Mastercard und Visa verweigern Zahlungsverkehr: Droht Porno-Webseiten das Aus?
Icon: vergrößernPornhub-Website: Den Vorstoß von Mastercard und Visa kritisiert die Plattform als »außerordentlich enttäuschend«
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»Kein PayPal benutzen«: Das lernen Pornodarstellerinnen als Erstes, sagt Gwen Adora. Accounts können schnell gesperrt und Guthaben eingefroren werden. In der Branche sei es wichtig, darauf vorbereitet zu sein, dass eine Website offline geht oder dass ein Zahlungsdienstleister wegbricht. »Deshalb ermutigen wir Sexarbeiterinnen uns gegenseitig, unser Einkommen zu diversifizieren.«
Die 25-jährige Kanadierin vermarktet ihre Videos auf Internetportalen, Zehntausende Nutzer aus aller Welt kennen sie allein von Pornhub. Dort masturbiert sie in kurzen, kostenlosen Videos als Horrorclown Pennywise aus Stephen Kings »Es« oder als Meerjungfrau. Auf dem Portal Modelhub, das wie Pornhub zum Konzern Mindgeek gehört, verkauft sie Langfassungen ihrer Videos zu Preisen zwischen 2 und 58 Dollar. Von jedem Kauf bekommt sie einen Anteil von 65 Prozent, normalerweise ein gutes Geschäft, für sie und die Website.
Doch diese Woche erfuhren Modelhub-Kunden: »Käufe wurden vorübergehend deaktiviert.« Die Finanzströme von Pornhub und Modelhub gerieten unter Beschuss, als eine Recherche der »New York Times« die Aufmerksamkeit auf die dunkelsten Ecken von Pornhub lenkte.

