Deutschland: Ostdeutsche Bundesländer wollen besser kooperieren
Icon: vergrößernRolls-Royce-Fabrik im brandenburgischen Dahlewitz: "Auf die Megatrends aufspringen"
Foto: Ralf Hirschberger / picture alliance / dpa
Sechs wilde Jahre lang tourte Johannes Ludewig durch die neuen Länder. Der Wirtschaftswissenschaftler sollte als Ostbeauftragter von Einheitskanzler Helmut Kohl volkseigene Betriebe nach dem Mauerfall vor dem Untergang retten.
Jetzt sitzt Ludewig, inzwischen 75 Jahre alt, in Berlin-Mitte, die Sonne spiegelt sich in der Spree, und der Pensionär säbelt missmutig an seinem Zanderfilet. Dieses ganze Geklage und die Rückwärtsgewandtheit regen ihn auf: "Wer immer in den Rückspiegel schaut, fährt irgendwann vor die Wand."
Sein Chef Helmut Kohl schaute damals in die Zukunft und entdeckte dort bekanntlich blühende Landschaften. Doch drei Jahrzehnte nach Beginn des historischen Experiments, Planwirtschaft zu Marktwirtschaft zu machen, ist der Osten immer noch zurückgeblieben. Keines der neuen Länder erreicht, gerechnet pro Erwerbstätigen, die Wirtschaftskraft der alten Länder – nicht mal die des Saarlandes.
Zugleich sind die Milliardenausschüttungen des Solidarpakts ausgelaufen, der Braunkohlebergbau wird abgewickelt, und auch die ostdeutsche Wirtschaft rutscht in die Corona-Rezession. Trübe Aussichten also?

