier mehr.
Dreyer fordert konkreten Stufenplan für Weg aus Corona-Lockdown
02.55 Uhr: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat vor Beratungen von Bund und Ländern einen konkreten Stufenplan für den Weg aus den Corona-Beschränkungen gefordert. Ein solcher Plan müsse an »klare Inzidenzwerte, Testmöglichkeiten und die Impfquote« gekoppelt werden, sagte Dreyer der »Rheinischen Post«. An diesem Dienstag beginnt eine Arbeitsgruppe mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) und den Chefs der Staatskanzleien dazu mit Beratungen. Das nächste Treffen der Regierungschefs von Bund und Ländern ist für den 3. März geplant.
Dreyer sagte, ein »Perspektivplan« sei nicht gleichbedeutend mit einer raschen Rückkehr zur Normalität. »Aber wir brauchen konkrete und verbindliche Zielmarken, an denen die Menschen sich orientieren können. Das steigert auch die Akzeptanz, wenn wir die Maßnahmen noch verlängern müssen.« Zudem müssten die Unternehmen dringend »Planungsmöglichkeiten« bekommen. Das Wirtschaftsministerium unter Ressortchef Peter Altmaier (CDU) machte sie dafür verantwortlich, dass Finanzhilfen nicht schnell genug verteilt worden seien.
Gastronomenpaar im Shutdown: Diese Krise kann ihre Liebe stärker machen – oder zerstören
02.45 Uhr: Terry Krug und Jan-Ole Bauer führen zwei Szenelokale – und eine Beziehung. Statt Sinnfragen geht es für sie in der Coronakrise um die Existenz: Von welchem Geld leben wir, wenn keines mehr da ist? Lesen Sie hier mehr.
Venezuela kehrt zu Corona-Wechselstrategie zurück
01.15 Uhr: Venezuela kehrt im Kampf gegen das Coronavirus zu einer Wechselstrategie zurück, in der auf je eine Woche mit hartem Lockdown eine Woche mit weniger Maßnahmen folgt. Präsident Nicolás Maduro rühmte die Strategie am Montag bei Twitter als »die beste Methode«.
In einer Woche mit »radikalem« Lockdown dürfen ähnlich wie in Deutschland nur Apotheken, Supermärkte und andere essenziell wichtige Geschäfte öffnen. In einer Woche mit weniger Maßnahmen dürfen dagegen zahlreiche Betriebe und Geschäfte zu bestimmten Zeiten Kunden empfangen, darunter auch Restaurants und Cafés.
Venezuela hat diese Corona-Strategie bereits früher verfolgt, für die Karnevalswoche (11. bis 16. Februar) wurde die Zeit mit weniger Maßnahmen aber ausgedehnt. Während etwa in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro der Karneval abgesagt worden war, regte die Regierung in Caracas damit zum Feiern an.
In Venezuela haben sich nach offiziellen Angaben bisher mehr als 136.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 1300 Patienten sind gestorben. Die tatsächlichen Zahlen dürften nicht zuletzt wegen fehlender Tests weit höher liegen.
Icon: Der Spiegel

