Nordische Ski-WM: Oberstdorf bleibt ohne Zuschauer auf den Kosten sitzen
Icon: vergrößernKatharina Althaus auf der Großschanze in ihrer Heimat Oberstdorf
Foto: Dieter Mayr / DER SPIEGEL
Hans Schmid steht auf dem Podest neben der Großschanze und schaut hinab in das leere Skisprungstadion von Oberstdorf. Um ihn herum ein Panorama wie von einer Postkarte, mit Blick auf das Riedberger Horn und den Hochgrat. Ein Ausblick, den auch die Athletinnen und Athleten haben, kurz vor dem Sprung. Schmid trägt eine dunkle Multifunktionsjacke, seine grauen Haare wehen leicht im Wind. Er ist voller Vorfreude, aber auch voller Wehmut. Sein Heimatort trägt die größte Sportveranstaltung aus, die in Deutschland in diesem Jahr stattfindet. Aber das ersehnte Wintermärchen wird es nicht werden.
In wenigen Tagen ist Oberstdorf Gastgeber der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft. Das Winterfest der Skispringer, Langläufer und Nordischen Kombinierer findet zum dritten Mal nach 1987 und 2005 in dem Touristenort im Oberallgäu mit seinen 10.000 Einwohnern statt. 55.000 Tickets hatte der Veranstalter schon verkauft. Dass die WM Corona-bedingt deutlich abgespeckter ausfallen würde, war allen Beteiligten seit vergangenem Frühjahr klar. Seit Mitte Januar steht fest, dass bei der WM keine Zuschauer erlaubt sind. Pappaufsteller zieren stattdessen die Zuschauerränge. »Papplikum« nennt es der Veranstalter.

