Melanie Brinkmann über Corona-Mutanten: »Der Wettlauf ist längst verloren«
Icon: vergrößernCorona-Expertin Brinkmann: »Die Mutanten werden uns überrennen«
Foto: Jörg Müller / Agentur Focus / DER SPIEGEL
Brinkmann, 47, hat im Braunschweiger Helmholtz-Zentrum an Herpesviren geforscht und an der TU der niedersächsischen Stadt gelehrt. Dann kam Corona. Die Pandemie hat die Biologin zu einer öffentlichen Person gemacht. Sie gehörte jüngst zum wissenschaftlichen Beraterstab für Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten und verfasst Positionspapiere zur Eindämmung der Seuche.
SPIEGEL: Frau Professorin Brinkmann, Sie gelten als Anhängerin einer harten Linie im Kampf gegen die Pandemie und werden dafür auf Twitter als »Sprechpuppe« der Kanzlerin verunglimpft. Oder als »Menschenfeind«, als »Predigerin des menschenverachtenden Irrsinns«, die »das Land in eine totale Katastrophe« fährt. Wie geht es Ihnen damit?
Brinkmann: Wow, steht das da? Gut, dass ich mir das Getwittere nie angucke. Eine Kollegin, die genauso in der Öffentlichkeit steht, sagte mir neulich: »Ich kann nicht mehr.« Ich habe ihr geraten, das Zeug zu ignorieren.
SPIEGEL: Funktioniert das als Selbstschutz: einfach nicht hinsehen?

