Vor Iran-Treffen in Islamabad: Vermittler Pakistan spricht Israel das Existenzrecht ab
Politik
Vor Iran-Treffen in IslamabadVermittler Pakistan spricht Israel das Existenzrecht ab
10.04.2026, 02:13 Uhr Artikel anhören(03:18 min)00:00 / 03:18
- 0.5x
- 0.8x
- 1.0x
- 1.2x
- 1.5x
- 2.0x

Vor den Verhandlungen der USA und des Irans gießt Vermittler Pakistan Öl ins Feuer: Israel sei ein "Fluch für die Menschheit", schreibt der Außenminister auf X. Israel bezweifelt die Eignung von Islamabad als neutraler Makler.
Kurz vor Beginn der geplanten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur dauerhaften Beilegung des Kriegs hat Israel den Vermittler Pakistan scharf kritisiert. Auslöser waren Äußerungen des pakistanischen Verteidigungsministers Khawaja Muhammad Asif auf X, in denen er Israel als "Fluch für die Menschheit" und Krebsgeschwür bezeichnete.
"Der Aufruf des pakistanischen Verteidigungsministers zur Vernichtung Israels ist empörend. Eine solche Äußerung darf von keiner Regierung toleriert werden, schon gar nicht von einer, die sich als neutraler Vermittler für den Frieden versteht", hieß es in einer Mitteilung des Büros des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.
Neue Drohung Richtung IranTrump: Israel wird Angriffe auf den Libanon zurückfahren
Israels Außenminister Gideon Sa'ar schloss sich an. Er sprach von "unverhohlen antisemitischen Ritualmordlegenden" seitens einer Regierung, die vorgibt, Frieden zu vermitteln.
Geschwächt, aber noch stabilGeht das iranische Regime am Ende als Gewinner hervor?
Pakistans Verteidigungsminister: "Israel ist böse"
Verteidigungsminister Asif hatte auf X geschrieben: "Israel ist böse und ein Fluch für die Menschheit. Während in Islamabad Friedensgespräche stattfinden, wird im Libanon ein Völkermord begangen. Unschuldige Bürger werden von Israel getötet – zuerst in Gaza, dann im Iran und nun im Libanon." Das Blutvergießen gehe unvermindert weiter. Er hoffe, dass die Menschen, "die diesen krebsartigen Staat auf palästinensischem Boden geschaffen haben, um die europäischen Juden loszuwerden, in der Hölle schmoren", schrieb der Minister weiter.
Nach Beginn einer zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg soll es ab heute in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran geben. Ziel ist eine Beendigung des Kriegs, der mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran Ende Februar begonnen hatte. Israel und die USA bestreiten, dass die Feuerpause auch für den Libanon gilt, wie es der Vermittler Pakistan zunächst angekündigt hatte.
"Finger bleiben am Abzug"Irans Präsident: Verhandeln nach Libanon-Angriffen "sinnlos"
Der Iran übte derweil scharfe Kritik an den fortgesetzten israelischen Angriffen auf die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon. Israels Armee hatte die Angriffe noch deutlich verstärkt, seit die Waffenruhe mit dem Iran in Kraft ist. Am Donnerstagabend rief sie die Bewohner der südlichen Vororte Beiruts, seit Langem eine Hisbollah-Hochburg, wegen bevorstehender Angriffe zur Evakuierung auf. Kurz danach ertönte in ganz Israel Luftalarm, nachdem zuvor Raketen aus dem Libanon abgefeuert worden waren. In der kommenden Woche wollen Israel und der Libanon in Washington Gespräche führen, vermitteln werden dann die USA.

