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Paukenschlag in Rheinland-Pfalz: CDU siegt, SPD stürzt ab, AfD holt West-Rekord

March 22
21:36 2026

Politik

Paukenschlag in Rheinland-PfalzCDU siegt, SPD stürzt ab, AfD holt West-Rekord

22.03.2026, 18:00 Uhr

Mainz-Rheinland-Pfalz-Deutschland-Abgeordnetenhaus-Landtagswahl-2026-Gordon-Schnieder-spricht-auf-der-CDU-Wahlparty-nach-den-ersten-Prognosen
Gordon Schnieder freut sich vor jubelnden Anhängern über seinen Wahlsieg. (Foto: picture alliance / dts-Agentur)

In Rheinland-Pfalz gehen für die CDU dreieinhalb Jahrzehnte in der Opposition zu Ende. Die SPD erleidet zwei Wochen nach der Wahl in Baden-Württemberg ein weiteres Debakel. Die AfD kommt nach ersten Hochrechnungen auf 20 Prozent.

Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz ist die CDU nach Hochrechnungen von ARD und ZDF stärkste Kraft geworden. Neuer Ministerpräsident dürfte ihr Spitzenkandidat Gordon Schnieder werden. "Die CDU Rheinland-Pfalz ist wieder da", sagte Schnieder vor jubelnden Anhängern in Mainz. "Es wird ohne uns in diesem Land nicht mehr regiert in den nächsten Jahren!"

Dagegen erleiden die Sozialdemokraten von Ministerpräsident Alexander Schweitzer schwere Verluste und landen auf Platz zwei. Die AfD kann ihren Stimmenanteil im Vergleich zur letzten Wahl 2021 mehr als verdoppeln – es ist voraussichtlich ihr bestes Ergebnis in einem westdeutschen Bundesland.

Letzte Ampel ist abgewählt

Die Grünen verlieren leicht. Die Freien Wähler dürften den Wiedereinzug in den Landtag verpasst haben, die Linke muss ebenfalls bangen. Die FDP, bisher Teil der Ampel-Regierung im Land, fliegt klar aus dem Parlament.

Der Wahlabend im Liveticker bei ntv.de.

Nach der harten Niederlage vor zwei Wochen in Baden-Württemberg ist das Ergebnis für die SPD ein Debakel. Nicht nur ist es ein historisches Tief bei Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz für die Sozialdemokraten. Auch verliert die Partei einen Ministerpräsidenten.

Seit zehn Jahren regiert eine Koalition aus SPD, Grünen und FDP das Land mit seinen gut vier Millionen Einwohnern. Über Monate hatte die CDU in Umfragen deutlich geführt, seit Jahresbeginn holte die SPD auf – aber am Ende nicht genug.

Schnieder dankte den anderen Parteien in einer ersten Reaktion für einen fairen Wahlkampf. Richtung SPD machte er zugleich deutlich, dass es im Fall einer Koalition Veränderungen geben müsse. "Da kann es nur einen Wechsel geben. Ansonsten würden wir vollkommen unglaubwürdig werden", sagte er im ZDF.

Bundes-SPD will jetzt "Dinge klären"

SPD-Chef Lars Klingbeil sagte in der ARD, die Verantwortung für das Wahlergebnis liege auf der Bundesebene. "Da haben wir jetzt sehr entscheidende Dinge zu klären", so Klingbeil. Die SPD müsse wieder "Industriepartei" werden. Die Bundesregierung werde "ein riesiges Reformpaket" auf den Weg bringen. "Wir müssen den Sozialstaat auf Vordermann bringen, wir müssen das Leben einfacher machen."

Die SPD dürfe "nicht am Status quo festhalten", sondern müsse Reformdebatten führen, sagte Klingbeil. Bei der Einkommensteuer müsse es zu einer spürbaren Entlastung kommen, forderte er an die Adresse der Union.

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CDU: Keine Folgen für Berlin

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann erwartet nach der Wahlniederlage der SPD keine Auswirkungen auf die schwarz-rote Bundesregierung. Bei der Wahl es um Landesthemen gegangen, sagte Linnemann. In der Koalition in Berlin gehe es hingegen um Bundesthemen, "und da reden wir über Reformen, die sein müssen – und da sind wir uns einig mit der SPD", so Linnemann.

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Die Koalition aus Union und SPD in Berlin werde nun nach der Landtagswahl "da weitermachen, wo wir aufgehört haben", sagte Linnemann. Es gehe nun um die Reform der Sozialversicherung und auch um Änderungen im Steuersystem, fügte er hinzu.

AfD-Chef freut sich

AfD-Bundeschef Tino Chrupalla zeigte sich zufrieden mit dem Wahlausgang und kündigte einen harten Oppositionskurs im Land an. Mit ihrem Ergebnis könne die AfD eine starke Opposition sein und Schwarz-Rot – oder wer regieren werde – "auf die Finger klopfen", sagte Chrupalla im ZDF.

Die CDU müsse überlegen, ob sie sich von der SPD am Nasenring durch die Manege ziehen lassen wolle. "Die sollen genauso weitermachen", sagte Chrupalla. "Das ist für uns das Allerbeste." Ergebnisse wie bereits in Ostdeutschland seien für die AfD auch im Westen möglich.

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