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Winter-Einbruch in Deutschland verursacht Verkehrschaos – Bahn gibt Warnung aus

February 08
09:19 2021
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Eingeschneiter ICE in Hannover: Der Bahnverkehr bleibt weiter eingeschränkt

Foto: Ole Spata / dpa

Nach dem heftigen Wintereinbruch in vielen Regionen Deutschlands am Wochenende soll es auch am Montag mit Extremwetter weitergehen: Der Deutsche Wetterdienst warnte in der Nacht vor teils kräftigen Schneefällen mit meist zehn bis 25 Zentimetern Neuschnee in der ersten Tageshälfte in der Mitte Deutschlands. Betroffen sein sollten vor allem Nordosthessen, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Auch in anderen Bundesländern müssen die Menschen weiter mit Einschränkungen durch den Wintereinbruch rechnen.

Für den Straßen- und Bahnverkehr wurden wieder Probleme erwartet. »Schnee und Eis werden den Nah- und Fernverkehr der DB in weiten Teilen des Landes auch am Montag beeinträchtigen«, teilte die Deutsche Bahn mit. Reisende wurden gebeten, »die zahlreichen Informationskanäle der DB zu nutzen, um sich vor Fahrtantritt über ihre Verbindung zu informieren«.

Scheuer rät Menschen, zu Hause zu bleiben

Ein heftiger Schneesturm hatte in Teilen Deutschlands am Sonntag ein Verkehrschaos verursacht. Es fielen mancherorts mehr als 30 Zentimeter Schnee, dazu kamen meterhohe Verwehungen. Polizei und Feuerwehr fuhren zahllose Einsätze. Bei der Bahn kam es im Regional- und Fernverkehr zu großen Einschränkungen. Eine Partie in der Fußball-Bundesliga musste abgesagt werden.

Der DWD hatte vor einem Winterwochenende der Extreme gewarnt, am Samstag war es noch vergleichsweise ruhig geblieben. Vorsorglich wurden bereits von Samstag bis Sonntag alle Fernverkehrszüge zwischen Hamburg und Kiel, Hamburg und Lübeck sowie zwischen Hamburg und Westerland gestrichen.

Am Sonntag aber setzte das vorhergesagte Wetterchaos ein. Die Folgen des Wintereinbruchs im Einzelnen:

  • Der heftige Schneesturm brachte die Räumdienste etwa in Nordrhein-Westfalen an ihre Grenzen. Die Polizei musste spiegelglatte Autobahnen sperren, es gab Hunderte Unfälle, bei der Bahn fielen Züge wegen vereister Oberleitungen aus. Autos blieben in tiefen Schneewehen stecken. Bei Göttingen brachte der Schneefall den Verkehr auf der A7 fast vollständig zum Erliegen. Auf anderen Autobahnen stauten sich in der Nacht zum Montag Lastwagen, die im Schnee nicht vorankamen.

  • So blieben auf der Autobahn 6 bei Nürnberg am Sonntagabend Lastwagen im Schnee vor einer Anhöhe stecken. Insgesamt kamen 150 Lkw zwischen der Anschlussstelle Roth und dem Autobahnkreuz Nürnberg-Süd zum Stehen, wie die Polizei mitteilte. Das Technische Hilfswerk musste die Fahrzeuge zum Teil befreien. Es bildete sich ein Rückstau, da die Fahrbahnen in Richtung Amberg zeitweise blockiert waren.

  • Auch auf der Autobahn 4 bei Gera in Thüringen sind in der Nacht zu Montag reihenweise Lastwagen in Schneeverwehungen stecken geblieben. Auf der rechten Spur in Richtung Frankfurt am Main bildete sich ein kilometerlanger Stau, wie die Polizei mitteilte. Abschleppdienste und Räumfahrzeuge mussten die Lkw befreien. Auf den restlichen Spuren konnte der Verkehr weiterfließen.

  • Im Hundertwasser-Bahnhof im niedersächsischen Uelzen ist ein Zug mit rund 25 Reisenden gestrandet. Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) rückten am späten Sonntagabend an, um die Fahrgäste mit Decken, heißen Getränken und einer Suppe zu versorgen. Man stelle sich auf einen Einsatz bis zum frühen Montagmorgen ein, sagte ein DRK-Sprecher vor Ort. Voraussichtlich müssten die Fahrgäste die Nacht im Zug verbringen, hieß es.

  • In Braunschweig barg die Feuerwehr einen Straßenbahn-Waggon, der aufgrund des Schnees aus den Schienen gesprungen war. Der Waggon gehörte zu einem Sonderfahrzeug mit Schneepflug, mit dem die Verkehrsgesellschaft eigentlich unterwegs war, um Schienen von den Schneemassen zu befreien, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Rettungskräfte hoben den tonnenschweren Wagen mit einem Autokran zurück in die Spur. Laut Feuerwehr türmten sich im Braunschweiger Stadtgebiet Schneeverwehungen mit bis zu 70 Zentimetern Höhe.

  • In Duisburg musste die Feuerwehr anrücken, weil fünf Häuser direkt am Rhein durch die Schneeverwehungen von der Außenwelt abgeschnitten worden waren. Räumfahrzeuge waren in den teils 1,50 Meter hohen Schneeverwehungen stecken geblieben, wie die Polizei mitteilte.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) riet den vom Schneechaos betroffenen Menschen in Deutschland, am Wochenbeginn besser zu Hause zu bleiben. Man könne nicht garantieren, im Laufe des Montags den Bahnverkehr wieder zum Laufen zu bekommen, sagte Scheuer nach einer Lagebesprechung am Sonntag bei »Bild live«.

Tief »Tristan« über Mitteleuropa und dem zentralen Mittelmeer bringt im Zusammenspiel mit Hoch »Gisela« über Skandinavien weitere eisige Luft. »Nach dem schnee- und windreichen Wochenende kommt nun aus Osten die große Kälte auf uns zu«, sagte Meteorologe Simon Trippler vom DWD am Sonntag. Mit Schnee muss weiterhin gerechnet werden, allerdings fällt dieser nicht mehr so intensiv wie am Wochenende. Am Dienstag lassen die Schneefälle dann größtenteils nach, außer an der Küste.

Icon: Der Spiegel

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