Junge Erwachsene in der Corona-Pandemie: Psychologin erklärt Langzeitfolgen
Icon: vergrößernKeine Reisen, keine Praktika, keine Erstsemesterpartys: Diese Erfahrung teilen derzeit viele junge Menschen (Symbolbild)
Foto: Tania Cervián / Westend61 / Getty Images
SPIEGEL: In der öffentlichen Diskussion geht es derzeit viel um Schülerinnen und Schüler und die Frage, welche Langzeitfolgen die Corona-Pandemie auf ihre Entwicklung haben könnte. Doch was ist mit denjenigen, die gerade aus der Schule raus sind, die studieren, eine Ausbildung anfangen, in ein eigenes Leben starten? Leiden die nicht auch?
Riediger: Im Laufe der Pandemie hat sich der Fokus in den Medien schon mehrfach verschoben. Zu Anfang waren es die Hochbetagten, die viel Aufmerksamkeit erhielten, nun geht es viel um Kinder. Das kann den Eindruck erwecken, dass bestimmte Altersgruppen mehr betroffen sind als andere. Pandemie und Lockdown betreffen aber alle, unabhängig vom Alter. Natürlich können sich die Auswirkungen der aktuellen Situation je nach Lebensphase unterscheiden. Aber Menschen machen nicht unbedingt die gleichen Erfahrungen, nur weil sie gleich alt sind. Es ist höchst individuell, wie sie diese Krise erleben. Deshalb halte ich Verallgemeinerungen nicht für sinnvoll.
Das entstehende Erwachsensein
SPIEGEL: Dennoch ist die Lebensphase, die sich an die Schule anschließt, ja eine besondere. Können Sie skizzieren, wofür sie in der Entwicklungspsychologie normalerweise steht?

