Neue Aggression gegen Nachbarn: Trump droht Kanada mit Blockade von Grenzbrücke
Politik
Neue Aggression gegen NachbarnTrump droht Kanada mit Blockade von Grenzbrücke
10.02.2026, 03:57 Uhr Artikel anhören(03:27 min)00:00 / 03:27
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Seit der kanadische Premierminister nach China gereist ist, wird Trumps Ton gegenüber dem Nachbarn immer giftiger. Nun erregt die neue, fast fertige Grenzbrücke zwischen Windsor und Detroit den Unmut des US-Präsidenten. Die Hälfte des Bauwerks müsse den USA gehören, fordert er.
US-Präsident Donald Trump legt im Handelsstreit mit Kanada nach und droht mit der Blockade einer neuen Grenzbrücke zwischen beiden Ländern. Er werde deren Eröffnung nicht zulassen, bis Kanada die Vereinigten Staaten mit der Fairness und dem Respekt behandle, den die USA verdienten, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Die Brücke müsste auch mindestens zur Hälfte den USA gehören, forderte er. Man werde unverzüglich Verhandlungen aufnehmen, kündigte Trump an. Konkretere Angaben dazu machte der US-Präsident nicht.
Die Brücke über den Detroit River verbindet die Stadt Windsor in der kanadischen Provinz Ontario mit der US-Stadt Detroit im nördlichen Bundesstaat Michigan. Die Gordie Howe International Bridge mit sechs Fahrspuren soll auch von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden können. Die Eröffnung ist in diesem Jahr geplant. Kanada finanziert nach eigenen Angaben die Baukosten, die dann mit den Mautgebühren refinanziert werden sollen. Die seit langem geplante Brücke soll den Handel zwischen den Nachbarländern weiter ankurbeln.
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Eskalierender Handelskonflikt nach Carneys China-Reise
Trump warf Kanada in seinem Post vor, für den Bau keine amerikanischen Produkte wie Stahl genutzt zu haben. Zudem kritisierte Trump erneut die jüngst von Kanadas Premierminister Mark Carney angekündigte begrenzte Annäherung an China in Handelsfragen. Deswegen hatte er dem Nachbarland unlängst auch bereits mit einem 100-Prozent-Zollsatz auf den Import von Waren gedroht. Auch Strafzölle auf die Einfuhr kanadischer Flugzeuge hatte er jüngst angedroht. Trump greift häufig zu Zöllen, um seinen Willen durchzusetzen. Davon bleiben auch traditionell enge Verbündete wie Kanada nicht verschont. Bisweilen nutzt Trump Zölle aber auch nur als Drohgebärde und setzt diese letztlich nicht um.
Bei Handelsabkommen mit ChinaTrump droht Kanada mit "sehr substanzieller" Reaktion
Carney hatte Mitte Januar bei einem Peking-Besuch eine "neue strategische Partnerschaft" mit China verkündet und eine Vereinbarung für ein Handelsabkommen bekanntgegeben. In diesem Rahmen soll Peking bis zum 1. März die Zölle auf Raps-Importe aus Kanada von derzeit 84 Prozent auf rund 15 Prozent senken. China will zudem kanadischen Besuchern die visumfreie Einreise ermöglichen. Im Gegenzug soll Kanada 49.000 chinesische Elektrofahrzeuge zu neuen Vorzugszöllen von 6,1 Prozent importieren.
Kanadas Premier im Oval Office"Nicht zum Verkauf": Carney nimmt Trump alle Illusionen
Nach seiner China-Reise fiel Premierminister Carney beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit einer eindringlichen Rede auf, die auch als Kritik an Trump und dessen aggressiver "America First"-Politik verstanden wurde. Der US-Präsident hatte mehrfach davon gesprochen, dass Kanada annektiert und als Bundesstaat in die USA integriert werden sollte.

