USA nach Kapitol-Stürmung durch Trump-Anhänger: Die angeknackste Demokratie
Icon: vergrößernDas Kapitol in Washington
Foto: ANDREW CABALLERO-REYNOLDS / AFP
Die Meute brüllt, die Meute wütet. Sie geht Staatsdiener an. Sie stürmt das Kapitol – während im Innern Abgeordnete einer wichtigen Sitzung beiwohnen.
Die Szene ist entsetzlich. Sie stammt aus dem vergangenen Frühjahr und trug sich in Lansing zu, im Parlament des Bundesstaats Michigan.
Damals protestierte die Menge gegen die Corona-Politik der demokratischen Gouverneurin Gretchen Whitmer. Einer, der dafür den Boden bereitet hatte, war Donald Trump: mit Tweets wie »Befreit Michigan!« und Verbalattacken gegen die Politikerin. Später sollte das FBI publik machen, wie Mitglieder einer gewaltbereiten Rechtsaußenmiliz planten, Whitmer zu entführen.
Eine Demokratie, in der die Nerven blank liegen
Nun also die US-Hauptstadt Washington, Capitol Hill, das Allerheiligste der Republik. Viele im Land rangen nach der Stürmung des Kapitols durch Trumps Anhänger um die richtigen Worte. Von Aufruhr und Revolte ist die Rede, von Hochverrat und Staatsstreich. Der designierte Präsident Joe Biden sprach von einem »beispiellosen Angriff« auf die US-Demokratie.

