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Ex-Wirecard-Manager Jörn Leogrande: »So dürfte eine moderne Version der Mafia aussehen«

February 06
12:48 2021

SPIEGEL: Herr Leogrande, Sie waren einer der Topmanager bei Wirecard, haben direkt an Markus Braun berichtet – welche Rolle spielte der Konzern in Ihrem Leben?

Leogrande: Meine Frau hat immer gesagt, dass Wirecard mein Leben komplett übernommen hat. Das stimmt, ich werfe mir das auch selbst vor. Ich habe dort 15 Jahre lang gearbeitet und mich stark mit dem Unternehmen identifiziert. Ich war begeistert von der Innovationsdynamik. Von dem mutmaßlichen Betrug rund um den Konzern habe ich bis zur Insolvenz nichts gewusst.

SPIEGEL: Sie haben 2005 angefangen?

Leogrande: Ja, da war Wirecard noch eine Klitsche, ein unauffälliger Mittelständler mit miserablem Marketing, der Zahlungsverkehr abwickelte, fast ausschließlich für die Porno- und Glücksspielbranche. Das kann man moralisch verwerflich finden, es war aber legal und lukrativ.

SPIEGEL: Wann sind Sie Markus Braun und Jan Marsalek erstmals begegnet?

Leogrande: Das war 2006. Ich sollte ein neues Marketingkonzept präsentieren. Markus war CEO und Technikvorstand, kam im Anzug und wirkte verschlossen. Jan war Bereichsleiter Technik, trug Jeans, Cowboystiefel und eine Art Irokesenschnitt. Viel zu sagen hatten sie nicht.

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