US-Capitol in Washington: Die Rebellion von Donald Trump und seinen Anhängern
Icon: vergrößernTrump-Fans stürmen das Kapitol in Washington
Foto: SHANNON STAPLETON / REUTERS
Es knallt vor dem Kapitol. Dann Rauch. Die Polizei schießt Tränengas in die Menschenmenge und rückt in voller Montur vor. Knüppel fliegen, Geschrei. Ein Mann blutet, ein anderer ist im Tränengas-Nebel heulend zusammengebrochen. Dazwischen wehen Flaggen, auf ihnen steht der Name »Donald Trump«.
Es sind Szenen wie in einem Bürgerkrieg, die sich in und vor dem amerikanischen Parlament abspielen. Ein Mob aus Unterstützern des amtierenden Präsidenten Donald Trump erstürmt den Sitz der beiden Kammern des Parlaments und versucht, die offizielle Ausrufung des neuen, rechtmäßig gewählten Präsidenten Joe Biden zu stören, ja, zu verhindern. Es wird Stunden dauern, bis die Polizei die Lage wieder unter Kontrolle hat und das Gebäude sichern kann.
Eigentlich ist die offizielle Ausrufung des Präsidenten durch den Kongress eine reine Formalie. Sie findet nach jeder Wahl im Januar statt und verläuft meistens völlig unspektakulär. Doch an diesem Tag ist alles anders. Die Sitzung muss plötzlich unterbrochen werden. Das Kapitol-Gebäude, dieses stolze, strahlend weiße Symbol der großen amerikanischen Demokratie, wird von dem wütenden Mob regelrecht entweiht.

