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Uno-Klimagipfel: Merkel verspricht 500 Millionen für ärmere Länder

December 13
08:26 2020
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Angela Merkel

Foto: Johanna Geron / dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat beim digitalen Uno-Klimagipfel knapp 500 Millionen Euro zugesagt, um ärmere Länder beim Klimaschutz zu unterstützen. »Alle Staaten müssen notwendige Klimaschutz-Investitionen finanzieren können«, sagte die CDU-Politikerin in einer Videobotschaft – genau fünf Jahre nach der Einigung auf das Klimaabkommen von Paris.

»Weltweit sollte also günstiges Kapital zur Verfügung stehen«, sagte Merkel. Neben den 500 Milliarden Euro zusätzlich erklärte die Kanzlerin, Deutschland halte die Zusage ein, die Klimafinanzierung bis 2020 auf jährlich vier Milliarden Euro zu verdoppeln.

Merkel beteuerte, sie wolle sich dafür einsetzen, dass bis zum nächsten Uno-Klimagipfel in Glasgow im Dezember 2021 der Prozess zur Klimafinanzierung abgeschlossen sei.

António Guterres fordert Klima-Notstand

Uno-Generalsekretär António Guterres forderte die Staats- und Regierungschefs außerdem auf, in ihren Ländern den »Klima-Notstand« auszurufen. »Wenn wir den Kurs nicht ändern, könnten wir auf einen katastrophalen Temperaturanstieg von mehr als drei Grad in diesem Jahrhundert zusteuern«, sagte er auf der Konferenz.

Der Klima-Notstand solle so lange aufrechterhalten werden, »bis Klimaneutralität erreicht ist«. Die Regierungen müssten zudem ihre Zusagen zur Verringerung der CO2-Emissionen einlösen: »Jedes Land, jede Stadt, jede Finanzinstitution und jedes Unternehmen muss Pläne verabschieden, damit die Emissionen bis 2050 netto bei null liegen.« Einen Weg, wie eine solche Klimaneutralität erreicht werden könne, skizzierte er am Samstag in einem Gastbeitrag für den SPIEGEL.

Versprechen aus Barbados, den Malediven, China und Großbritannien

Verkündet wurde unter anderem, dass Barbados und die Malediven schon 2030 keine Treibhausgase mehr ausstoßen werden. Pakistan will keine neuen Kohlekraftwerke mehr bauen. China, das Land mit dem höchsten Treibhausgas-Ausstoß der Welt, will sein Wachstum stärker von den Emissionen entkoppeln, Ökostrom ausbauen und – das war bereits bekannt – schon vor 2030 anfangen, den CO2-Ausstoß zu senken. Großbritanniens Premierminister Boris Johnson, Gastgeber des nächsten großen Gipfels, bekräftigte die Zusage, bis 2030 die Emissionen um 68 Prozent im Vergleich zu 1990 zu drücken.

Bereits am Freitag hat sich die EU verpflichtet, ihre CO2-Emissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu reduzieren.

Greta Thunberg unzufrieden

Die Klimaaktivistin Greta Thunberg kritisierte auf Twitter die Ergebnisse des Klimagipfels als unzureichend: »Beim Climate Ambition Summit feiern Anführer ihre schamlosen Schlupflöcher, leeren Worte, unzureichenden Fernziele und den Raub heutiger und künftiger Lebensbedingungen – und nennen es »Ehrgeiz«, schrieb die Schwedin auf Twitter. »Es gibt keine Klima-Anführer. Die einzigen, die das ändern können, seid ihr und ich. Zusammen.«

Auch andere Klimaschützer äußerten Kritik an den Ankündigungen: »Es ist sehr enttäuschend, dass heute fast nichts dazu zu hören war, wie endlich das notwendige Geld für Klimaschutz und Anpassung im Globalen Süden zusammen kommen soll«, sagte etwa David Eckstein von der Organisation Germanwatch.

Joe Biden verspricht Rückkehr der USA in Pariser Klimaabkommen

Anlässlich des Klimagipfels meldete sich auch der gewählte US-Präsident Joe Biden zu Wort. Er erklärte erneut, zu den Vereinbarungen von Paris zurückkehren zu wollen. »Die Vereinigten Staaten werden dem Pariser Abkommen am ersten Tag meiner Präsidentschaft wieder beitreten«, sagte Biden.

Er bekräftigte, er wolle in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit einen Klimagipfel der wichtigen Wirtschaftsmächte einberufen. Seine Regierung werde die Klimaziele der USA verschärfen und das Land auf einen Weg bringen, wonach der Treibhausgas-Ausstoß bis spätestens 2050 unterm Strich auf null gebracht werde. Biden kündigte an, dabei auf junge »Aktivisten« zu hören und mit diesen zusammenzuarbeiten.

Klimakonferenz fünf Jahre nach Pariser Klimaabkommen

Da die große jährliche Uno-Klimakonferenz wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben wurde, richteten die Uno, Großbritannien und Frankreich am Samstag eine Videokonferenz aus, bei der die Staaten ehrgeizigere Klimaschutzziele vorlegen sollten.

Die Konferenz findet fünf Jahre nach der Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens statt. Die seitdem gemachten Zusagen reichen aber bei Weitem nicht aus, um das selbst gesteckte Ziel einer Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu erreichen.

Icon: Der Spiegel

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