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Corona-Beschlüsse: Bundesländer kündigen Schulöffnungen an

February 11
06:50 2021
Grundschule in Hessen: Schülerinnen und Schüler dürfen wohl bald wieder in die Klassenräume Icon: vergrößern

Grundschule in Hessen: Schülerinnen und Schüler dürfen wohl bald wieder in die Klassenräume

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Arne Dedert/ DPA

Der Shutdown in Deutschland soll weitgehend bis zum 7. März verlängert werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidentenkonferenz verteidigten die anhaltenden Maßnahmen mit der Gefahr einer dritten Welle, die durch die Coronavirus-Mutation ausgelöst werden könnte. Wann die Schulen allerdings wieder öffnen, obliegt den einzelnen Bundesländern. Dazu wird es keine bundesweit einheitliche Regelung geben, teilte Kanzlerin Merkel mit. Einige Bundesländer kündigten kurz nach dem Statement an, Schulen noch im Februar schrittweise öffnen zu wollen.

Berlin plane diesen Schritt für Grundschulen für den 22. Februar, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD). Die Öffnung werde unter strikter Einhaltung der Hygienevorschriften und im Wechselunterricht organisiert, so Müller. Auch andere Bundesländer orientierten sich an diesem Termin, fügte der aktuelle Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) hinzu. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) verteidigte beim Sender RTL/ntv die Öffnung von Grundschulen und Kitas im Freistaat schon ab kommendem Montag.

Nordrhein-Westfalen will die Schulen ebenfalls vom 22. Februar an schrittweise öffnen. Dies solle in Abstimmung mit den Nachbarländern Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Hessen geschehen, sagte Ministerpräsident Armin Laschet. »Unser Versprechen ›Schulen und Kitas zuerst‹ konnte heute eingelöst werden«, sagte er. Die Grundschulen sollen dann in einem Wechselmodell öffnen, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer. Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 werde NRW dann zum Präsenzunterricht übergehen.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier plant mit demselben Datum wie Berlin und NRW. »Wir werden ab dem 22. Februar Grundschulen und die Klassen fünf und sechs im Wechselunterricht öffnen«, sagte Bouffier. »Ich bin froh, dass wir uns da durchsetzen konnten.« Auch Kitas in Hessen könnten ab dem 22. Februar wieder in den eingeschränkten Regelbetrieb gehen.

»Es muss endlich Schluss sein mit den Alleingängen«

Lehrer- und Bildungsverbände sehen eine fehlende bundesweite Regelung kritisch. »Es muss endlich Schluss sein mit den Alleingängen der Bundesländer beim Schulbetrieb«, sagte Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Öffnungen mit Präsenzunterricht im Wechselbetrieb dürften erst erfolgen, wenn in der jeweiligen Region die Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 Fällen liege, sagte er.

Im schlimmsten Fall, so der Lehrervertreter, müssten durch eine zu frühe Öffnung die Schulen wegen einer dritten Welle im April oder Mai nochmals geschlossen werden. Dies könne dazu führen, dass dieses Schuljahr komplett abgeschrieben werden müsse. Meidinger forderte für die Schulen zusätzlich Anstrengungen, wie einen »massenhaften« regelmäßigen Einsatz von Corona-Selbsttests, die Beschaffung von Raumluftfilteranlagen, eine OP-Maskenpflicht im Unterricht und eine frühere Impfung von Lehrkräften.

Auch der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung, Udo Beckmann, forderte mehr Tests, medizinische Masken für Lehrkräfte und Kita-Personal und einheitliche Regeln. »Wir halten es weiterhin für unabdingbar, dass bundesweit bei einem vergleichbaren Infektionsgeschehen vor Ort auch die gleichen Maßnahmen ergriffen werden.« Der VBE begrüßte die Überlegungen, Grundschul- und Kita-Personal früher eine Impfmöglichkeit anzubieten. »Dies ist zwingend erforderlich und muss schnellstmöglich umgesetzt werden.«

Icon: Der Spiegel

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