Mutmaßliche Sabotage: Brand an Gleisen in Wuppertal – Staatsschutz ermittelt
Politik

Die Polizei schloss eine politische Motivation nicht aus und schaltete den Staatsschutz sein.
Knapp drei Wochen nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf Kabelnetze der Deutschen Bahn gibt es einen erneuten Vorfall in NRW. Wieder ist anscheinend Brandbeschleuniger im Spiel.
An den Gleisen einer Bahnstrecke in Wuppertal-Oberbarmen hat es am späten Abend gebrannt. Nach ersten Erkenntnissen sei das Feuer vermutlich auch durch einen Brandbeschleuniger entfacht worden, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Es habe wohl eine Kabelummantelung in Flammen gestanden. Der Brand habe aber so gut wie keine Auswirkungen auf den Zugverkehr. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.
Ein Sprecher der Bundespolizei sprach von einem "Weichenbrand". Insgesamt seien drei Weichen betroffen gewesen und der Brand sei "so groß gewesen, dass ihn ein Anwohner bemerkte". Die Bahnsprecherin teilte allerdings auf Anfrage mit, der Brand sei nicht direkt an den Weichen gewesen. Sie sprach stattdessen von Flammen im Umfeld von Weichen.

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Laut Website der DB-Tochter InfraGO AG wurden "durch Dritte Kabel beschädigt und angezündet". Die Sprecherin bestätigte, dass "vermutlich mutwillig" zwei Kabel durchtrennt worden seien. Noch in der Nacht rückte deshalb auch der Staatsschutz aus. Dieser wird dazugeholt, wenn nicht eindeutig ein technischer Defekt vorliegt. Am späten Abend war zudem ein Hubschrauber der Bundespolizei im Einsatz, um nach möglichen Tätern zu fahnden.
Vor weniger als einem Monat waren in Nordrhein-Westfalen zwei Brandsätze auf der Bahnstrecke Düsseldorf-Duisburg gezündet worden. Durch die verursachten Brände waren Kabel für die Steuerung von Weichen und Signalen zerstört worden – mit erheblichen Folgen für den Fern- und Regionalverkehr. Die bundesweit zentrale Nord-Süd-Achse der Deutschen Bahn war zwei Tage lang lahmgelegt. Auf der Plattforn "Indymedia" reklamierte eine linksextremistische Gruppe die Tat für sich, die Ermittlungen von Polizei und Staatsschutz laufen.
Quelle: ntv.de