Corona-Shutdown: Markus Söder gegen Verschärfungen
Icon: vergrößernMarkus Söder: »Die Zahlen in Bayern entwickeln sich verhalten positiv«
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Bislang gehörte Markus Söder meist zu den Länderchefs, die früh Verschärfungen der Corona-Maßnahmen forderten. Aktuell sieht er sein Bundesland jedoch gut vorbereitet – und nimmt die anderen Regierungschefs in die Pflicht.
»Wir müssen den Lockdown bis Mitte Februar verlängern«, sagte Söder dem »Münchner Merkur« vor den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel am Dienstag. »Die Zahlen in Bayern entwickeln sich verhalten positiv. Die Inzidenzen gehen nach unten und die Maßnahmen wirken«, sagte Söder. »Das ist aber kein Anlass, vorzeitig abzubrechen. Wer jetzt über Nacht lockert, riskiert ein Hochschnellen der Zahlen – Irland hat das auf tragische Weise erlebt.«
Bis Mitte Februar habe man auch einen besseren Kenntnisstand über die neuen Virusmutationen, die in Großbritannien, Südafrika und Brasilien aufgetreten sind. »Der bisherige Lockdown bremst in jedem Fall die gefährlichere Virusvariante.«
Für Bayern plant Söder daher zunächst keine Verschärfungen der Maßnahmen – er fordert aber die anderen Länder auf, sich an seinem Bundesland zu orientieren und die vereinbarten Regeln strikter umzusetzen.
Söder sagte, Bayern habe »jetzt schon eines der höchsten Schutzlevel in Deutschland«. Es sei das Land mit flächendeckender Ausgangssperre, mit einem strengen Radius für Tagesausflügler, man habe außerdem Kitas geschlossen und alle Schulen im Distanzbetrieb. »Seit heute gilt auch die bundesweit strengste FFP2-Maskenpflicht«, sagte Söder. Eine Verschärfung sei deshalb im Freistaat nicht geboten. »Wir müssen immer auch die Akzeptanz der Bevölkerung im Blick behalten, und im Moment ist diese Grundakzeptanz relativ hoch.«
Statt für eine Verschärfung der Maßnahmen sprach sich der CSU-Chef wie schon bei früheren Gelegenheiten für eine bundesweite Vereinheitlichung aus – am besten auf dem Level der bayerischen Maßnahmen. »Besser wäre es, wenn alle die in Berlin beschlossenen Maßnahmen einheitlich umsetzen würden.« Je differenzierter die Lösung sei, »desto weniger wird sie oft akzeptiert«, sagte Söder. »Was für alle gilt, ist gerecht.«
Söder rechnet aber mit Anpassungen beim Homeoffice: »Wichtig ist: Wir brauchen einen höheren Anteil von Arbeitnehmern im Homeoffice, um die Kontakte zu reduzieren.« Eine Homeoffice-Pflicht werde es wohl nicht geben, »aber wir setzen uns für steuerliche Anreize ein«. Homeoffice müsse »wo immer möglich« das Ziel sein.
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