Stützpunkt im Indischen Ozean: Wegen Iran-Konflikt: Trump stemmt sich gegen Rückgabe der Chagos-Inseln
Politik
Stützpunkt im Indischen OzeanWegen Iran-Konflikt: Trump stemmt sich gegen Rückgabe der Chagos-Inseln
19.02.2026, 05:21 Uhr

Das Chagos-Archipel ist das letzte verbliebene britische Überseegebiet im Indischen Ozean, eigentlich soll es demnächst an Mauritius zurückgegeben werden. US-Präsident Trump war eigentlich dafür, ist jetzt aber dagegen. Hintergrund ist ein möglicher US-Angriff auf den Iran.
Angesichts einer möglichen Eskalation zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran pocht US-Präsident Donald Trump darauf, dass Großbritannien doch nicht wie geplant die Chagos-Inseln im Indischen Ozean an Mauritius zurückgibt. Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, sollten die USA bei einem Scheitern der Atomgespräche mit Teheran den Iran angreifen, würden die US-Streitkräfte womöglich den gemeinsam mit Großbritannien genutzten Militärstützpunkt auf der Chagos-Insel Diego Garcia nutzen.
"Premierminister Starmer sollte auf keinen Fall die Kontrolle über Diego Garcia verlieren", schrieb Trump. "Wir werden immer bereit, willens und in der Lage sein, für Großbritannien zu kämpfen, aber sie müssen angesichts von Wokeism und anderen Problemen stark sein. Gebt nicht Diego Garcia weg!"
Das Abkommen zur Rückgabe der Chagos-Inseln im Indischen Ozean war im Mai vergangenen Jahres vom britischen Premierminister Keir Starmer unterzeichnet worden. Es sieht vor, dass Großbritannien den etwa 2000 Kilometer nordöstlich von Mauritius gelegenen Archipel an seine ehemalige Kolonie zurückgibt. Für den dortigen US-britischen Militärstützpunkt wurde für den Zeitraum von hundert Jahren eine Pacht vereinbart.
Trump hatte bereits im Januar die Rückgabe der Chagos-Inseln als "dumm" kritisiert. Nach einem Gespräch mit Starmer akzeptierte er das Abkommen – vollzog nun aber wieder eine Kehrtwende. Damit widerspricht er dem US-Außenministerium, das erst am Vortag erklärt hatte, die USA würden die Entscheidung Großbritanniens "unterstützen", das Abkommen umzusetzen. Auf den Widerspruch angesprochen, sagte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt, der Truth-Social-Post sei direkt von Trump gekommen und sollte als die Position der US-Regierung angesehen werden.
Trump stellte in seinem Truth-Social-Post eine direkte Verbindung zwischen dem Abkommen über die Chagos-Inseln und dem Konflikt mit dem Iran her. Sollte Teheran sich einer Vereinbarung im Atomstreit widersetzen, müssten die USA womöglich "einen möglichen Angriff durch ein höchst instabiles und gefährliches Regime ausschalten". Dafür seien womöglich der Stützpunkt auf Diego Garcia und zudem die Luftwaffenbasis Fairford in Großbritannien nötig. Der Iran könnte Großbritannien oder ein anderes befreundetes Land angreifen wollen, schrieb Trump.
Rubio reist nach Israel
Diego Garcia ist eine der Chagos-Inseln. Sie liegt mitten im Indischen Ozean, weitab von Sri Lanka und Mauritius. Der Militärstützpunkt ist laut dem britischen Premierminister Keir Starmer einer der wichtigsten Beiträge, die das Land in der Sicherheitspartnerschaft mit den USA leistet. Sowohl Diego Garcia als auch Fairford werden bereits von US-Streitkräften genutzt.
Gespräche in Genf beendetUSA und Iran vereinbaren "Leitprinzipien" bei Atomverhandlung
Der US-Präsident hat immer wieder mit Angriffen auf den Iran gedroht. Am Dienstag hatte es in Genf eine zweite Runde indirekter Gespräche zwischen den USA und dem Iran zu Teherans Atomprogramm gegeben. US-Energieminister Chris Wright betonte, die USA würden den Iran "auf die eine oder andere Weise" daran hindern, Atomwaffen herzustellen. Es gebe "viele Gründe und Argumente, die für einen Angriff auf den Iran angeführt werden könnten", sagte Trumps Sprecherin Leavitt und fügte hinzu: "Der Iran wäre sehr gut beraten, ein Abkommen zu schließen."
Die US-Fernsehsender CNN und CBS berichteten unterdessen, das US-Militär sei bereit, bereits am kommenden Wochenende Angriffe auf den Iran zu fliegen. Präsident Trump habe aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Zudem wurde bekannt, dass US-Außenminister Marco Rubio kommende Woche nach Israel reisen will. Am 28. Februar ist ein Treffen mit Regierungschef Benjamin Netanjahu geplant. Netanjahu, der erst vergangene Woche bei US-Präsident Donald Trump in Washington war, vertritt im Atomstreit mit dem Iran seit langem eine harte Linie.

