Lukrative Partnerschaft : Wie Trump seine Tech-Bros noch reicher macht
Wirtschaft
Lukrative Partnerschaft Wie Trump seine Tech-Bros noch reicher macht
25.01.2026, 16:33 Uhr
Von Hannes VogelArtikel anhören(09:42 min)00:00 / 09:42
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Tech-Milliardäre des Silicon Valley lassen eine Unmenge Geld auf Donald Trump regnen. Dafür werden Elon Musk, Peter Thiel, Mark Zuckerberg & Co. in seinem ersten Amtsjahr mit Milliarden belohnt. Es ist ein Deal, von dem beide Seiten profitieren.
Als Donald Trump vor einem Jahr seinen Amtsantrittseid leistete, saß das versammelte Silicon Valley in der ersten Reihe. Wie Paten, die die Taufe eines Familienmitglieds beehren, wohnten Mark Zuckerberg, Elon Musk, Jeff Bezos, Sundar Pichai, Sam Altman und Tim Cook seiner Machtübernahme bei. Man könnte auch sagen: Wie die Anteilseigner eines Konzerns erlebte die Tech-Elite, wie ihr Investment aufging.
Es ist nicht nur die Lesart, die neoreaktionäre Vordenker wie Curtis Yarvin, zu dessen Anhängern Peter Thiel und US-Vizepräsident JD Vance gehören, offen vertreten: "Eine Regierung ist bloß ein Konzern, dem das Land gehört". Und der US-Präsident folglich "nationaler CEO", der von seinen Besitzern ernannt wird.
Das Silicon Valley hat tatsächlich massiv in Trump investiert. Nicht nur Millionenspenden für Trumps Wahlkampf, seine Partei und seinen Ballsaal, sondern auch Billioneninvestitionen für den KI-Ausbau und neue Fabriken in den USA. Im Gegenzug macht Trump Gesetze und Vorschriften im Sinne der Tech-Mogule und belohnt sie mit lukrativen Regierungsaufträgen. Ihr Investment hat sich im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit ausgezahlt. Es ist eine Allianz zum beiderseitigen Vorteil.
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Mindestens 1,4 Milliarden Dollar hat Donald Trump selbst im erstem Amtsjahr seiner zweiten Präsidentschaft laut "New York" Times vor allem mit seinen Kryptogeschäften verdient. "Forbes" schätzt, dass er sogar 2,7 Milliarden Dollar reicher geworden ist. Doch all das ist nichts gegen die Gewinne, die die Tech-Mogule in der gleichen Zeit eingefahren haben. Nicht alles davon geht auf Trumps Konto: Der Börsenwert der Tech-Riesen wird auch durch Amerikas riesige Wette auf KI gepusht. Doch es ist schwer zu argumentieren, dass ihre Brieftaschen ohne Trump im Weißen Haus ebenso dick geworden wären.
Musks kassiert trotz Streit Milliarden
Jeder Tech-Milliardär, der bei Trumps Inauguration dabei war, ist heute viel reicher als vor einem Jahr. Allen voran Elon Musk: Trotz seines spektakulären Streits mit Trump nach seiner Zeit als Chef-Sparer der Effizienzbehörde Doge hat sich sein Vermögen laut "Bloomberg" um mehr als die Hälfte vergrößert – auf sagenhafte 677 Milliarden Dollar. Musk ist weiterhin unangefochten größter Trump-Investor: mehr als 250 Millionen Dollar hat er in seinen Wahlkampf gepumpt, mindestens 55 Millionen Dollar in andere republikanische Kandidaten.
Seine Firmen profitieren davon: Musks Vertrauten Jared Isaacman hat Trump zum Chef der Nasa gemacht, von der seine Raketenfirma Firma SpaceX Milliardenaufträge bekommt. 200 Millionen Dollar kassiert xAI durch einen Vertrag mit dem Pentagon. Dort soll laut Verteidigungsminister Pete Hegseth die Musk-KI Grok bald "auf jedem geheimen und nicht-geheimen Netzwerk" laufen. Zudem werkelt die Trump-Regierung am Abbau von "unnötigen regulatorischen Hürden" für selbstfahrende Autos wie Teslas Robotaxis.
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Auch Amazon-Gründer Jeff Bezos hat im ersten Jahr unter Trump seinen Schnitt gemacht: sein Vermögen ist laut "Forbes" um 20 Milliarden Dollar gewachsen. Schon im Wahlkampf hat er seiner Zeitung "Washington Post" verboten, sich für Trumps Gegnerin Kamala Harris auszusprechen. Im Weißen Haus und in Mar-A-Lago war er persönlich. Amazon hat nicht nur für Trumps Inaugurationsfonds und Ballsaal gespendet. Sondern sich bei Trump auf ganz persönliche Art eingekauft.
40 Millionen Dollar gibt der Bezos-Konzern für eine Dokumentation über Melania Trump aus, in der auch Trump selbst auftritt. Die First Lady kassiert laut "Wall Street Journal" dafür 70 Prozent der Summe – rund 28 Millionen Dollar – als Executive Producer. Trump wiederum überbrachte Bezos ebenfalls ein sehr persönliches Geschenk: Durch die Schlupflöcher in seiner "Big Beautiful Bill" spart Bezos wie alle Tech-Oligarchen weiter Milliarden an Kapitalertragssteuer bei seinen Amazon-Aktienverkäufen. Zudem hat die US-Regierung Cloud-Verträge im Wert von einer Milliarde Dollar mit Amazon abgeschlossen.
