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Donald Trump: Ex-US-Präsident reklamiert Stärkung der Nato für sich

February 13
09:56 2024

Nachdem Donald Trump erst mit der Wahlkampfaussage für Aufregung gesorgt hatte, säumige Nato-Partner im Ernstfall nicht vor Russland schützen zu wollen, reklamiert der ehemalige US-Präsident nun gar für sich, das Verteidigungsbündnis gestärkt zu haben. »Ich habe die Nato stark gemacht«, schrieb der Republikaner am Montagabend in Großbuchstaben in seinem sozialen Netzwerk Truth Social. Als er den Ländern, die ihren gerechten Anteil nicht gezahlt hätten, gesagt habe, sie müssten zahlen, »da sie sonst keinen militärischen Schutz durch die USA erhalten würden«, sei das Geld hereingekommen.

»Nach so vielen Jahren, in denen die Vereinigten Staaten die Rechnung bezahlt haben, war das ein schöner Anblick«, schrieb Trump weiter. Doch nachdem er nicht mehr da sei, um die Partner zum Zahlen aufzufordern, lasse deren Bereitschaft wieder nach.

Der Republikaner hatte am Samstag bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat South Carolina gesagt, der »Präsident eines großen Landes« habe ihn einmal gefragt, ob die USA das Land auch vor Russland beschützen würden, wenn es die Verteidigungsausgaben nicht zahle. Er habe geantwortet: »Nein, ich würde euch nicht beschützen.« Vielmehr noch: Er würde Russland »sogar dazu ermutigen zu tun, was auch immer zur Hölle sie wollen«. Es war dabei unklar, ob es jemals so ein Gespräch zwischen Trump und einem Staatschef gegeben hat, denn der Republikaner sagte auch: »Nehmen wir an, das ist passiert.«

Empörung bei Nato und EU

Die Infragestellung der Nato-Beistandspflicht durch Trump hatte eine Welle der Empörung von Washington über Brüssel bis nach Berlin ausgelöst. Jede Andeutung, dass die Staaten der Allianz sich nicht gegenseitig verteidigen würden, untergrabe die Sicherheit aller Mitglieder, hatte Nato-Chef Jens Stoltenberg gewarnt.

Und auch der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell kritisierte Trump: Das westliche Verteidigungsbündnis könne »kein Militärbündnis ›à la carte‹ sein, das von der Laune des US-Präsidenten abhängt«, sagte Borrell. Trumps Aussagen seien »erschreckend und gefährlich«.

Trump will bei der US-Präsidentschaftswahl im November erneut für die Republikaner antreten und liegt in den parteiinternen Vorwahlen weit vor seiner Konkurrentin Nikki Haley. Die republikanische Kandidatur ist ihm kaum noch zu nehmen. In seiner Amtszeit von 2017 bis 2021 hatte er die Nato-Staaten immer wieder zum Erreichen des Verteidigungsziels in Höhe von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aufgefordert und mit dem Rückzug der USA aus dem Verteidigungsbündnis gedroht.

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