Corona-Folgen: Wie die Pandemie arme Kinder benachteiligt

Kindergartenkinder (Symbolfoto): »Man darf sich das auf gar keinen Fall schönreden«
Foto: Christian Charisius/ DPA
SPIEGEL: Frau Langmeyer, laut Ihrer Studie kommen zwei Drittel der Kinder eigentlich ganz gut mit dem Leben in der Coronakrise zurecht. Ein erfreuliches Ergebnis, oder?
Alexandra Langmeyer: Ja, viele Familien haben sogar positive Seiten am Lockdown erkannt. Manche Kinder haben uns gesagt, dass sie es gut fanden, mal ausschlafen zu können und mehr gemeinsame Zeit in der Familie zu haben. Da wurden Radtouren gemacht, die Brettspiele wiederentdeckt, neue Rituale entwickelt. Nicht nur Erwachsene, auch Kinder haben die Entschleunigung genossen. Aber man darf sich das auf gar keinen Fall schönreden.
SPIEGEL: Wieso?
Langmeyer: Weil wir eben auch sehen, dass ein Drittel nicht gut zurechtkommt. In Wahrheit wohl sogar deutlich mehr. In unserer Befragung haben wir eher hochgebildete Familien erreicht. Bessergestellte, die Zeit und Lust hatten, Auskunft zu geben. 70 Prozent der Eltern in unserer Studie sind Akademiker. In der Realität wären es in einer vergleichbaren Gruppe rund 20 Prozent.
SPIEGEL: Welchen Unterschied macht das für die Kinder?

