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Saudi-Arabien warnt Israel vor Rafah-Offensive, Biden schickt CIA-Chef nach Ägypten

February 11
04:57 2024

Saudi-Arabien tritt im Gazakrieg bislang öffentlich sehr vorsichtig auf. Nun hat die sunnitische Regionalmacht Israel entschieden vor einem Militäreinsatz im Süden des Gazastreifens gewarnt. Das Königreich wies auf die schwerwiegenden Folgen einer Militäraktion in Rafah hin und betonte seine kategorische Ablehnung der Zwangsumsiedlung von Hunderttausenden Zivilisten, wie aus einer Erklärung des Außenministeriums hervorgeht. Riad forderte eine Dringlichkeitssitzung des Uno-Sicherheitsrats, um »Israel daran zu hindern, eine drohende humanitäre Katastrophe zu verursachen«.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte der Armee am Freitag den Befehl erteilt, einen Plan zur Evakuierung der Bevölkerung von Rafah auszuarbeiten. Der Einmarsch rückt offenbar näher. Netanyahu sagte, in Rafah sei eine »massive Operation« erforderlich. Er habe Sicherheitsbeamte gebeten, einen »Doppelplan« vorzulegen, der die Evakuierung von Zivilisten und eine Militäroperation zur »Zerschlagung« der verbliebenen militanten Hamas-Einheiten vorsehe. Augenzeugen zufolge flog Israel bereits erste Luftangriffe auf Ziele in Rafah.

Eine Militäroffensive in der Stadt an der Grenze zu Ägypten gilt als hochproblematisch. In dem Ort, der vor dem Krieg rund 300.000 Einwohner hatte, sollen sich inzwischen weit mehr als eine Million Palästinenser aufhalten. Die meisten von ihnen flohen vor dem Krieg aus anderen Teilen des Gazastreifens dorthin, zum Teil auf Anordnung des israelischen Militärs.

Im Ringen um eine Einigung zur Freilassung weiterer israelischer Geiseln schickt derweil US-Präsident Joe Biden in der kommenden Woche CIA-Chef William Burns zu Gesprächen nach Kairo, wie das US-Nachrichtenportal »Axios« unter Berufung auf Diplomaten berichtete. Unterhändler der Hamas waren am Freitag nach »positiven und guten« Gesprächen aus Kairo abgereist, wie aus Kreisen der Palästinenserorganisation verlautete. Nun werde »eine Antwort Israels« abgewartet, hieß es.

Die von der EU und den USA als Terrororganisation eingestufte Hamas hatte den Krieg am 7. Oktober mit einem beispiellosen Überfall auf Israel ausgelöst. Israelischen Angaben zufolge wurden dabei rund 1200 Menschen brutal getötet und 250 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Israel kündigte daraufhin die Vernichtung der Hamas an und startete einen massiven Militäreinsatz im Gazastreifen. Nach jüngsten Angaben der Hamas, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden dort seitdem mehr als 28.000 Menschen getötet.

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