“Lage ist nicht so aussichtslos”: Buckelwal in Wismarer Bucht erneut gestrandet
Panorama
"Lage ist nicht so aussichtslos"Buckelwal in Wismarer Bucht erneut gestrandet
28.03.2026, 13:48 Uhr

Der zu Beginn der Woche an der Ostsee-Küste gestrandete Wal befindet sich nun weiter östlich in der Wismarer Bucht. Er wurde dort von den Behörden gesichtet. Laut Greenpeace ist er erneut gestrandet.
Der vor Timmendorfer Strand freigekommene Buckelwal ist erneut gestrandet. Der Meeressäuger liegt nun auf einer Sandbank in der Wismarer Bucht, wie RTL/ntv von Greenpeace erfuhr. Demnach lebt und atmet der Wal. Das Deutsche Meeresmuseum bestätigte, der Wal sitze "im flachen Wasser" fest. "Nachdem er sich aus seiner misslichen Lage befreien konnte, wurde der Wal heute am Mittag in der Wismarbucht in der Nähe der Insel Walfisch erneut gesichtet", bestätigte ein Sprecher des Schweriner Umweltministeriums.
Das Behördenschiff "Uecker" hatte ihn nach Informationen von RTL und ntv zuvor gesichtet. Seit dem Vormittag gab es mehrere Meldungen über mögliche Sichtungen in der Bucht. Neben der Wasserschutzpolizei aus Wismar und Rostock waren demnach Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums, des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung sowie der Naturschutzorganisation Greenpeace auf dem Wasser und an Land im Einsatz, um die Lage zu bewerten und im Notfall helfen zu können.
Expertin zweifelt an RettungWal erneut gestrandet – "Haut hat sich verschlechtert"
Wie RTL/ntv vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund erfuhr, macht sich die Meeresbiologin Lisa Klemens vor Ort ein Bild von der Lage. Das Meeresmuseum ist zuständig, weil sich der Buckelwal nun im Küstengebiet von Mecklenburg-Vorpommern befindet. Die Wasserschutzpolizei hatte seit dem frühen Morgen die Küste abgefahren und nach dem Wal gesucht. Auch ein weiteres Polizeiboot sowie Greenpeace waren mit zwei Booten an der Suche beteiligt, sagte eine Sprecherin der dpa.
Die Lage sei "nicht so aussichtslos wie in Niendorf", sagte Joseph Schnitzler, Meeresbiologe am Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung, mit Blick auf die erste Strandung des Tiers zu Wochenbeginn. "Der Unterschied ist, dass er in Niendorf von einer Sandbank umzingelt war, es gab keinen Ausweg." In der Wismarer Bucht sei der Wal "auf dem höchsten Punkt auf einer Sandbank und drum herum ist es offen", sagte der Experte RTL/ntv. "Wir lassen ihn die Nacht ruhen und schauen morgen." Zudem habe der Wal am Freitag "beim Geleiten einen tollen Eindruck hinterlassen. Er hatte ganz normale Tauchzeiten."
"Man muss nichts mit einem Bagger freischaufeln"
Laut dem Biologen gibt es die Hoffnung, dass der Wal selbst von der Sandbank herunterkommt und am Sonntag nicht mehr da liegt. "Man muss nichts mit einem Bagger freischaufeln", so Schnitzler. "Das Tier ist schon seit geraumer Zeit in der Ostsee. Wir hatten die Hoffnung, dass es, wenn es von Netzen und Seilen befreit ist, besser klarkommt, aber das ist nicht Fall." Laut Schnitzler wird die Wasserschutzpolizei auch über Nacht beim Wal bleiben. "Ab Sonnenaufgang sind wir wieder vor Ort."
Der 12 bis 15 Meter lange Meeressäuger war am Montagmorgen auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand entdeckt worden. Nach tagelangen Bemühungen zahlreicher Helfer hatte sich das Tier in der Nacht auf Freitag selbst von einer Sandbank vor Timmendorfer Strand durch eine per Bagger ausgegrabene Rinne freigeschwommen. Experten sorgen sich um das Tier, nachdem es zuletzt in Küstennähe geschwommen war. Das Ziel ist eigentlich, ihn in Richtung Nordsee zu leiten.
Am Freitag war der Wal laut einer Sea-Shepherd-Sprecherin noch vor Warnkenhagen in Nordwestmecklenburg gesehen worden. Mitglieder der Meeresschutzorganisation sowie von Greenpeace begleiteten ihn mit Schlauchbooten. Nach mehreren Stunden beendeten sie die Beobachtung.

