Kollision zweier Schnellzüge: 21 Menschen sterben bei Zugunglück in Spanien
Panorama
Kollision zweier Schnellzüge21 Menschen sterben bei Zugunglück in Spanien
18.01.2026, 22:22 Uhr Artikel anhören(01:43 min)00:00 / 01:43
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Im Süden Spaniens entgleist ein Schnellzug auf dem Weg nach Madrid und kollidiert mit einem entgegenkommenden Zug. Die Lage ist lange unübersichtlich. Für 21 Menschen kommt jede Hilfe zu spät.
Bei einem schweren Eisenbahnunglück sind im Süden Spaniens mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen. Außerdem gebe es rund 30 Schwerverletzte, teilte Verkehrsminister Óscar Puente mit. Es handele sich um eine vorläufige Bilanz, betonte er. Zunächst war von fünf Toten die Rede gewesen, die Lage war aber lange unübersichtlich.
Der Unfall ereignete sich gegen 19.40 Uhr am Sonntag unweit der Gemeinde Adamuz in der andalusischen Provinz Córdoba, wie die spanische Bahngesellschaft Renfe mitteilte. Ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug der italienischen Gesellschaft Trenitalia war demnach auf dem Weg von Málaga nach Madrid, als er aus bislang ungeklärten Gründen entgleiste. Er geriet auf das andere Gleis und kollidierte dort mit einem entgegenkommenden Zug, der dann ebenfalls entgleiste. Angesichts der Situation werde "der Hochgeschwindigkeitszugverkehr zwischen Madrid und Córdoba, Sevilla, Málaga und Huelva mindestens den gesamten Montag" unterbrochen sein, teilte die spanische Bahngesellschaft Adif mit.
Unter den Todesopfern ist den amtlichen Angaben zufolge einer der Lokführer. Zahlreiche Fahrgäste waren demnach noch Stunden nach dem Unfall in den Zügen eingeschlossen. Kurz nach Mitternacht seien die Rettungseinsätze beendet worden, sagte einer der Helfer dem Sender RTVE.
Fahrgast erlebte Aufprall "wie ein Erdbeben"
Ein Journalist des Senders RNE, der in einem der Züge unterwegs war, sagte, der Aufprall habe sich wie "ein Erdbeben" angefühlt. Passagiere hätten Notfallhämmer benutzt, um Fenster der Waggons einzuschlagen und hinauszukommen, sagte er. Ein Augenzeuge berichtete dem Sender TVE, dass ein Waggon des ersten Zuges vollständig umgestürzt sei. Der Bürgermeister von Adamuz, Rafael Moreno, sprach von "entsetzlichen" Bildern an der Unfallstelle.
Laut spanischen Medienberichten könnten sich 400 Passagiere in den beiden Zügen befunden haben. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte, er verfolge die Lage "mit großer Aufmerksamkeit". Die Regierung arbeite gemeinsam mit den zuständigen Behörden und den Rettungsdiensten daran, den Fahrgästen zu helfen, schrieb er auf X. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, sprach den Familien und Angehörigen der Opfer sowie dem spanischen Volk ihr Beileid aus. "Den Verletzten wünsche ich eine schnelle und vollständige Genesung. In dieser Nacht seid ihr in meinen Gedanken", schrieb sie auf X auf Spanisch.

