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Speyer: Tausendfacher Kindesmissbrauch in katholischem Kinderheim

December 16
13:59 2020
Ben König bei seiner Einschulung in den Sechzigerjahren Icon: vergrößern

Ben König bei seiner Einschulung in den Sechzigerjahren

Foto: privat

Als Ben König* Mitte des Jahres das Urteil des Sozialgerichts Darmstadt liest, kann er es selbst kaum fassen: Seiner Klage auf Hilfen nach dem Opferentschädigungsgesetz ist endlich stattgegeben worden. Mehr noch: Seine Missbrauchsgeschichte ist in etlichen Details geprüft, begutachtet und für glaubwürdig befunden worden.

Es ist die Geschichte einer systematischen, brutalen und menschenverachtenden Zerstörung eines Kindes. Eine Geschichte, die überdeutlich zeigt, wozu Frauen und Männer in der katholischen Kirche fähig waren und wohl immer noch sind. Und wie sie damit ungeschoren davonkommen.

Ganz ruhig, mit fester Stimme rekapituliert König am Telefon sein Leiden in einem katholischen Kinderheim in Speyer. Immer wieder ist seine Wut zu spüren, darüber, allein gelassen worden zu sein. Vom Staat, den Behörden, von allen, die weggeschaut haben. Sein Fall ist in aller Munde, seit die Details der Verbrechen durch das Urteil publik wurden.

Am 21. März 1963 kam Ben König im Alter von fünfeinhalb Jahren in die von den Niederbronner Schwestern geführte Einrichtung in der Engelsgasse. Er habe ein »weiches Gemüt«, sei freundlich, aber auch schnell mutlos und zornig, heißt es laut Urteil in einem Bericht der betreuenden Schwester Gottraud vom 21. November 1967.

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