Riesenkerbe bei Tomahawks: USA verfeuern unglaublich viel – Iran bleibt wehrhaft?
Politik
Riesenkerbe bei TomahawksUSA verfeuern unglaublich viel – Iran bleibt wehrhaft?
27.03.2026, 15:58 Uhr Artikel anhören(03:50 min)00:00 / 03:50
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Lagebilder zum Waffenarsenal sowohl der USA als auch des Iran lassen aufhorchen: Letztere Kriegspartei verliert Insidern zufolge viel, hat aber noch beträchtliches Raketenpotenzial. Die USA indes verfeuern laut einem Bericht sehr viele teure Marschflugkörper.
Die USA können Insidern zufolge mit Sicherheit nur bestätigen, dass sie im Laufe des gegenwärtigen Krieges etwa ein Drittel des riesigen iranischen Raketenarsenals zerstört haben. Dies sagten fünf den US-Geheimdiensten nahestehende Personen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Der Status von etwa einem weiteren Drittel ist weniger klar, doch die Bombardements haben diese Raketen wahrscheinlich beschädigt, zerstört oder in unterirdischen Tunneln und Bunkern verschüttet, sagten vier der Insider.
Ein Insider gab demnach an, die Erkenntnisse seien ähnlich bei den Drohnenkapazitäten des Iran, wonach etwa ein Drittel zerstört worden sei. Die Einschätzung, über die bisher noch nicht berichtet wurde, zeigt, dass zwar die meisten iranischen Raketen entweder zerstört oder unzugänglich sind, Teheran jedoch immer noch über einen beträchtlichen Raketenbestand verfügt und möglicherweise in der Lage sein könnte, einige verschüttete oder beschädigte Raketen wiederherzustellen, sobald die Kämpfe aufhören.
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USA mit massivem Verbrauch
Die "Washington Post" berichtet indes, dass das US-Militär selbst im Zuge der bisher vier Kriegswochen mehr als 850 Tomahawk-Marschflugkörper verschossen hätte und die Präzisionswaffen damit in einem Tempo verbraucht würden, dass bei einigen Pentagon-Mitarbeitern die Alarmglocken schrillten, so die Zeitung unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
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Nur einige Hundert der Raketen würden jährlich hergestellt, so die "Washington Post". Wie viele das US-Verteidigungsministerium in seinem Arsenal zur Verfügung habe, sei nicht öffentlich bekannt. Die letzte Ausführung der Marschflugkörper koste pro Stück bis zu 3,7 Millionen US-Dollar (rund 3,2 Millionen Euro) und die Produktion dauere bis zu zwei Jahre. Mark Cancian, ein Berater vom Washingtoner Think-Tank "Center for Strategic and International Studies", sagt der Zeitung, dass die US-Navy gar ein Viertel der Tomahawks aus dem eigenen Arsenal verschossen haben könnte.
Ukrainische Sorgen
Tomahawks werden primär von Schiffen und U-Booten gestartet. Sie können weit fliegen, haben ein ausgeklügeltes Zielsystem und können über eine Bordkamera Bilder an eine Einsatzzentrale übertragen. Dass so viele im Nahen Osten innerhalb kürzester Zeit verschossen werden, dürfte woanders ein bedrückendes Gefühl auslösen.
In den Nahen OstenBericht: Pentagon erwägt Umleitung der Ukraine-Waffenhilfe
Die Raketen stehen schon länger auf der Wunschliste der sich gegen Russland verteidigenden Ukraine. Bisher hat US-Präsident Donald Trump diesen Wunsch nicht erfüllt – was nunmehr noch unwahrscheinlicher wird.
Die "Washington Post" berichtet zudem unter Berufung auf zwei weitere informierte Beamte, die USA hätten auch mehr als 1000 Luftabwehr-Raketen verschossen, darunter solche der Typen Patriot und THAAD. Auch hier wird deutlich, wie sich die Prioritäten der USA verschoben haben. Zuletzt war sogar berichtet worden, das Pentagon erwäge, für die Ukraine angedachte Waffenhilfe gen Nahost umzuleiten.

