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War es das jetzt?: Selbst Trump kann dem Bitcoin nicht mehr helfen

February 16
17:28 2026

Wirtschaft

War es das jetzt?Selbst Trump kann dem Bitcoin nicht mehr helfen

16.02.2026, 13:10 Uhr DSCF1383-2Von Jan Gänger

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Wie gewonnen, so zerronnen. (Foto: AP)

Einen kryptofreundlicheren Präsidenten als Donald Trump können sich Bitcoin-Freunde nicht wünschen. Dennoch geht es für das bekannteste Krypto-Projekt steil abwärts. Dass selbst der mächtigste Mann der Welt das nicht verhindern kann, ist für Anleger keine gute Nachricht.

Donald Trump hat geliefert. Der US-Präsident hat – wie versprochen – eine kryptofreundliche Führung in den wichtigsten US-Aufsichtsbehörden installiert, mehrere wegen Straftaten verurteilte Krypto-Größen begnadigt und eine staatliche Bitcoin-Reserve auf den Weg gebracht. Seine Familie hat ein expandierendes Krypto-Imperium. Ein kryptofreundlicheres Umfeld kann sich die Branche, die viel Geld in Trumps Wahlkampf gepumpt hatte, kaum wünschen. Und was macht der Bitcoin seit ein paar Monaten? Er fällt.

Dabei lief es für die Krypto-Freunde erst mal richtig gut. Nach Trumps Wahlsieg im November 2024 ging es für Bitcoin steil nach oben – getragen von seinem Versprechen, die USA zur "Krypto-Hauptstadt der Welt" zu machen. Bitcoin erreichte im Oktober vergangenen Jahres ein Rekordhoch von mehr als 126.000 Dollar. Doch seit Ende des Jahres geht es steil abwärts.

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Anfang Februar stürzte der Bitcoin zum ersten Mal seit 2024 unter die Marke von 65.000 US-Dollar und verlor damit alle Gewinne, die er seit der Wiederwahl von Trump erzielt hatte. Mittlerweile hat sich das Krypto-Projekt zwar auf knapp 69.000 Dollar hochgearbeitet, bleibt aber angeschlagen.

Ein wesentlicher Grund ist die Liquidierung von teils extrem gehebelten Bitcoin-Wetten, die am Kryptomarkt weitverbreitet sind. Hierzu kaufen Anleger mit geliehenem Geld die Kryptowährung. Der anfängliche Preisverfall zwang einige Anleger, ihre Positionen aufzulösen. Denn die Sicherheiten, die sie für ihre hochriskanten Hebel-Geschäfte bei ihrem Broker hinterlegt hatten, reichten nicht mehr aus, um die Verluste zu decken. Diese Verkäufe drücken den Wert der Kryptowährungen weiter und sorgen so für weitere Liquidierungen.

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Bitcoin ist nicht das neue Gold

Bitcoin hat schon Dutzende Einbrüche erlebt, Krypto-Unternehmen sind untergegangen, zahllose Anleger haben viel Geld verloren. Die Krypto-Währung hat sich davon regelmäßig nicht nur erholt, sondern sogar neue Rekordhöhen erreicht. Der aktuelle Absturz ist nicht der heftigste, den Bitcoin verkraften musste. Nachdem er 2021 ein Rekordhoch erreicht hatte, ging es fast 80 Prozent in die Tiefe. Es dauerte rund drei Jahre, bis er sich davon erholt hatte – und neue Rekorde erreichte.

Doch derzeit sieht es nicht besonders rosig aus für die Zukunft des Bitcoins. Denn die USA haben einen selbsterklärten "Bitcoin-Präsidenten" mit familiären Interessen an Kryptowährungen. Wenn Bitcoin in diesem Umfeld nicht gedeihen kann, wann dann?

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Bei vielen der zahlreichen Einbrüche der Vergangenheit fanden Krypto-Fans Trost darin, dass es anderswo auch kräftig abwärts ging. Das ist derzeit allerdings anders. Investoren setzen auf Edelmetalle als alternative Wertanlage, was zu einem Rekordanstieg bei Gold und Silber führte. Für Bitcoin ging es allein seit Jahresbeginn um mehr als 20 Prozent nach unten, während Gold knapp 16 Prozent und Silber rund 8 Prozent zulegte. Der US-Leitindex S&P 500 zeigt sich trotz der jüngsten Verluste bei den Tech-Werten stabil.

Es sieht so aus, als habe Bitcoin viel Luft abgelassen. Für eine rein spekulative Anlageform ohne inneren Wert ist Fantasie alles. Sie scheint verschwunden zu sein. In der Vergangenheit ist Bitcoin vor allem deshalb stark gestiegen, weil es immer eine neue Story gab, die zusätzliche Käufer angelockt hat – etwa die Einführung von Bitcoin-ETFs oder die Wahl eines "Bitcoin-Präsidenten". Doch aus den Kurstreibern der Vergangenheit ist mittlerweile Realität geworden. Und derzeit ist nicht zu erkennen, was eine neue Welle spekulativer Nachfrage auslösen könnte.

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