"Wir sind begeistert"
Auch Mark Zuckerberg hat von seiner neuen Rolle als Trump-Gönner profitiert. Im Wahlkampf drohte Trump noch, den Meta-Chef ins Gefängnis zu stecken. Beim Dinner der Tech-Milliardäre im Weißen Haus saß Zuckerberg dann direkt neben Trump. Meta hat nicht nur eine Million für Trumps Übergangsfonds und seinen Ballsaal gespendet. Zuckerberg machte Trumps ehemalige stellvertretende Sicherheitsberaterin Dina Powell-McCormick sogar zur Co-Chefin von Meta, um das Wohlwollen der Trump-Administration beim KI-Ausbau sicherzustellen. Um bei Trump zu punkten, holte Zuckerberg zudem dessen Vertrauten Dana White, den Ex-Chef der UFC-Käfigkämpfe, in den Meta-Aufsichtsrat. Auch für Zuckerberg hat sich das Investment in Trump gelohnt: der Meta-Aktienkurs hat gut 6 Prozent zugelegt.
Auch Sam Altman hat eine beeindruckende Kehrtwende hingelegt: Trumps erste Präsidentschaft begrüßte er 2016 noch mit den Worten: "Das fühlt sich wie das Schlimmste an, das in meinem Leben passiert ist." Gleich am Tag nach Trumps zweiter Amtseinführung verkündete der OpenAI-Chef dagegen mit Oracle-Boss Larry Ellison und Softbank-Chef Masayoshi Son im Weißen Haus das 500 Milliarden Dollar schwere Stargate-Programm für den Bau von KI-Datenzentren. Altman spendete persönlich 1 Million Dollar für Trumps Inaugurationsfonds. Und beim Big-Tech-Dinner im Weißen Haus schmeichelte er: "Wir sind begeistert zu sehen, was Sie tun, um all unsere Unternehmen und unser gesamtes Land so erfolgreich zu machen." Zusammen mit der US-Regierung baut OpenAI in den Vereinigten Arabischen Emiraten nun das größte KI-Rechenzentrum außerhalb der USA. Und OpenAI's Bewertung hat sich unter Trump im vergangenen Jahr auf 500 Milliarden Dollar mehr als verdreifacht.
Google und Apple kaufen sich Trumps Gunst
Auch Google-Chef Sundar Pichai hatte lange keine gute Beziehung zu Trump: Nach dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 verklagte der Youtube auf Schadenersatz, nachdem die Google-Tochter seinen Account gesperrt hatte. Um das Verhältnis zu reparieren, spendete Google nicht nur eine Million Dollar an Trumps Inaugurationsfonds. Sondern legte Trumps Klage mit einer Zahlung von 22 Millionen Dollar zur Unterstützung seines Ballsaals bei. Zum Dank hat Trump unter anderem bisher von der Zerschlagung des Tech-Riesen abgesehen, mit der er im Wahlkampf stets gedroht hatte. Der Aktienkurs der Google-Mutter Alphabet hat in Trumps zweiter Amtszeit bisher mehr als 50 Prozent zugelegt.
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Auch Silicon-Valley-Eminenz Peter Thiel profitiert von der Trump-Regierung. Er hat zwar anders als 2016 weder an Trump gespendet, noch nahm er an dessen Amtseinführung teil. Allgegenwärtig ist er in der Trump-Regierung dennoch: Mark Zuckerberg, Sam Altman und Vizepräsident JD Vance feierten Trumps Wiederwahl nicht nur in Thiels Villa in Washington. Thiel hat die Karriere von Trumps Vize erst möglich gemacht, indem er Vance' Wahlkampf für den US-Senat mit 15 Millionen Dollar finanzierte und Trump 2021 mit Vance bekannt machte. Gelohnt hat sich all das auch für ihn: Seine Big-Data-Firma Palantir, wo Thiel bis heute Aufsichtsratschef ist, hat 2025 gigantische Aufträge von der Trump-Regierung erhalten, darunter von der Migranten-Jagdbehörde ICE sowie einen Rahmenvertrag über 10 Milliarden Dollar von der US-Armee. Palantirs Aktienkurs hat sich in einem Jahr verdoppelt.
Und schließlich hat auch Apple-Chef Tim Cook nicht umsonst auf Trump gesetzt. Wie die meisten anderen Tech-Giganten hat auch der Smartphone-Riese für Trumps Ballsaal gespendet. Cook zahlte persönlich 1 Million Dollar an Trumps Inaugurationsfonds. Trump bedankte sich etwa mit Ausnahmen von seinen "Liberation-Day"-Zöllen für Apples iPhones. Cook kündigte zudem Investments von 600 Milliarden Dollar in den USA an. Und machte Trump bei der im US-Fernsehen übertragenen Zeremonie im Oval Office ein persönliches Geschenk: eine Glasskulptur mit einem 24-karätigen Goldbarren als Sockel.

