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“De-facto-Führer des Regimes”: Iran bestätigt: Sicherheitschef Laridschani ist tot

March 18
03:16 2026

Politik

"De-facto-Führer des Regimes"Iran bestätigt: Sicherheitschef Laridschani ist tot

17.03.2026, 23:23 Uhr Artikel anhören(04:35 min)00:00 / 04:35

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Nach der Tötung von Ali Chamenei war es vor allem Ali Laridschani, der das Regime nach außen vertrat. (Foto: dpa)

Der Iran bestätigt, was Israel schon vor Stunden verkündet hat: Der Sicherheitschef des Landes, Ali Laridschani, ist bei einem Luftangriff ums Leben gekommen. Mit ihm verliert das Regime der Islamischen Republik eine Schlüsselfigur.

Nach stundenlangem Schweigen hat der Iran hat den Tod des Spitzenfunktionärs Ali Laridschani, bestätigt. Die den Revolutionsgarden nahe stehende Nachrichtenagentur Fars teilte mit, der Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrates sei zum "Märyrer" geworden. Auf dem X-Account des ranghöchsten Sicherheitsbeamten hieß es, "ein Diener Gottes ist als Märtyrer zu seinem Herrn gelangt."

Laridschani und der ebenfalls bei einem israelischen Luftangriff am Montag getötete Kommandeur der paramilitärischen Basidsch-Miliz, Brigadegeneral Gholamresa Soleimani, sollen nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim an diesem Mittwoch beigesetzt werden. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte am Morgen bekannt gegeben, dass die Streitkräfte seines Landes Soleimani und den iranischen Sicherheitschef Ali Laridschani getötet hätten. Für Laridschanis Tod gab es aber lange keine Bestätigung aus dem Iran.

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Laridschani hatte noch vor seinem Tod angekündigt, den Widerstand gegen die USA und Israel fortsetzen zu wollen. Der 67-Jährige war zuletzt zu einer zentralen Figur im iranischen Machtapparat aufgestiegen und vertrat die Islamische Republik als wichtige Stimme nach außen. Seine Tötung dürfte es den USA erschweren, eine Verhandlungslösung für ein mögliches Ende des Krieges zu finden.

Ideologisch gefestigter Pragmatiker

Seit Jahrzehnten war Ali Laridschani einer der einflussreichsten Männer im Iran. Dabei verstand er es, ideologische Loyalität mit pragmatischer Staatsführung in Einklang zu bringen. Wie viele heutige Politiker im Iran machte er zunächst Karriere bei den Revolutionsgarden. Er stieg bis zum Brigadegeneral auf, ehe er Anfang der 90er Jahre aus dem aktiven Dienst ausschied. Auf den Posten im Sicherheitsrat wurde er im August 2025 nach dem Zwölf-Tage-Krieg mit Israel und den USA berufen. In seiner Rolle als Generalsekretär vermittelte er zwischen Sicherheitsrat, dem Büro des Revolutionsführers, den Streitkräften und den Revolutionsgarden. Dabei war er zunehmend auf der diplomatischen Bühne präsent, reiste in die Golfstaaten und traf im Januar den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau, während Teheran Atomverhandlungen führte, die durch den Krieg ein abruptes Ende fanden.

Nach der Tötung des Obersten Führers Ali Chamenei am ersten Tag des Krieges baute der 67-Jährige seine Macht weiter aus und zählte zu den wichtigsten Krisenmanagern des Landes. "Er war der De-facto-Führer des iranischen Regimes", sagte ein Vertreter des israelischen Militärs, der anonym bleiben wollte.

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Seit Kriegsbeginn spielte Laridschani eine weitaus sichtbarere Rolle als der neue Oberste Führer, Modschtaba Chamenei, der seit seiner Ernennung zum Nachfolger seines getöteten Vaters noch nicht in der Öffentlichkeit gesehen wurde. Sicherheitschef Laridschani hingegen mischte sich vergangene Woche in Teheran unter Demonstranten, die für die Regierung auf die Straße gingen. Die US-israelischen Angriffe auf sein Land bezeichnete er bei der Kundgebung als Akt der "Angst und Verzweiflung". Bei anderer Gelegenheit verkündete er, der Iran werde sich "um jeden Preis" verteidigen.

Laridschanis Tod ist ein schwerer Schlag für die Herrscher der Islamischen Republik, mit ihm verlieren sie eine Schlüsselfigur. Vor allem in den vergangenen zwei Wochen sei er es gewesen, "der die Entscheidungen trifft und die Fäden zieht", beschrieb der israelische Militärvertreter Laridschanis Rolle. Er habe auch die Angriffe gegen Israel sowie die Golfstaaten angeordnet.

Die USA hatten zuletzt eine Belohnung von bis zu zehn Millionen Dollar für Hinweise auf iranische Führungspersönlichkeiten angeboten, darunter auch Laridschani.

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