Trump erwähnt Merz namentlich: US-Präsident stellt Beistand für europäische Verbündete infrage
Politik
Trump erwähnt Merz namentlichUS-Präsident stellt Beistand für europäische Verbündete infrage
28.03.2026, 00:53 Uhr Artikel anhören(02:15 min)00:00 / 02:15
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Bei Donald Trump hat sich Wut über die traditionellen Verbündeten der USA in Europa aufgestaut. In dieser Woche beklagt sich der US-Präsident immer wieder über ausbleibende Hilfe im Krieg gegen den Iran. Jetzt stellt er sogar das wichtigste Prinzip der Nato infrage.
US-Präsident Donald Trump stellt den Beistand seines Landes für die Nato-Verbündeten infrage. Die USA gäben jährlich Hunderte Milliarden für die Allianz aus, sagt er auf einem Investorenforum in Miami. Bislang seien die USA immer für die Partner da gewesen. "Aber jetzt, angesichts ihres Handelns, müssen wir das wohl nicht mehr", sagt Trump. "Warum sollten wir für sie da sein, wenn sie nicht für uns da sind? Sie waren für uns nicht da." Trump hat sich wiederholt beklagt, dass die Nato-Verbündeten nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran nicht auf deren Seite eingegriffen haben.
"Falls das Große je passieren würde, garantiere ich Ihnen, dass sie nicht für uns da wären", beklagte sich Trump über die Nato. Er ging nicht näher darauf ein, was er mit "das Große" ("the big one") meinte. Möglicherweise könnte er damit auf einen direkten Angriff auf die Vereinigten Staaten angespielt haben.
Schlingerkurs im Iran-Krieg"Trump hasst Allianzen, benötigt aber plötzlich eine"
Trump bedankte sich bei Saudi-Arabien, das "anders als die Nato" im Krieg gegen den Iran sehr hilfreich sei. Das Königreich habe gekämpft, genauso wie Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain. Sogar Kuwait habe an der Seite der USA gekämpft, obwohl das Land "drei unserer besten Flugzeuge mit ihren besten Raketen abgeschossen" habe. Dafür erntete Trump Gelächter der Zuhörer.
Kanzler Friedrich Merz wurde von Trump direkt adressiert: "Der deutsche Bundeskanzler – das sind alles meine Freunde – Friedrich. Der deutsche Bundeskanzler, er sagte: 'Das ist nicht unser Krieg'." Trump schob nach, dass dann der Ukraine-Krieg auch nicht der der USA sei.
Der Krieg im Iran hatte bereits zuvor für Spannungen im transatlantischen Verhältnis gesorgt. Trump und andere Vertreter der US-Regierung werfen den Nato-Partnern Untätigkeit vor. Zudem kritisierten die USA, Militärstützpunkte von Verbündeten nicht oder zu spät nutzen zu dürfen. Vor Kurzem hatte Trump die Nato-Partner als "Feiglinge" beschimpft, da diese sich nicht an einem militärischen Einsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus beteiligen wollten. Am Donnerstag schrieb er in seinem Onlinedienst Truth Social: "Die USA brauchen nichts von der Nato."

