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Wie es wirklich zum Corona-Ausbruch in Heinsberg kam

February 21
10:06 2021
Feiernde bei Auftritt während der Kappensitzung in Gangelt 2020: Die unsichtbare Gefahr schien noch weit weg zu sein Icon: vergrößern

Feiernde bei Auftritt während der Kappensitzung in Gangelt 2020: Die unsichtbare Gefahr schien noch weit weg zu sein

Foto: Heinz Eschweiler

SPIEGEL: Herr Bougie, als Corona im Kreis Heinsberg ausbrach, kannte bald fast das ganze Land die Geschichte Ihres Bruders Bernd. Er hatte am 15. Februar 2020 eine Kappensitzung besucht und trug das Virus in sich, ohne es zu wissen. Was bedeutete das für Ihre Familie?

René Bougie: Wir standen im Zentrum eines Sturms. Man hat meinen Bruder nicht als Opfer gesehen, als jemanden, der sich mit dem Coronavirus angesteckt hat und schwer erkrankt ist, sondern als den einen Superspreader. Politik und Medien haben ein Täterprofil erstellt: Familienvater mit Vorerkrankung verbreitet das Virus, weil er wild Karneval gefeiert hat.

SPIEGEL: Und das stimmt nicht?

René Bougie: Nein.

Der Kreis Heinsberg ist flaches Ackerland, tief im Westen der Republik, geklinkerte Reihenhäuser, gepflegte Vorgärten. An der Grenze zu den Niederlanden liegt die Gemeinde Gangelt. René Bougie wohnt im Ortsteil Birgden, sein Bruder Bernd in Langbroich. Dort, in der Quellstraße, neben dem Feuerwehrhaus, steht die Halle, in der die Kappensitzung der Karnevalsgesellschaft »Langbröker Dicke Flaa« stattfand.

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